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Sicherheitsmängel bei N26: Die Bankenaufsicht hat Prüfung eingeleitet

Gastautor: w:o Gastbeitrag
12.10.2018, 08:58  |  1099   |   |   

Der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) liegen Hinweise vor, dass Kunden mit gefälschten Ausweisen bei der deutschen Digitalbank N26 Konten eröffnet haben. Das erklärte die Behörde gegenüber der WirtschaftsWoche. Sie sei gerade dabei, die Vorgänge aufzuklären und habe „die notwendigen aufsichtlichen Maßnahmen getroffen“, heißt es in einer Stellungnahme.

Vorangegangen war ein Test, den die WirtschaftsWoche begleitet hat. Dabei gelang es mehreren Personen mit Ausweisen, die sofort als Fälschung zu erkennen waren, Konten bei N26 zu eröffnen. Dies war möglich, weil N26 in vielen Ländern die Personalausweise ihrer Kunden nur per Foto-Ident-Verfahren auf Echtheit überprüft. Dabei muss der Nutzer nur ein Foto von seinem Ausweis und sich selbst per App an die Bank schicken. Wichtige Sicherheitsmerkmale, die auf einem Ausweis hinterlegt sind, k önnen bei dieser Methode jedoch nicht kontrolliert werden. Dieses Verfahren zur Ausweiskontrolle entspricht nicht „den Anforderungen des Geldwäschegesetzes“, erklärt die Bafin. Es sei „kein sicheres Verfahren zur Identitätsfeststellung“.

In Deutschland wird das Foto-Ident-Verfahren von den Banken deshalb auch nicht genutzt, wie die WirtschaftsWoche in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Hierzulande müssen die Personalausweise potenzieller Kunden vor der Kontoeröffnung am Post- oder Bankschalter überprüft oder im Rahmen eines Videochats vorgezeigt werden. N26 hält sich in Deutschland an die Standards, nutzt das als sehr viel günstiger Fotoident-Verfahren allerdings im Ausland. So bietet die Bank den Ausweis-Check per Foto etwa potenziellen Kunden in Portugal an, obwohl das Verfahren den Ansprüchen der dortigen Aufsicht ebenfalls nicht genügt. Die Behörden in Portugal konnten allerdings nicht gegen die Bank vorgehen, weil das Institut der de utschen Aufsicht unterliegt. Die Bank selbst hält den Ausweischeck per Foto nicht für problematisch: „Kein Verifikationsverfahren garantiert 100 prozentige Sicherheit“, erklärt das Institut gegenüber der WirtschaftsWoche. Selbstverständlich seien auch beim Identitätscheck per Foto „verschiedene Sicherungsmaßnahmen und Kontrollmechanismen implementiert.“

Die Kontrolle der Identität von Kontoinhabern ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Prävention von Geldwäsche. Für Kriminelle ist es ein gängiges Mittel Bankverbindungen unter falschem Namen zu eröffnen um damit Geld aus Straftaten zu verschieben oder auch zu waschen. Nach einem Bericht des Bundes Deutscher Kriminalbeamter werden über solche „Geisterkonten“ geschleuste Gewinne aus Straftaten nachweislich auch „zur Terrorismusfinanzierung genutzt oder fließen in die Kassen organisierter krimineller Banden“.

Quelle: WirtschaftsWoche, 12.10.2018.



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