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Die Bären ignorieren die 7 wichtigen Wachstumstreiber von Snap

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
11.10.2018, 15:30  |  892   |   |   

Die Aktien von Snap (WKN:A2DLMS) knickten kürzlich auf ein Allzeittief ein, nachdem mehrere Wall-Street-Unternehmen ihre Kursziele für den Snapchat-Macher gesenkt hatten. Evercore und Citigroup, die Kursziele von 9 bzw. 8 US-Dollar hatten, reduzierten beide ihre Kursziele auf 7 US-Dollar, während BTIG das Kursziel im vergangenen Monat auf 5 US-Dollar senkte.

Diese schlechten Nachrichten – zusammen mit der Verlangsamung des Nutzerwachstums, der Kündigungswelle bei den Führungskräften und dem fehlenden Wettbewerbsvorteil gegen Facebooks (WKN:A1JWVX) Instagram – ließ die Aktie wie ein fallendes Messer aussehen. Ich war in der Vergangenheit bärisch gegenüber Snap, aber ich denke, dass die Bären sieben Kernstärken des Unternehmens einfach übersehen.

1. Immer noch beliebt bei Teenagern

Trotz der schlechten Reaktion auf das Redesign der App und der Kritik von hochkarätigen Persönlichkeiten wie Rihanna und Kylie Jenner bleibt Snapchat die führende Social-Networking-App für Teenager in den USA.

In Piper Jaffrays halbjährlicher „Taking Stock With Teens“-Umfrage für das Frühjahr 2018, wählten 45 % der US-Teenager Snapchat als ihre bevorzugte Social-Networking-Plattform – im Vergleich zu 26 %, die sich für Instagram, 9 %, die sich für Twitter (WKN:A1W6XZ) und 8 %, die sich für Facebook entschieden. Eine weitere Umfrage von Pew Research, die in diesem Frühling durchgeführt wurde, ergab, dass 69 % aller US-Teenager Snapchat benutzten, während eine andere Umfrage von VidMob ergab, dass über die Hälfte der amerikanischen Generation Z ihre Nutzung von Snapchat im vergangenen Jahr erhöht haben.

2. Facebooks Kontrolle über Instagram

Viele Teenager bevorzugten Instagram gegenüber Facebook, weil Instagram als Zufluchtsort vor älteren Nutzern wie ihren Eltern galt. Vielen Teenagern war wahrscheinlich auch nicht bewusst, dass Facebook Instagram 2012 übernommen hat.

Facebook hat jedoch kürzlich die Kontrolle über Instagram verstärkt, indem das Unternehmen seine Benachrichtigungen und App-Verknüpfungen schrittweise in die Foto-Sharing-App integriert hat. Diese Schritte, die Berichten zufolge die Gründer von Instagram Kevin Systrom und Mike Krieger dazu veranlasst haben sollen, das Unternehmen zu verlassen, könnten die Teenager vergraulen und sie in Richtung Snapchat treiben.

3. Datenschutzverletzungen, gefälschte Nachrichten und Datenschutzbedenken

Die letzte Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten bei Facebook, die bis zu 50 Millionen Nutzerprofile und auch Instagram betraf, könnte Snapchat auch zu einer attraktiveren Plattform machen als Instagram. Snapchat ist auch nicht in die Debatte um gefälschte Nachrichten verwickelt, die Facebook und Twitter plagen.

Evan Spiegel, CEO von Snap, behauptet, dass Snapchat einen besseren Datenschutz hat als Facebook und dass die Plattform nicht dazu gedacht ist, gefälschte Nachrichten zu verbreiten. Ob Snapchat diesen Ruf aufrechterhalten kann oder nicht, bleibt abzuwarten, aber die Social Media-Nutzer und Werbetreibenden könnten die Plattform als eine attraktive Alternative zu Facebook oder Twitter sehen.

4. Wachstum des durchschnittlichen Umsatzes pro Nutzer

Im letzten Quartal gerieten viele Investoren in Panik, als die Anzahl der täglich aktiven Nutzer (DAUs) von Snap nach und nach um 2 % auf 188 Millionen sank, was den ersten Rückgang der DAUs überhaupt darstellt.

Dieser Rückgang war enttäuschend, aber viele Investoren ignorierten die Tatsache, dass Snaps durchschnittlicher Umsatz pro Nutzer (ARPU) um 16 % auf 1,40 US-Dollar stieg, da die programmgesteuerte (automatisierte) Anzeigenplattform des Unternehmens eine höhere Anzahl von Anzeigen zu niedrigeren Preisen ausgab. Daher kann Snap das verlangsamte DAU-Wachstum immer noch durch ein höheres ARPU-Wachstum ausgleichen.

5. Partnerschaft mit Amazon

Snap hat sich kürzlich auch mit Amazon (WKN:906866) zusammengeschlossen, um den Nutzern die Möglichkeit zu geben, Produkte über die Kamera von Snapchat zu kaufen. Die Nutzer können ein Foto von einem physischen Produkt oder Barcode machen, dann zieht Amazon das Produkt (oder ähnliche Produkte) auf eine Karte. Die Nutzer, die auf ein Produkt tippen, werden zur App oder Website von Amazon weitergeleitet, um ihren Kauf abzuschließen.

Es ist unklar, ob Amazon während der Testphase eine Provision für die Empfehlungen über Snap zahlt. Wenn jedoch die Testperiode Früchte trägt, könnte dieses Feature Snaps ARPU deutlich steigern und an das massive Ökosystem von Amazon anknüpfen.

6. Die interne Roadmap in die Gewinnzone

Eine der größten Schwächen von Snap ist der Mangel an Gewinnen. Der Nicht-GAAP-Nettoverlust des Unternehmens verringerte sich im letzten Quartal im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig und ging von 195,5 Mio. US-Dollar auf 176,6 Mio. US-Dollar. Das Unternehmen hat auch nie öffentlich einen Plan zur Schaffung von Gewinnen veröffentlicht, obwohl die bullischeren Analysten glauben, dass Snap bis 2021 einen Jahresgewinn erzielen könnte.

Spiegel hat jedoch kürzlich in einem Mitarbeiter-Memo (erhalten durch Cheddar) erklärt, dass Snap eine „Zielvorgabe“ habe, um im vierten Quartal dieses Jahres aus den roten Zahlen zu kommen und 2019 eine „Rendite über das gesamte Jahr“ zu erreichen.

7. Übernahmemöglichkeiten

Die Aktie von Snap ist mit einem KUV von 9 nicht gerade billig. Wenn es Snap jedoch gelingt, das DAU-Wachstum zu stabilisieren, den ARPU weiter auszubauen, mehr Partner wie Amazon zu gewinnen und die Verluste zu begrenzen, könnte das Unternehmen zu einem lukrativen Übernahmeziel werden.

Potenzielle Interessenten sind Amazon, das im wachsenden „Social Shopping“-Markt Fuß fassen würde, Facebook, das wiederholt versucht hat (und nicht geschafft hat), Amazon im E-Commerce herauszufordern, und Alphabets Google, das Social Media immer noch nicht auf die Reihe bekommt.

Fazit

Ich werde bei Snap noch nicht bullisch, aber ich denke, der Markt ist bei dieser Aktie zu bärisch. Teenager werden Snapchat in absehbarer Zeit nicht aufgeben, und das Unternehmen hat immer noch mehrere Möglichkeiten, das Geschäft zu verbessern.

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