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Egbert Prior BASF will neue Öltochter an die Börse bringen

Gastautor: Egbert Prior
10.10.2018, 11:19  |  1569   |   |   

Den Traditionskonzern gibt’s zur Zeit im Sonderangebot. Im Januar markierte die Aktie mit 98 Euro ein neues Allzeithoch. Aktuell nur 74 Euro. Minus 25%. Dabei brachten die Ludwigshafener vor einigen Tagen einen großen Deal unter Dach und Fach. Die Öltochter Wintershall wird sich mit der Ölgesellschaft DEA des russischen Geschäftsmanns Michael Friedman zusammenschließen. Der Oligarch hatte die ehemalige RWE-Tochter vor zwei Jahren gekauft. Auch damals schon hatte BASF mitgeboten. Wintershall und DEA kamen 2017 zusammen auf einen Umsatz von 4,7 Milliarden, unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 740 Millionen. Die Marge knackige 16%. Dabei arbeitet Wintershall deutlich profitabler und genau dort liegt das Potential des Zusammenschlusses. BASF wird nach dem Deal 73% an dem Explorations- und Produktionsunternehmen halten. Die Phantasie liegt darin, daß das Gemeinschaftsunternehmen früher oder später an die Börse gehen soll. Das dürfte verborgene Werte heben und BASF in Zukunft unabhängiger vom volatilen Öl machen. Derzeit läuft dieses Geschäft aber besser als die Chemieaktivitäten. Im zweiten Quartal hat sich in der Ölsparte der Gewinn verdoppelt. Auch der Gesamtkonzern schrieb schwarze Zahlen. Ohne die Ölsparte wäre das Ebit jedoch rück-läufig gewesen. Der Höhenflug des Ölpreises führt beim schwarzen Gold zu sprudelnden Gewinnen, während die Chemie schwächelt. Das ist auch ein Grund für den Kursrückgang. Die Kurpfälzer kämpfen derzeit vor allem an der Währungsfront. Besonders die Entwicklung des Dollars macht Kummer. Die Spezialchemie leidet zudem unter gestiegenen Rohstoffpreisen. Trotz der wahrscheinlich nur vorübergehenden Probleme hält CEO Martin Brudermüller an der Jahresprognose fest. Danach soll der Umsatz 2018 in einer Bandbreite zwischen 1 und 5% zulegen, das bereinigte Ebit zwischen 1 und 10% steigen. Im vergangenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen rund 6 Milliarden netto verdient bei ca. 65 Milliarden  Umsatz. Ergebnismarge mehr als 9%. Das kann sich sehen lassen! Ein Meilenstein ist der Kauf des Saatgutgeschäfts und der Pflanzenschutzsparte von Bayer für 7,6 Milliarden. Die Finanzierung war ein Kinderspiel zu Konditionen von unter 1%. Außerdem soll in den nächsten Jahren ein zweiter großer chinesischer Standort aufgebaut werden. Die vielen Aktivitäten zahlen sich aus. In den letzten zehn Jahren hat sich der Aktienkurs mehr als verdreifacht. Darüber hinaus zählt die DAX-Gesellschaft zu den besonders eifrigen Dividendenzahlern. Nach der Hauptversammlung im Mai schüttete der größte Chemiekonzern der Welt 3,10 Euro je Anteilsschein aus. Dividendenrendite üppige 4,2%. Das KGV (2018) moderate 11. Fazit: Ausverkaufspreise zum Einstieg nutzen!

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