DAX+0,08 % EUR/USD+0,12 % Gold+0,10 % Öl (Brent)-1,34 %

Interview physible: "Investments in Windkraftanlagen sind definitiv attraktiv"

12.10.2018, 08:47  |  2202   |   |   

physible, eine Tochter von KGAL, platziert in diesen Tagen am Markt eine Anleihe mit einem Volumen von bis zu 30 Millionen Euro. Das Papier soll in der Folge im m:access gelistet werden. Die Anleihe hat eine jährliche Verzinsung von 3,0 Prozent, sie läuft bis 2023. 

Gegenüber unserer Redaktion erklärt Gert Waltenbauer, der Chef von KGAL und physible, wie das frische Geld aus der Anleihe investiert werden soll. Schwerpunkte legt Waltenbauer auf die Bereiche Flugzeuge, Erneuerbare Energien und Immobilien. Waltenbauer macht zugleich deutlich, dass die aktuelle Anleihe der Auftakt für eine Reihe von Nachfolgeprodukten sein könnte.

Physible dürfte den meisten Investoren nichts sagen. Können sie das Unternehmen in drei Sätzen kurz vorstellen?

Waltenbauer: Die physible GmbH ist eine Onlineplattform. Sie bietet Privatanlegern die Möglichkeit, ihr Geld in Sachwerte wie Immobilien, Erneuerbare Energien und Flugzeuge zu investieren. Wichtig ist uns dabei, dass die Zeichnung der Anleihe einfach und digital möglich ist.

Nun will physible eine Anleihe über bis zu 30 Millionen Euro begeben. Was wollen sie mit diesem Geld machen?

Waltenbauer: Investitionsmöglichkeiten gibt es in jeder Assetklasse, die wir in der KGAL abdecken. Das sind Erneuerbare Energien, Flugzeuge und Immobilien. Bei letzteren könnten wir eine Vor- oder Teilfinanzierung von Immobilien übernehmen. Im Luftfahrtmarkt investieren wir im Wege des Flugzeugleasings mit „GOAL“, unserem Joint-Venture mit der Lufthansa, in gängige Flugzeugtypen mit guten Airlines. Bei Infrastrukturmaßnahmen wie Wind-, Wasser- oder Solarkraftanlagen wären wir bereit, in der Projektphase zu investieren oder Zwischenfinanzierungen zu stellen. 

Etwas überspitzt formuliert ist physible also das Investitionsvehikel der KGAL für Privatinvestoren?

Waltenbauer: Ja, das kann man durchaus so sagen. 

Sie sagen, dass die Anleihe nur ein erster Schritt sei, weitere Produkte für Privatanleger würden zeitnah folgen. In welche Richtung gehen die Gedanken? Weitere Anleihen oder gar neue Fonds?

Waltenbauer: Zunächst konzentrieren wir uns auf die Anleihe. Wir haben sie aber bewusst mit dem Zusatz „I“ versehen, weil wir von Nachfolgeprodukten ausgehen. Welche das sein werden, ist noch offen, wir sind nicht auf Anleihen als Produkt beschränkt. 

KGAL garantiert die Anleihe. Investoren können sich also entspannt zurücklehnen, weil ihr Geld sicher ist?

Waltenbauer: Mir ist ein informierter, interessierter Anleger immer lieber, als ein passiver Anleger. Wenn die Frage also ist, ob die KGAL ein zuverlässiger, solider Partner ist, sprechen die Zahlen für sich: Die KGAL-Gruppe hat eine Eigenkapitalquote von mehr als 60 Prozent. Wir können unsere Kosten zu 100 Prozent aus wiederkehrenden Einnahmen decken. Ich nenne das finanzstark. 

Ihr Anleihe hat das Rating BBB und somit einen Investment Grade. Wie bedeutsam ist das für ihren Vertrieb?

Waltenbauer: Der Investment Grade unterstützt uns im Vertrieb, weil sich der Privatanleger daran orientieren kann. Er weiß, dass eine unabhängige Ratingagentur unsere Gruppe analysiert und für sehr solide befunden hat. 

Der Vertriebskanal von physible ist vor allem der Online-Bereich. Wird es dabei bleiben oder werden sie die Vertriebsmöglichkeiten ausbauen?

Waltenbauer: Schon heute können Privatanleger die Anleihe auch über die Börse München zeichnen. physible wird sich unabhängig davon auf den Onlinekanal konzentrieren. Das ist die Basis des Geschäftsmodells. 

Sie verwalten mit der KGAL Assets von rund 23 Milliarden Euro. Da sind die 30 Millionen Euro aus der Anleihe doch noch nicht mal ein Tropfen auf den heißen Stein, oder?

Waltenbauer: Das sehe ich anders. 30 Millionen Euro sind ein stattlicher Betrag, der es uns ermöglicht, die Nachfrage zu testen und gleichzeitig relevante Investments zu tätigen. 

Seit 2003 sind sie mit der KGAL im Bereich Wind aktiv. Ist diese Sparte derzeit noch attraktiv?

Waltenbauer: Investments in Windkraftanlagen – on- und offshore – sind definitiv attraktiv. Sie tragen zur Diversifikation bei und bieten langfristig attraktive Renditen. Es kommt jedoch darauf an, den Standort und das Tarifmodell zu wählen. Aus unserer Sicht sind Deutschland, Frankreich und Skandinavien interessant. Zudem bieten osteuropäische Länder wie beispielsweise Polen neue Möglichkeiten. 

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel