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Edelmetall-Investments im Portfolio: „Anleger sollten ihren Goldanteil antizyklisch erhöhen“

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
11.10.2018, 11:06  |  750   |   |   
Bis zu ein Fünftel ihres Vermögens sollten Investoren jetzt in Produkte für die Anlageklasse Edelmetalle stecken, rät Rolf Ehlhardt. "Das ist angesichts der Krisenherde durchaus angemessen", so der Mannheimer Vermögensverwalter. Für den Goldpreis könne sich nun "der perfekte Sturm zusammenbrauen".Gold ist bei den Anlegern out. Große Fondsgesellschaften wie zum Beispiel Ethenea und Vanguard haben ihr Gold verkauft. Insgesamt ist der Goldanteil bei den Vermögen auf unter 1 Prozent gesunken. Auf Deutsch: Keiner hat´s. Es gibt dafür drei Hauptbegründungen. Erstens: Gold zahlt keine Zinsen. Dieses Argument habe ich schon wiederholt als unsinnig bezeichnet. Die beiden anderen Begründungen sind: Es hat eine negative Performance und es ist trotz der bekannten Krisen gefallen und nicht gestiegen.
Alle Aussagen beweisen: die haben Gold nicht verstanden. Gold kaufen heißt immer, die bestehenden Krisenherde ernst zu nehmen. Philipp Vorndran hat ein passendes Beispiel. Ein Truthahn findet seit Geburt einen vollen Trog vor. Er glaubt, es geht immer so weiter. Er ist sich des Thangsgiving-Risikos nicht bewusst.
Kaufkraftverlust der nächsten Jahre
Dass Gold keine Zinsen zahlt, ist ein 5.000 Jahre alter Hut. Ist auch derzeit nicht so tragisch, weil es für Sparkonten oder Festgelder auch keine Zinsen gibt. Aber selbst die 0,5 Prozent – etwa 0,35 Prozent nach Steuern – für zehnjährige Bundesanleihen garantieren dem Anleger nur den Kaufkraftverlust der nächsten zehn Jahre. Berechnungen besagen, dass der Kaufwert am Ende der Laufzeit bei ungefähr 75 Prozent liegen wird. Vorausgesetzt die Inflation steigt nicht weiter. Aber diese Gefahr ist groß.
Versicherung gegen Kapitalmarktkrisen

Rolf Ehlhardt, I.C.M. Independent Capital Management

Gold-Engagements wie eine Aktie mit Performance-Kriterien zu entscheiden, ist der falsche Ansatz. Gold ist eine Versicherung gegen Kapitalmarktkrisen, verbunden mit der Hoffnung, dass man sie nicht benötigt. Wer eine Feuerversicherung für sein Haus abgeschlossen hat, sagt nach einem Monat auch nicht: "Das Geld habe ich umsonst ausgegeben, die Hütte ist immer noch nicht abgebrannt". Der ehrliche Bürger hofft, sie nie zu brauchen. 
Gold ist auch noch nie gestiegen, weil es einen Krisenherd gibt, sondern erst dann, wenn die Krise ausgebrochen ist. Derzeit herrscht aber die Meinung, die Notenbanken werden es schon richten. Außerdem läuft die Wirtschaft bestens. Und so gewöhnt sich der Anleger an stabile Börsen. Er tut so, als könnte sich 1986, 1998, 2000 oder 2008 nie wiederholen. Dabei sollte man damit rechnen, dass aufgrund der hohen Geldvolumen und des irrsinnig hohen Derivatemarktes die Schwankungen wesentlich höher sein werden. 
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US-Handelskrieg ohne Einfluss
Viele argumentieren, dass selbst der Wirtschaftskrieg, den die USA gerade führt, keine Kurs-Stimulanz für das Gold war. Warum auch? Selbst wenn die Zölle sich weiter erhöhen sollten, rechnen Analysten, dass höchstens Waren im Wert von 700 Milliarden US-Dollar betroffen sein werden. Das ist 1 Prozent des Welthandels. Mit anderen Worten: Es gibt schlimmeres.

"Der perfekte Sturm" für Goldpreis
Auch wenn es eigentlich völlig gleich ist, zu welchem Kurs der Anleger Gold gekauft hat, kann das Timing derzeit ideal sein. Es könnte sich sogar "der perfekte Sturm" zusammenbrauen. Wie oben erwähnt, hat kaum jemand einen nennenswerten Goldanteil. Andererseits sind wir in der Nachfrage stärksten Zeit (Saisonalität) von September bis Februar. Trotzdem herrscht am Markt die negativste Stimmung seit über 20 Jahren. Daher gibt es auch die höchsten Short-Positionen aller Zeiten, die von der Commerzbank als "beispiellos" kommentiert wird.
Der Markt selbst ist "enger" geworden. Seit 2009 fließt physisches Gold verstärkt nach Asien. Allein im August lieferte die Schweiz 125 Tonnen nach Südostasien. Etliche Vorstände der führenden Goldproduzenten sprechen vom Produktions-Peak. Das heißt, dass zukünftig die Produktion eher rückläufig sein wird. Es ist aber eins damit klar: Bei steigender Nachfrage kann nicht mit höherer Produktion gegengehalten werden.
Die Angebot-Nachfrage-Situation ist aktuell relativ ausgeglichen, auch wenn derzeit die – an der Börse bereits erfolgten – Verkäufe der Fonds und der türkischen Banken den Markt belastet haben. Neuauflagen von Fonds oder Zertifikate auf Gold bewegen sich nahe Null. Trendfolger sind eher bei den FAANG-Aktien unterwegs. Das Potential an nicht investierten Anleger ist bei einem Trendwechsel riesig. Geduld wird sich auszahlen.
Höchste Verschuldung aller Zeiten
Fundamental haben wir weltweit die höchste Verschuldung aller Zeiten. Zur Erinnerung: Gold hat keine Schulden! Die Kredithöhen sind in den Emerging Markets und in den USA besonders prägnant. Bei den Schwellenländern kommen etliche Währungskrisen erschwerend dazu. Alle konsumieren auf Teufel komm raus und leisten sich so Dinge, die man erst in der Zukunft anschaffen wollte.
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