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Vorstandswoche Favorit auf Kurs! Wachstum im Jahr 2019 & Keine Gewinnwarnung?

Gastautor: Volker Glaser
12.10.2018, 00:39  |  757   |   |   

Uli Dopfer, Finanzvorstand von ADVA, zeigt sich im Gespräch mit der Vorstandswoche zuversichtlich, im nächsten Jahr weiter zu wachsen. “Unser Marktumfeld ist unverändert positiv und die für uns konjunkturellen Signale deuten darauf hin, dass wir 2019 organisch wachsen.” Dunkle Wolken am Horizont sieht der CFO für das eigene Unternehmen aktuell nicht. Auch der Handelskonflikt durch den US-Präsidenten hat momentan keine negative Auswirkung auf ADVA.

Der Engpass bei passiven Bauelementen aus Q2 hat sich zwar noch nicht ganz entspannt, aber doch merklich verbessert. Ein wenig Sorge hat Dopfer allerdings bezüglich des Marktes in UK. Sollte der Brexit in England zu einer Rezession führen, könnte sich dies indirekt auf ADVA auswirken. Dort hat nämlich British Telecommunications (BT) ihren Sitz. BT ist ein wichtiger Kunde von ADVA. Aktuell ist von einer Abschwächung des Geschäfts mit BT noch nichts zu spüren.

Im Gegensatz zu potenziellen Risiken hat ADVA zudem reichlich Chancen, eventuelle Risiken gut zu kompensieren. “Unsere Branche ist in erheblicher Bewegung. Wir sind sehr gespannt, wie sich die Übernahme von Coriant durch Infinera im Geschäft auswirkt”, sagt Dopfer. Laut US-Berichten wird Infinera mit CenturyLink einen ihrer größten Kunden vermutlich verlieren. CenturyLink und Level 3 feierten im Jahr 2017 ihren Zusammenschluss. Level 3 ist nach unseren Informationen Kunde von ADVA. Exakt dieser ADVA-Kunde sorgte 2017 wegen der Transaktion mit CenturyLink für eine vorübergehend schwächere Nachfrage nach Netzwerkequipment bei ADVA. 2018 scheint dieser Kunde wieder voll zurück zu sein. Gut möglich, dass ein Teil des Geschäfts von Infinera und CenturyLink bei ADVA landet, wobei CenturyLink sicherlich auch auf Produkte von Ciena zurückgreifen könnte. “Die nächsten Monate werden wegen der Übernahme von Coriant durchaus interessant. Im Rahmen der Zwei-Lieferanten-Strategie wird sich der eine oder andere Kunde sicherlich nach einem zweiten Lieferanten umsehen”, sagt Dopfer.

Ein weiterer Treiber ist ADVAs neue Generation des TeraFlex CloudConnect. “Wir sind damit im Q4 startklar und erhoffen ab dem 1. Quartal 2019 positive Impulse auf unser Geschäft”, sagt Dopfer. Mit der neuen Generation könnten die Münchner auch wieder umfangreich mit einem großen US-Unternehmen im ICP-Segment ins Geschäft kommen. “Sofern wir dabei Erfolg haben, können wir 2019 signifikant wachsen. Ohne die Rückkehr des bekannten Kunden werden wir ebenfalls wachsen; aber eben nicht ganz so dynamisch.” Zudem rechnet ADVA ab 2019 mit ersten Umsätzen aus der eigenen Ensemble-Software. Verizon und Colt setzen diese Lösung schon ein. Hat Ensemble bei diesen Kunden den Durchbruch erreicht, könnte sich die Software zum Selbstläufer entwickeln. “Wir befinden uns bei Ensemble in zahlreichen Vertragsverhandlungen. Interessanterweise kommen die Kunden nicht nur aus der Telko-Industrie. Wir haben offensichtlich auch bei anderen großen Unternehmen das Interesse geweckt.” Gut möglich, dass ein internationaler Großkonzern ebenfalls auf diese Software setzen wird. 2019 könnte ADVA mit Ensemble bereits zwischen 5 und 10 Mio. Euro umsetzen. “10 Mio. Euro ist natürlich ambitioniert. 5 Mio. Euro Umsatz mit Ensemble sollten wir allerdings gut erreichen”, ergänzt Dopfer.

Erreicht hat der Finanzchef auch die Ablösung des Brückendarlehens in Höhe von 55 Mio. Euro in ein langfristiges Darlehen im Zusammenhang mit der Übernahme von MRV. “Das Thema ist gelöst, und wir konnten uns zu günstigen Konditionen für die nächsten 5 Jahre in Bezug auf dieses Darlehen refinanzieren”. MRV entwickelt sich übrigens unter dem Dach von ADVA sehr positiv. “Wir haben keinen einzigen bedeutenden Kunden verloren. Einige MRV-Kunden nutzen bereits Produkte von ADVA. Die ersten Cross-Selling Effekte sind bereits eingetreten”, so Dopfer. Weitere Übernahmen sind aktuell eher nicht wahrscheinlich. Mit Ausnahme: Es findet sich eine günstige Option. Unsinnig sind Gerüchte, dass ADVA das israelische Unternehmen ECI Telecom kaufen will. Hier wollte offenbar jemand den geplanten Börsengang in London von ECI befeuern. ECI will angeblich mehr als 200 Mio. Dollar einsammeln, um unter anderem Schulden zu tilgen. Dopfer wollte sich zu ECI nicht konkret äußern. “Wir können nicht jeden Blog-Eintrag kommentieren. Wir wünschen ECI bei ihrem IPO aber viel Erfolg.”

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