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Börse Es bleibt ruppig – aber es gibt Grund für Optimismus!

Gastautor: Thomas Hellener
15.10.2018, 07:20  |  4410   |   |   

Man hatte es erwartet und befürchtet, als aber das große Börsenbeben jetzt über die Märkte hereinbrach, waren die meisten Marktteilnehmer dann doch überrascht. Aber der toxische Mix aus dem Handelsstreit zwischen den USA und China, schwachen Schwellenländerwährungen, die Sorge um Italiens Etat und steigende Zinsen waren dann doch zu viel. Es kam zu einem wahren Ausverkauf rund um den Globus. Erst erwischte es Europa und den DAX, dann die asiatischen Märkte und schließlich auch die Wallstreet. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen waren nach guten Jobzahlen gestiegen, schließlich liegt die Arbeitslosenquote auf dem niedrigsten Stand seit 1969. Ähnlich sah es bei den Renditen von Bundesanleihen aus. Typische Signale für ein „Risk-off“.

Frank Fischer, Manager unseres global investierenden Mischfonds PRIMA – Globale Werte, glaubt nicht, dass der Ausverkaufsspuk schon bald vorbei sein wird. Bei der jüngsten Online-Konferenz (https://youtu.be/mqYOuj35rgc) erläuterte er, dass der momentane Abverkauf an den Börsen die Märkte wohl noch Monate beschäftigen wird. Er machte dies am Beispiel des S&P 500 deutlich. Hier finde die Korrektur erst dann ihren Boden, wenn die Privatanleger weniger Aktien und mehr Cash im Portfolio halten würden. Derzeit liege der Aktienanteil aber mit 70 Prozent noch zu hoch. Erst bei einem Aktienanteil von unter 50 Prozent sei die Bodenbildung erreicht. Die Unterschreitung könne vielleicht im Laufe von 2019 erreicht werden, wenn die US-Notenbank nicht von der Zins-Bremse gehe. Sei dies aber nicht der Fall – und danach sieht es derzeit aus - drohe die nächste Korrekturwelle. Eine Anpassung des Aktienanteils am Markt gehe halt nicht über Nacht.

Italien und die Probleme rund um den Brexit lassen sich lösen

Fischer sieht aber auch Licht am Ende des Tunnels. So geht er davon aus, dass sich der Handelskrieg zwischen den USA und China in absehbarer Zeit politisch aus der Welt schaffen oder zumindest entschärfen lässt. Was bleibt ist der Budgetstreit in Italien und das nicht gelöste Problem rund um den Brexit. Diese Themen könnten, gerade wenn man sich sowieso schon in einem Korrekturmodus befindet, die Angst noch weiter schüren. Doch auch hier ist Fischer vorsichtig optimistisch. Anders als es die Öffentlichkeit wahrnehme, hätten die Italiener kein besonders großes Drohpotenzial gegenüber Europa. Denn ca. 80 Prozent der italienischen Schulden liegen im Inland bei italienischen Banken, Versicherungen und italienischen Altersvorsorge-Einrichtungen. Für Fischer ist hier ein Kompromiss in absehbarer Zeit möglich. Das gleiche gelte für den Brexit. Kein Land, weder Großbritannien noch die Mitgliedsländer der EU, hätten ein Interesse daran, in einen ausufernden Konflikt einzusteigen. Auch da werde es eine politische Lösung geben.

China könnte für die positive Überraschung sorgen

Überraschend positiv ist der Fondsmanager unseres PRIMA – Globale Werte für China gestimmt.  Bei der jüngsten Sentix-Befragung der Marktteilnehmer zur Aktienmarktentwicklung in den nächsten sechs Monaten, der sogenannten Wertwahrnehmung, äußerten sich viele deutlich optimistisch. Der daraus errechnete Wert löste sich deutlich von vorherigen Tiefständen. Das deute darauf hin, dass von China die nächste Aufwärtsbewegung komme. Der chinesische Aktienmarkt arbeite sich erstmal analog zu den anderen Märkten ab, wobei chinesische Aktien den schlimmsten Einbruch schon hinter sich hätten. Bei Einzeltiteln gab es bereits Korrekturen von 30 bis 50 Prozent. Mit der momentanen Zins- und Liquiditäts-Politik, demonstriere Peking aber, dass es im Handelskrieg mit den USA dagegenhält und – zumindest im Inland – nicht von Schwäche betroffen ist. China wolle sich einfach keine schwache Wirtschaft leisten. „Zinsen runter, Liquidität rauf“ heiße dort die Devise. Dort könnte es gegen Ende des Jahres sogar noch zu einer Jahresendrallye kommen.

Portfolio ist eher vorsichtig ausgerichtet

Doch Fischer agiert beim PRIMA – Globale Werte derzeit eher vorsichtig. Die Aktienquote wurde gesenkt, beziehungsweise mit Hilfe von Derivaten abgesichert. Trotzdem gehören Aktien von Unternehmen wie Berkshire Hathaway, Croda, Verisign oder die chinesischen Werte Tencent und Alibaba zu den Kerninvestments des Fonds. Hinzu kommen deutsche Werte wie die Software AG, Freenet oder auch Washtec. Hier sehen wir uns gut aufgestellt, auch wenn die Märkte weiterhin ruppig und ungemütlich bleiben sollten.


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