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Steht eine weitere Dividendenkürzung bei GE bevor?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.10.2018, 10:00  |  563   |   |   

Es ist weniger als ein Jahr her, seit General Electric (WKN:851144) seine Dividende um 50 % gekürzt hat, was auf einen Rückgang im Stromsegment und zunehmende Probleme bei GE Capital zurückzuführen ist. Einige Investoren bereiten sich jedoch auf eine weitere Dividendenkürzung vor, nachdem das Unternehmen seinen CEO ersetzt, eine massive Abschreibung vorgenommen und die Prognose des freien Cashflow für 2018 Anfang dieser Woche aufgehoben hat.

Die Dividende von GE war bereits im Verhältnis zum freien Cashflow höher als ideal. Infolgedessen könnte der Vorstand beschließen, die Dividende sofort zu kürzen, um die Liquidität zu erhalten.

Allerdings sollte GE über mehr als genug liquide Mittel verfügen, um die Dividende vorerst aufrechtzuerhalten. Es wäre sinnvoller, die Dividende nach Abschluss der geplanten Abspaltung des Gesundheitsgeschäfts im nächsten Jahr auf ein neues Ausgangsniveau zu reduzieren.

Freier Cashflow unterschritten

Die Führungskräfte von GE erwarteten bereits bei der Ankündigung der Dividendenkürzung im November letzten Jahres schwache Ergebnisse im Stromgeschäft für das Jahr 2018. Der Abschwung war jedoch noch stärker als erwartet, was auf Marktfaktoren und Fehlschläge bei der Ausführung zurückzuführen ist.

Im Juli bestätigte General Electric, dass der freie Cashflow in diesem Jahr wahrscheinlich den Tiefpunkt der Prognose von 6-7 Mrd. US-Dollar erreichen würde. Doch selbst diese Einschätzung war zu optimistisch. In der jüngsten Ankündigung des CEO-Wechsels erklärte GE, man erwarte, dass man die Prognose für den freien Cashflow nicht einhalten können werde.

Es überrascht nicht, dass die drei großen Ratingagenturen bereits damit begonnen haben, die Bonität von GE aufgrund der hohen Verschuldung und des sinkenden Cashflows zu senken.

Die Investoren müssen auf den Ergebnisbericht von GE für das dritte Quartal Ende dieses Monats warten, um eine neue Schätzung zu erhalten. Da die Dividendendeckung von GE jedoch bereits recht schwach war — die aktuelle Quartalsdividende von 0,12 US-Dollar pro Aktie kostet mehr als 4,3 Mrd. US-Dollar pro Jahr — wird eine deutliche Verfehlung der Prognose den Druck auf den Vorstand erhöhen, die Dividende von GE erneut zu kürzen.

GE verfügt über viele Bargeldquellen

Trotz dieses scheinbar düsteren Zustandes muss General Electric seine Dividende nicht sofort kürzen. Pessimisten würden anmerken, dass GE das zweite Quartal mit nur 8,9 Mrd. US-Dollar an Bargeld beendete — exklusive dem Bargeld, das vom Tochterunternehmen Baker Hughes gehalten wird. Das ist nicht viel für ein Unternehmen dieser Größe.

Der bereinigte industrielle freie Cashflow betrug im ersten Halbjahr 2018 jedoch -1,6 Mrd. US-Dollar, was auf die Saisonalität des Geschäfts von GE zurückzuführen ist. Mit anderen Worten, GE müsste in der zweiten Jahreshälfte mehr als 100 % des jährlichen freien Cashflows erwirtschaften. Selbst wenn der bereinigte freie Cashflow für das Gesamtjahr nur 4,4 Mrd. US-Dollar beträgt (mehr als 25 % unter der vorherigen Prognose), würde dies immer noch einen bereinigten industriellen Cashflow von 6 Mrd. US-Dollar in der zweiten Jahreshälfte bedeuten.

Die Übernahme- und Veräußerungsbemühungen werden in den nächsten Quartalen mehr Liquidität freisetzen. GE hat sein Gesundheits-IT-Geschäft im vergangenen Quartal für 1,05 Mrd. US-Dollar verkauft und erwartet, im vierten Quartal eine weitere Veräußerung für 3,25 Mrd. US-Dollar abzuschließen. Nachdem GE etwa 3 Mrd. US-Dollar bezahlt hat, um im Laufe dieses Jahres den Anteil von Alstom an mehreren Joint Ventures aufzukaufen, wird man bis zum Jahresende mehr als 1 Mrd. US-Dollar an zusätzlichen Verkaufserlösen erzielen.

Darüber hinaus sollte GE in der Lage sein, den Verkauf/die Abspaltung der Sparte Transport Anfang 2019 abzuschließen. Dies wird zu einem sofortigen Mittelzufluss von 2,9 Mrd. US-Dollar sowie zu etwa 1,9 Mrd. US-Dollar an Wabtec-Aktien führen, die zur weiteren Stärkung der Bilanz verkauft werden können.

Selbst bei einem schwächer als erwarteten freien Cashflow im Jahr 2018 sieht sich GE somit keiner Liquiditätskrise gegenüber. Das Unternehmen könnte die Dividende beibehalten und dennoch die Schulden mit den Erträgen aus dem Verkauf von Vermögenswerten zurückzahlen.

Kein Grund zur Panik

Die Analysten glauben, dass General Electric unter dem neuen Vorsitzenden und CEO Larry Culp schnell handeln könnte, um die Bilanz durch eine Dividendenkürzung und einen beschleunigten Verkauf der 62,5%igen Beteiligung an Baker Hughes zu stärken (zu aktuellen Marktkursen ist der Anteil von Baker Hughes etwa 22 Mrd. US-Dollar wert).

Solche aggressiven Aktionen könnten dazu beitragen, die Anleger zu beruhigen. Diese Maßnahmen sind aber nicht notwendig, und sie sind möglicherweise nicht im langfristigen Interesse der Investoren. Insbesondere ein voreiliger Verkauf der Baker-Hughes-Beteiligungen von GE könnte zu einem niedrigeren Verkaufspreis für diesen wichtigen Vermögenswert führen und wäre möglicherweise kein steuereffizienter Schritt.

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