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Zwei große Nachteile von ETF auf Aktienindizes, die jetzt deutlich werden

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.10.2018, 09:09  |  948   |   |   

Anleger, die das Risiko oder den Aufwand des Investments in Einzelaktien scheuen und aktiven Fonds misstrauen, wählen häufig passiv gemanagte ETF-Papiere. Die seien breit gestreut und günstig. Auch wenn das nicht ganz falsch ist, werden in der aktuellen Marktsituation doch zwei handfeste Nachteile deutlich – und das hat nicht nur mit der Aktie von Wirecard (WKN:747206) zu tun.

Nachteil Nr. 1: Die Gewichtung

Wer in Standard-Indices wie DAX, TecDAX, EuroStoxx 50 oder Nasdaq 100 investiert, egal ob als Einmalanlage oder Fondssparplan, der bekommt zwar auf einen Schlag ein breites Portfolio ins Depot gebucht, aber es gibt dabei ein kleines Problem: Unternehmen, deren Marktkapitalisierung groß ist oder die in letzter Zeit stark zugelegt haben, werden erheblich übergewichtet. Kleinere Werte spielen hingegen praktisch keine Rolle.

Während Spitzenreiter SAP (WKN:716460) im DAX über 10 % ausmacht, sind es bei der meines Erachtens aktuell extrem günstig bewerteten Lufthansa (WKN:823212) gerade mal mickrige 0,8 %. Dort könnte sich der Kurs verdoppeln und du würdest davon kaum etwas bemerken als ETF-Sparer. Anderes Beispiel: Das Wohl und Wehe des US-Technologieindexes Nasdaq 100 hängt fast zur Hälfte von gerade mal sechs gehypten Internetgiganten ab. Da erscheint es mir weniger riskant, sich aus der Liste an aussichtsreichen Titeln selbst eine Handvoll herauszusuchen.

Nachteil Nr. 2: Das Umschichtungsrisiko

Mit großem Tamtam hat Wirecard vor wenigen Tagen den DAX erobert. Im Zuge der allgemeinen Euphorie wurde die Aktie zuvor noch einmal auf luftige Höhen getrieben, sodass sie zum Stichtag mit über 180 Euro notierte. Das bestimmte das Gewicht, mit dem Wirecard seither in die Kalkulation des DAX eingeht. Mit 2 % ist es zwar immer noch moderat, aber doch mehr als bei elf anderen Komponenten des Indexes.

Die Wirecard-Aktie ist nun schon mehrfach mit zweistelligen Prozentsätzen hoch- und runtergesprungen. Geht es wie am 10.10. gleich 14 % in den Keller, dann macht das beim DAX immerhin ein Minus in Höhe von 0,3 % aus. Absteiger Commerzbank (WKN:CBK100) hat sich hingegen stabil gehalten, sodass Anleger mit der Umschichtung zunächst schlecht bedient sind.

Genau hinschauen

Wer in börsengehandelte Indexfonds investiert, sollte sich immer klarmachen, in was genau er dabei investiert. Gewichtungs- und Umschichtungseffekte sind dabei besonders im Auge zu behalten. Wenn dir das, was den jeweiligen Index am stärksten treibt, gefällt, ist natürlich alles okay, aber es zu ignorieren, könnte wertvolle Rendite kosten.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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