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Egbert Prior Fresenius muß die bittere Pille nicht schlucken

Gastautor: Egbert Prior
08.10.2018, 12:23  |  1282   |   |   

Unser Musterdepottitel kann wieder durchstarten! Der Gesundheitskonzern leistete sich mit dem Kauf des amerikanischen Generikaherstellers Akorn für 4,8 Milliarden Dollar einen Fehlgriff. Deswegen wollten die Bad Homburger von dem Deal nichts mehr wissen. Doch die Amerikaner pochten auf die Gültigkeit des Vertrags. Jetzt hat ein US-Gericht entschieden, daß Fresenius den Pillendreher nicht schlucken muß. Prompt sauste der Kurs der Hessen um 10% auf knapp 70 Euro nach oben, während das Papier von -Akorn um 56% einbrach. Fresenius warf Akorn vor, Medikamententests frisiert zu haben. Außerdem gab es Ungereimtheiten in der Bilanz. Zudem wurde bei der Arzneimittelproduktion geschlampt. Zu allem Überfluß fielen die Zahlen just nach Ankündigung der Übernahme unerwartet schlecht aus. Zwar ist das Gerichtsurteil noch nicht rechtskräftig, doch Fresenius scheint die besseren Karten zu haben. Vorstandschef Stephan Sturm reiste eigens zum Schlußplädoyer. Der CEO kann sich wieder auf das operative Geschäft konzentrieren. Der Zwischenbericht zum zweiten Quartal fiel wie gewohnt positiv aus: Währungsbe-reinigt kletterte der Gewinn um 7%, der Umsatz legte um 6% zu. Für das Gesamtjahr prognostiziert Sturm einen Anstieg der Erlöse um 5 bis 8%, der Konzerngewinn soll zwischen 6 und 9% steigen. Im kommenden Jahr dürften die Hessen das 26. Mal in Folge die Dividende anheben. In der letzten Dekade hat das DAX-Unternehmen Umsatz und Profit im Schnitt um 10% jährlich gesteigert. Unser Musterdepottitel glänzt auch durch eine starke Marktstellung: Weltweit die Nummer 1 in der Dialyse (Fresenius Medical Care). Darüberhinaus zählt zum Portfolio die größte europäische Klinikkette (Helios). Auch in der Infusionstherapie und in der klinischen Ernährung (Kabi) ist die Gesellschaft führend. Der mißglückte Akorn-Deal dürfte Vorstandschef Sturm nicht dauerhaft die Kauflust nehmen. Angesichts des starken cash flows sind auch Milliardenübernahmen kein Problem. Die Expansionsstrategie zahlt sich aus, in den letzten zehn Jahren hat sich der Aktienkurs ungefähr versiebenfacht. Dazu kommt die Dividende. Das aktuelle KGV (2018) mit ca. 20 dennoch moderat. Fazit: Für ein gesundes Depot!

Wertpapier
Fresenius


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19.10.18