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3 Szenarien: Wie Familien das meiste aus dem Baukindergeld machen

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
10.10.2018, 15:53  |  669   |   |   
Die staatliche Förderung ist gestartet und mittlerweile steht fest, wo und wie Familien mit Kindern oder Alleinerziehende das Baukindergeld beantragen können. Die wichtigste Frage ist jetzt: Wie lässt sich das meiste aus dem Zuschuss herausholen? Kai Weber, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Goslar, hat mehrere Szenarien durchgerechnet. Das Baukindergeld ist eine gute Sache – für Familien, die sich die Immobilie auch ohne diese Förderung leisten können. Die Förderung erleichtert die Finanzierung, allerdings nur, wenn man das Geld auch sinnvoll nutzt. Wenn Baukindergeld investiert wird, um die monatliche Rate zu sponsern, verpufft ein großer Anteil davon für Zinsen, und wenn die Förderung dann abgelaufen ist, muss die reguläre Monatsrate gezahlt werden.
Wer das Geld hingegen clever investiert, kann zum Beispiel die Laufzeit verkürzen oder das jetzige Zinsniveau für die Anschlussfinanzierung sichern. Außerdem kann das Baukindergeld auch zu mehr Eigenkapital beitragen. Die drei Szenarien im Überblick:
1. Mit Baukindergeld den Kredit schneller abbezahlen
1.200 Euro pro Kind und Jahr – wer diesen Betrag außerplanmäßig in die Tilgung des Kredits steckt, hat ganz konkrete Vorteile: kürzere Gesamtlaufzeiten des Darlehens und gesparte Zinskosten. Außerplanmäßig heißt hier: Sondertilgungen einbringen, also Beträge neben den monatlichen Raten in die Finanzierung einfließen lassen.
Folgende Beispielrechnung zeigt, welche Effekte das Baukindergeld hat, wenn es regelmäßig als Sondertilgung in die Baufinanzierung eingebracht wird.
Beispiel 1: Baukindergeld als jährliche Sondertilgung nutzen
Kaufpreis 250.000 EuroDArlehenssumme 200.000 Euro15 Jahre Zinsbindung2% TilgungSollzins 1,5%

Dr. Klein Privatkunden

Diese Lösung ist generell allen zu empfehlen, die Baukindergeld erhalten: Mit Sondertilgungen lassen sich immer Geld und Zeit sparen. Außerdem ist es eine freiwillige Zahlung – das Geld ist also nicht fest verplant, sondern kann auch für andere Dinge verwendet werden, falls etwas Unvorhergesehenes geschieht.
Allerdings ist es ratsam, vor Abschluss der Baufinanzierung verschiedene Institute zu vergleichen. Sondertilgungen sind zwar bei den meisten Kreditverträgen möglich, aber nicht immer kostenlos. Je nach Bank können Gebühren oder Zinsaufschläge anfallen.

2. Mit Baukindergeld günstige Zinsen für die Anschlussfinanzierung sichern
In den allermeisten Fällen entscheiden sich die Darlehensnehmer für eine Zinsbindung, die kürzer ist als die Gesamtlaufzeit des Kredits (laut Trendindikator Baufinanzierung von Dr. Klein betrug die durchschnittliche Zinsbindung im September 14 Jahre.) Dies bedeutet, dass danach eine Anschlussfinanzierung abgeschlossen werden muss – auf Grundlage der dann geltenden Zinsen. Weil die Bauzinsen im Laufe der nächsten Jahre höchstwahrscheinlich ansteigen, erhöhen sich damit auch die Monatsrate und die Zinskosten.
Reduzieren lässt sich das Zinsänderungsrisiko, wenn das Baukindergeld in einen Bausparvertrag fließt. Mit dessen Bausparsumme wird die Restschuld später ganz oder teilweise abgelöst. Der Vorteil dabei: Für das Bauspardarlehen gilt der derzeitig niedrige Zins.
Diese Beispielrechnung zeigt, welche Bausparsumme mit dem Baukindergeld erreicht werden kann.
Beispiel 2: Baukindergeld in einen Bauvertrag stecken und so zur Zinssicherung nutzen
Sollzins 2,35%Laufzeit der Spar- und Tilgungsphase 20 Jahre

Dr. Klein Privatkunden

Dazu noch ein Tipp: Einige nutzen das Wohneigentumsprogramm 124 der KfW über 50.000 Euro für den Start der Baufinanzierung. Das Programm hat aber nur eine maximale Zinsbindung von zehn Jahren, und es verbleibt meist eine Restschuld, die weiterfinanziert werden muss. Diese Restschuld ist in der Regel so hoch wie die Bausparsumme, die man mit dem Baukindergeld für ein Kind in zehn Jahren bis zur Zuteilung ansparen kann – damit lässt sich der KfW-124-Kredit also problemlos anschlussfinanzieren.

3. Mit Baukindergeld Eigenkapital finanzieren
Hohe Immobilienpreise bedeuten auch hohe Bau- oder Kaufnebenkosten, denn diese berechnen sich prozentual. Dass die Nebenkosten aus Eigenmitteln bezahlt werden müssen, ist besonders für junge Familien mit dünnen Sparbüchern ein Problem. Einige lösen dies mit einem Eigenkapital-Ersatz-Darlehen, also einem Privatdarlehen, das sie zusätzlich zum Immobilienkredit aufnehmen.
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