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Dialog Semiconductor-Aktie explodiert ‒ geht da vielleicht noch viel mehr?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.10.2018, 11:22  |  425   |   |   

Heppa! Mitten im Crashklima schießt eine Aktie um ein Viertel nach oben: Dialog Semiconductor (WKN:927200). Da mag sich der eine oder andere Anleger verwundert die Augen reiben. Eine gute Nachricht öffnet endlich den Blick nach vorne und lässt erkennen, dass vorschnelles Verkaufen jetzt nicht angebracht ist.

Der Deal mit Apple

Die Diskussionen um Dialogs Verhältnis zu Apple (WKN:865985) nahmen über die letzten Quartale kein Ende und lasteten schwer auf dem Kurs. Manch einer befürchtete, dass der Chiphersteller innerhalb kürzester Zeit ohne Umsatz mit seinem Hauptkunden dastehen würde, weil der ja allmächtig sei und mal auf die Schnelle eine überlegene eigene Lösung aus dem Hut zaubern könnte.

Nun zeigt sich, dass auch Apple nur mit Wasser kocht. Die über Jahre immer wieder verfeinerte und vielfach patentierte Technologie von Dialog wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle in deren handlichen Mobilgeräten spielen. Allerdings wollen die Kalifornier diese nun unter eigenem Dach haben und selbst weiterentwickeln. Deshalb wird eine Forschungs-und-Entwicklungsmannschaft mit 300 hoch qualifizierten Leuten von Dialog übernommen, darunter auch deutsche Standorte (Nabern und Neuaubing).

Immerhin 300 Mio. US-Dollar fließen nun an Dialog für die Übertragung von Mitarbeitern und die Gewährung von Lizenzen. Hinzu kommen weitere 300 Mio. als Vorauszahlung für Produktlieferungen über die kommenden drei Jahre. Das ist eine Menge Geld für ein Unternehmen mit rund 1,5 Mrd. US-Dollar Umsatz. Damit verbunden sind Neuaufträge, verteilt auf weite Teile des Leistungsspektrums von Dialog, die langfristige und wachsende Umsatzströme versprechen, wenn auch zunächst vielleicht nicht mehr im Umfang früherer Jahre.

Mehr Vielfalt tut Dialog Semiconductor gut

Wichtig dabei ist, dass Dialog sich trotz des Know-how-Abgangs weiterhin in der Lage sieht, andere Kunden mit Power-Management-Chips zu beliefern. Offenbar wird man immer noch kompetente Leute im Vertriebsteam haben, die die bestehenden Chip-Designs verticken können.

Allerdings soll sich der Schwerpunkt nun beschleunigt in Richtung der schnell wachsenden Mixed-Signal-Chips verschieben, wo Dialog technologisch sehr stark positioniert ist. Der Umsatzanteil neuer Absatzmärkte wie Automotive und Internet der Dinge soll erheblich gesteigert werden, sodass sich das ewige Thema der Abhängigkeit nicht nur vom Hauptkunden, sondern auch vom Smartphone-Geschäft insgesamt endlich erledigt haben wird.

Seit dem Anfang 2016 gescheiterten Atmel-Deal, der bereits damals als Befreiungsschlag dienen sollte (ebenso wie die im August 2018 abgesagte Fusion mit Synaptics (WKN:529873)), hat Dialog verstärkt in eine Reihe neuer Geschäftsfeldern investiert. Was seither gesät wurde, steht nun vor der großen Ernte, von besonders effizienten Sensoren über drahtlose Ladetechnik bis hin zu spannenden Entwicklungen im Bereich Audio. Das wirkt sehr aussichtsreich auf mich.

Am Geld wird es nicht scheitern

Die schuldenfreie Dialog kann nun mit einer prall gefüllten Kasse voll durchstarten. Zum Ende des zweiten Quartals lagen die Barbestände bei mehr als einer halben Milliarde US-Dollar. Zwischenzeitlich ist sicherlich noch eine schöne Summe hinzugekommen aus dem exzellent laufenden Betrieb und nun fließen noch die Apple-Millionen. Schon allein das Barvermögen übertrifft damit die Marktkapitalisierung zum Zeitpunkt des Tiefststandes der Aktie von Ende Juni, was zeigt, wie übertrieben die Unterbewertung war.

Wir dürfen ja nicht vergessen: Obwohl Dialog in der Berichterstattung häufig wie ein Krisenunternehmen behandelt wurde, hat es bisher ein klasse Geschäftsjahr hingelegt. Nun sollen über ein Rückkaufprogramm bis zu 10 % der Aktien eingezogen werden, wofür zum jetzigen Kurs etwa 160 Mio. Euro (185 Mio. US-Dollar) aufgewendet werden müssen. Das Geld scheint gut investiert, zumal wenn man bedenkt, dass der Weg nach vorne nun völlig frei ist. Weitere Mittel können in das Hochfahren der Wachstumssegmente gesteckt werden. Ein kleinerer hoch innovativer Zukauf zum fairen Preis im Stil von Silego würde dazu gut passen.

Mein Fazit: Die Gelegenheit, seine Aktienposition glattzustellen, scheint günstig – aber der Schein könnte trügen. Wer sich von Dialog herauskaufen lässt, macht aus meiner Sicht einen Fehler. Diese lange Zeit ausgebremste Wachstumsstory zündet jetzt die nächste Raketenstufe.

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