DAX+1,80 % EUR/USD+0,20 % Gold+0,45 % Öl (Brent)+2,64 %

Interview DEAG: "Die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft sind gut"

15.10.2018, 08:23  |  2641   |   

Mit Hilfe einer Anleihe will DEAG, die Deutsche Entertainment, bis zu 25 Millionen Euro an frischem Kapital ins Unternehmen holen. Die Verzinsung des Papiers steht noch nicht endgültig fest, die Zinsspanne liegt zwischen 5,25 Prozent und 6,0 Prozent. Klar ist hingegen, dass die Anleihe eine Laufzeit von fünf Jahren haben wird. 

Ralph Quellmalz, der Finanzvorstand von DEAG, spricht mit unserer Redaktion über die Hintergründe der Anleihe. Er setzt trotz Brexit weiter stark auf Großbritannien, hat aber auch andere Wachstumsjoker im Ärmel. Die Prognose für 2018 und Zeitreisen in europäischen Metropolen sind weitere Themen im Gespräch mit CFO Quellmalz.

DEAG kennen viele Investoren vor allem als Konzertveranstalter. Welche Künstler haben sie derzeit unter Vertrag?

Quellmalz: In diesem Jahr gehörten zu den absoluten Highlights mit Sicherheit die sehr erfolgreiche Open-Air-Saison mit sehr populären Künstlern wie beispielsweise Ed Sheeran, Iron Maiden oder Andreas Gabalier und Events mit Till Brönner, Joja Wendt, Diana Krall oder Rolando Villazón. Zudem haben wir die exklusive Zusammenarbeit mit den Klassik-Stars Anna Netrebko und Yusif Eyvazov bis 2022 verlängert. 

DEAG ist heute aber nicht nur erfolgreicher Konzertveranstalter. Vielmehr haben wir uns in den vergangenen Jahren zu einem diversifizierten Live-Entertainment-Dienstleister mit fünf Geschäftsfeldern weiterentwickelt. Neben den Events in unseren Kerngeschäftsfeldern Rock/Pop und Classics + Jazz bieten wir heute in den Geschäftsfeldern Arts+Exhibitions und Family-Entertainment auch Veranstaltungen wie die sehr erfolgreichen Weihnachtsformate „Christmas Garden“ mit schätzungsweise rund 350.000 Besuchern in diesem Jahr oder „Disney on Ice“ mit über 150.000 verkauften Tickets in 2017 an. Unseren erstklassigen Content vermarkten wir seit 2014 zusätzlich in unserem fünften Geschäftsfeld Ticketing über die DEAG-eigene Plattform MyTicket. 

Zwar sind sie eigentlich eine Unterhaltungsgesellschaft, werden aber nun auch zum Immobilienunternehmen. Rund um die Frankfurter Jahrhunderthalle werden sie Grundstücke vermarkten. Der Buchwert dieser Grundstücke liegt bei 5,3 Millionen Euro. Das ist ein zu niedriger Ansatz, oder?

Quellmalz: Wie sich die Grundstückspreise in deutschen Innenstädten in den letzten Jahren entwickelt haben, ist allgemein bekannt. Bisher hatten störfallrechtliche Bedenken im Hinblick auf die Nachbarschaft zum Industriepark Hoechst konkrete Planverfahren blockiert. Anfang des Jahres haben die Stadt Frankfurt sowie die Industrieparkbetreiber jedoch endlich eine Einigung getroffen. Daher stufen wir die Schaffung von Baurecht mittelfristig als realistisch ein. Und ja, im Falle einer positiven und erfolgreichen Entwicklung der Grundstücke könnte durchaus auch ein zusätzlicher Gewinn über den Buchwert von 5,3 Millionen Euro hinaus generiert werden.

Auf dem Equity Forum im September sprachen sie davon, dass der Umsatz 2018 um mindestens 20 Prozent zulegen soll, beim EBIT soll es ein Plus von mindestens 40 Prozent geben. Bleibt es bei dieser Prognose?

Quellmalz: Wir sehen uns nach dem ersten Halbjahr 2018 voll auf Kurs. Der Umsatz des DEAG-Konzerns ist im ersten Halbjahr 2018 um rund 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 118,0 Millionen Euro gestiegen. Das EBIT stieg von 2,2 Millionen Euro auf 8,1 Millionen Euro. Wir erwarten, dass wir den Wachstumskurs auch im zweiten Halbjahr weiter fortsetzten können. Mit der gut gefüllten Pipeline an Veranstaltungen mit bereits über zwei Millionen fest verkauften Tickets verfügt die DEAG über eine solide Basis für die weitere operative Entwicklung im Geschäftsjahr 2018. Insbesondere die Bereiche Family-Entertainment und Arts+Exhibitions, letztere vor allem im vierten Quartal, sollten die erwartet starke Rolle spielen. Insbesondere die Christmas-Garden-Formate werden aufgrund der positiven Resonanz bei den Besuchern in Deutschland von einer im vergangenen Jahr auf drei Veranstaltungen in 2018 ausgeweitet.

Mittels dieser Anleihe wollen sie sich frisches Geld besorgen. Warum eine Anleihe und kein Bankkredit?

Quellmalz: Mit dem Kapitalmarkt haben wir bislang sehr gute Erfahrungen gemacht. Die geplante Anleihe mit einem Gesamtvolumen bis zu 25 Millionen Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren sichert uns eine langfristige Finanzierung zur Umsetzung unserer Unternehmensstrategie mit klarem Fokus auf profitables Wachstum. Gleichzeitig können wir mit der Anleiheplatzierung unsere Finanzierungsstruktur zusätzlich diversifizieren. Wir sind überzeugt davon, dass zum jetzigen Zeitpunkt eine Anleihe die passende Finanzierungsform für die DEAG ist. 

Seite 1 von 5


Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel

Diskussionen zu den Werten

ZeitTitel
24.10.18