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Chinas Export wächst erneut stark - Rohstoffnachfrage hoch

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Nachrichtenquelle: Shareribs
12.10.2018, 11:29  |  536   |   
Peking 12.10.2018 - Die chinesische Regierung hat die jüngsten Außenhandelsdaten vorgelegt. Der Export wuchs deutlich stärker als erwartet, vor allem die Lieferung in die USA nahmen wieder zu, was Washington neues Futter für Kritik liefert.

Chinas Export wuchs im September um 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nachdem im August nur ein Wachstum um 9,8 Prozent verzeichnet wurde, überraschte der starke Anstieg. Ökonomen wiesen aber darauf hin, dass dies im Zusammenhang mit dem US-Handelsstreit stehe und die Marktteilnehmer Lieferungen vorziehen würden, um die Last der Zölle zu reduzieren.

Die Importe wuchsen derweil um 14,3 Prozent und damit weniger stark als erwartet und auch weniger stark als im Vormonat. Der Import von Rohstoffen lag derweil erneut auf einem hohen Niveau.

Der Handelsbilanzüberschuss Chinas wuchs auf 31,69 Mrd. USD, erwartet wurde ein Rückgang auf 19,4 Mrd. USD. Allein mit den USA stieg der Überschuss auf 34,13 Mrd. USD und damit auf ein neues Rekordniveau. Auf Sicht des Jahres lag der Überschuss mit den USA damit bei 225,79 Mrd. USD, ein Plus von gut 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eigene Berechnungen mitteilte.

Während die starken Exporte kurzfristig positiv aufgenommen werden dürften, ist davon auszugehen, dass es in den kommenden Monaten stärkere Rückgänge geben wird. Erst im September haben die USA neue Importzölle auf chinesische Güter erhoben, deren voller Effekt noch nicht am Markt angekommen ist. Ein Analyst von Capital Economics sagte zudem laut Reuters, dass die Stützungsmaßnahmen Pekings erst Mitte des nächsten Jahres ihre Wirkung entfalten würden, weshalb auch die Importe zurückgehen dürften.

Wenig positiv sind auch die jüngsten Aussagen von US-Präsident Trump, der in einem Interview mit Fox News sagte, dass die bisherigen Maßnahmen die Wirtschaft Chinas bereits stark beeinträchtigt hätten und es gebe „noch viel mehr“ was er tun könne, um die dortige Konjunktur zu schwächen.

Rohstoffimporte bleiben auf hohem Niveau

Weiterhin hoch fielen die chinesischen Importe von Rohstoffen aus. Daten des chinesischen Zolls zufolge lagen die Rohölimporte bei 37,12 Mio. Tonnen bzw. 9,05 Mio. Barrel pro Tag. Auf Sicht der ersten neun Monate des Jahres sind die Importe damit um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Derweil sind die Importe von US-Rohöl deutlich zurückgegangen. Ein Analyst von Bimco, der größten Vereinigung von Reedereien, sagte gegenüber CNBC, dass im August keinerlei US-Rohöl durch China importiert wurde. Bis August dieses Jahres hätten chinesische Importe 22 Prozent der Gesamtexporte der USA betragen. US-Rohöl wird durch China bislang nicht mit Vergeltungszöllen belegt.

Der Import von Eisenerz betrug im September 93,47 Mio. Tonnen, was deutlich unter dem Vorjahresniveau von mehr als 100 Mio. Tonnen lag. Verglichen mit August sei ein Anstieg verzeichnet worden, was als Vorbereitung auf eine saisonal bedingt höhere Nachfrage gilt, während man gleichzeitig durch die Regierung verordnete Produktionskürzungen erwartet. Diese dürften in diesem Jahr aber nicht so hoch ausfallen, da Peking die Hoheit über die Umsetzung solcher Kürzungen auf die Lokalregierungen übertragen hat.

Chinas Kupferimporte stieg gegenüber August um knapp ein Viertel auf 521.000 Tonnen und lag damit so hoch wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Daten von Reuters zeigten, dass die Importe im ersten Dreivierteljahr um 16,1 Prozent auf 3,99 Mio. Tonnen gestiegen seien.  Der Import von Kupferkonzentrat stieg auf ein Rekordhoch. Zurückgeführt wird diese Entwicklung auf die Einschränkung des Imports von Kupferschrott, so dass Unternehmen sich andere Bezugsquellen suchen müssen.

Die Sojaimporte beliefen sich auf 8,01 Mio. Tonnen, rund 1,1 Mio. Tonnen weniger als im Vormonat. Gleichzeitig lagen die Importe deutlich über den Erwartungen von rund sieben Millionen Tonnen. Verzögerungen beim Export in Brasilien haben dazu beigetragen, dass frühere Orders erst im September bearbeitet wurden.



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