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Künstliche Intelligenz – Traum oder Albtraum?
Foto: Peter Steffen - dpa

Künstliche Intelligenz – Traum oder Albtraum?

Gastautor: Torsten Arends
11.10.2018, 10:30  |  651   |   |   

Es ist immer wieder entzückend anzusehen, wie gut sich unsere Bundeskanzlerin mit Vertretern der künstlichen Intelligenz versteht. Ein Grund liegt vielleicht darin, dass sie (noch) nicht widersprechen. Gut, manchmal wollen die kleinen Roboter nicht so wie die Kanzlerin, aber das bekommen die Programmierer auch noch in den Griff.

Was ist künstliche Intelligenz (KI)?

Vorausschicken müssen wir zunächst, dass der Begriff nicht eindeutig abgrenzbar ist. Schon bei dem Bemühen, Intelligenz genau zu definieren, scheitern wir. Aber es gibt zumindest den Versuch einer Definition von KI.

Künstliche Intelligenz, auch artifizielle Intelligenz (AI, engl.: artificial intelligence) genannt, ist ein Teilgebiet der Informatik, das sich mit der Automatisierung von intelligentem Verhalten und Maschinenlernen befasst. Hinsichtlich der bereits existierenden und der als Potenziale sich abzeichnenden Anwendungsbereiche gehört künstliche Intelligenz zu den wegweisenden Antriebskräften der Digitalen Revolution.

Doch keine Sorge: Wir müssen uns sicher keine Gedanken darüber machen, dass die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten in die Gewalt von überlegenen Robotern fällt. Diese Fantasien überlassen wir besser begabten Schriftstellern und Filmproduzenten.

Wo liegen die Einsatzgebiete für KI?

Zunächst einmal ist klarzustellen, dass KI mehr ist als ein Roboter, der freundlich Guten Morgen sagt und den Kaffee serviert. KI muss im Denken der Beschäftigten und Unternehmen erst einmal ankommen, speziell in Europa. Denn nur 25 Prozent der europäischen Unternehmen sehen KI als strategisch wichtig an, und nur 11 Prozent verfügen über eine KI-Strategie. Gleichzeitig werden die potenziellen Vorteile der KI aber allmählich erkannt. Die Beteiligung von Führungskräften an der KI-Planung ist hoch, dennoch passierte bis jetzt aber wenig. Unternehmen laufen also Gefahr, strategische Vorteile zu verpassen. Das stellte der japanische Technologiekonzern Fujitsu in einer Studie heraus.

Speziell in der Produktionsbranche spielt KI eine größere Rolle. Termingerechte Produktion und Lieferung sind für einen reibungslosen Ablauf enorm wichtig. Die Vorhersagen basieren hier auf der Analyse und dem Einsatz von Algorithmen aus den Laufzeitdaten einer Maschine. Auch die Anpassungsfähigkeit von Fertigungsprozessen an neue Produkte zu erhöhen und die Effizienz der Produktion durch die Automatisierung der KI-gestützten Fertigung zu steigern, ist ein breites Einsatzgebiet für KI. Produzierende Unternehmen möchten keine Ausfallzeiten durch renditereduzierende lange Reparaturstillstände. Dabei hilft die KI durch vorausschauende Instandhaltung. Sie führt also insgesamt zu einem reibungsloseren Betrieb, einer größeren Flexibilität der Produktion und einer höheren Effizienz durch Automatisierung.

Auch um Kunden in Vertrieb und Marketing besser zu verstehen, kann KI helfen, ebenso beim Erkennen und bei der Prävention von Betrug im Finanz- und Rechnungswesen, bei der Automatisierung von Supply-Chain-Planung (Lieferketten) und der Erfüllung im Supply-Chain-Management, bei der Verbesserung der Cyber-Sicherheit in der IT und der vorausschauenden Wartung in den Produktionsabteilungen.

Natürlich gibt es auch noch andere Einsatzgebiete für die KI, z. B. in der Pflege (Pflegeroboter), Finanzwirtschaft (siehe Beitrag Robo-Advisor) etc. Aber die höchste Rendite bringt sie im Bereich der Produktionsprozesse.

Probleme beim Einsatz von KI

Das Hauptproblem der KI ist ihre mangelnde Akzeptanz durch die Menschen und speziell durch die Arbeitnehmer, die durch den Einsatz von KI zum Teil freigesetzt werden. Das zwingt den Arbeitnehmer zu immer neuen Umstellungen im Arbeitsprozess und damit auch zu laufenden Qualifizierungen. Denn es werden sehr viele Jobs wegfallen und neue anspruchsvolle, heute zum Teil noch gar nicht existente Jobs entstehen.

Auch Unternehmer und Führungskräfte müssen sich erst damit anfreunden, dass sie die Kontrolle von Prozessen zukünftig abgeben und auf die KI verlagern werden müssen. Damit verbundene Umstrukturierungen treffen sie genauso hart.

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