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Der bessere Kauf: Nestlé-Aktie versus Facebook

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
10.10.2018, 10:59  |  678   |   |   

Nestlé (WKN:A0Q4DC) gegen Facebook (WKN:A1JWVX), das ist ein Gigantenduell: Der Kaffee- und Schoggi-Riegel-Konzern aus der Schweiz gegen die größten sozialen Netzwerke aus den USA. Können Nespresso, Mövenpick und Smarties mithalten mit WhatsApp, Instagram und Co.? Lass es uns in einer ultimativen Gegenüberstellung von Aktien und Unternehmen herausfinden.

Mehr Ähnlichkeiten, als man auf den ersten Blick denken könnte

Du fragst dich vielleicht, warum ich zwei so unterschiedliche Unternehmen wie Facebook und Nestlé zum Vergleich ausgesucht habe. Auf den zweiten Blick kann man allerdings durchaus Gemeinsamkeiten erkennen. Beide richten sich an Konsumenten und haben über eine Milliarde Kunden weltweit. Wo auch immer du bist, stehen die Chancen gut, jemanden zu sehen, der gerade ein Facebook-Netzwerk nutzt und gleichzeitig beispielsweise ein KitKat genießt oder Nescafé trinkt.

Beide versuchen auch, ihre Kundschaft so früh wie möglich an sich zu binden, bei Nestlé mit Milchpulver und bei Facebook mit der Messenger Kids App. Dabei setzen sie ausgefeilte Tricks ein. Die sozialen Netzwerke rufen ständig mit Geblinke nach Aufmerksamkeit, während etwa die Kaffeekapselmaschinen es einem so bequem machen, dass man immer wieder den Mechanismus auslösen möchte.

Die zwei sind eng miteinander verwoben: Facebook stellt eine der wichtigsten Werbeplattformen zur Verfügung, während Nestlé unter den Werbetreibenden laut Adbrands die weltweite Nummer 3 ist, aber gleichzeitig natürlich versucht, die Fähigkeiten der Netzwerke für seine Zwecke zu nutzen — vom Nestlé BEBE Club bis zum Maggi Kochstudio.

Nestlé ist mit seinen 246 Mrd. Schweizer Franken Marktkapitalisierung das wertvollste europäische Unternehmen und damit das einzige, das Facebook einigermaßen das Wasser reichen kann. Der amerikanische Tech-Konzern bringt derzeit 454 Mrd. US-Dollar auf die Waage (Anmerkung: 1 Franken entspricht fast genau 1 US-Dollar, Stand 08.10.). Da stellt sich die Frage, ob die höhere Bewertung sich auch in den nackten Kennzahlen widerspiegelt.

Das sagen die Zahlen

Klar ist, dass Nestlé von der Manpower her ein viel größeres Rad dreht. Der Konsumgüterkonzern hat weltweit 323.000 Mitarbeiter, davon allein in Deutschland 10.300. Facebook hingegen braucht für den Betrieb seiner globalen Plattformen gerade einmal 30.275 Leute.

Auch beim Umsatz liegt Facebook zurück: Die allermeisten Nutzer von sozialen Netzwerken geben keinen Cent für die Dienste aus, sodass nur Kleckerbeträge aus Werbeeinblendungen anfallen. Über die schiere Zahl von Teilnehmern kamen dabei 2017 trotzdem beachtliche 40,7 Mrd. US-Dollar zusammen. Die Schweizer kommen jedoch mit 89,8 Mrd. Franken (CHF) auf mehr als das Doppelte.

Jetzt ist natürlich interessant, welcher der beiden daraus mehr Gewinn generieren kann:

2017, in Mrd. CHF bzw. USD Nestlé Facebook
operativer Gewinn 10,1 20,2
Nettogewinn (den Aktionären zustehend) 7,2 15,9

Basis: Geschäftsberichte 2017, 1 CHF = 1,01 USD (09.10.2018), erstellt vom Autor

Wie sich gut erkennen lässt, zahlt sich der hohe Automatisierungsgrad der zentralen Plattformen aus. Vom Umsatz bleibt prozentual ein mehr als viermal so hoher Anteil nach Abzug aller Kosten übrig. Durch das Gewinnniveau ist die höhere Marktkapitalisierung also definitiv gerechtfertigt.

Für Facebook spricht auch, dass zum 30. Juni 11,6 Mrd. US-Dollar Barmittel zur Verfügung standen, bei null langfristigen Schulden. Nestlé hingegen schiebt Nettofinanzverbindlichkeiten in Höhe von 28,8 Mrd. Schweizer Franken vor sich her. Auch beim Eigenkapital ist Facebook zuletzt vorbeigezogen, wobei das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei Nestlé noch besser ist.

Entscheidend ist der Ausblick

Insgesamt führt Facebook bisher knapp in diesem Duell. Auch die historische Dynamik überzeugt dort mehr, denn bei Nettogewinn und Umsatz legten die Amerikaner im ersten Halbjahr um jeweils 45 % gegenüber dem Vorjahr zu, da kann Nestlé niemals mithalten. Dort standen beim Umsatz helvetisch gemächliche 2,3 % plus zu Buche, beim Gewinn immerhin 19 %.

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