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Kartellamt untersucht Champions-League-Ausstrahlung von Sky und DAZN

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Nachrichtenagentur: dpa-AFX
16.10.2018, 16:37  |  396   |   |   

(neu: Stellungnahme DAZN)

BONN (dpa-AFX) - Die Ausstrahlung von Spielen der Fußball-Champions-League hat Deutschlands oberste Wettbewerbshüter auf den Plan gerufen. Man habe ein Verwaltungsverfahren eingeleitet, um die Kooperation des Pay-TV-Senders Sky und des Streamingdienstes DAZN zu untersuchen, teilte das Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn mit.

Live-Übertragungen von Spielen der Königsklasse sind in Deutschland im Zeitraum 2018 bis 2021 nur noch bei den beiden Bezahl-Anbietern zu sehen, zuvor waren zumindest einige Partien im ZDF zu sehen. Sky hatte sich 2017 in einer Ausschreibung der UEFA durchgesetzt, danach aber einen Teil des Pakets an den Streaming-Dienst DAZN abgegeben. "Wir untersuchen, wann und in welcher Form die Kooperation der beiden Unternehmen beschlossen wurde und ob die Zusammenarbeit den Wettbewerb im Interesse der Verbraucher gefördert oder beschränkt hat", sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Das Verfahren dürfte mehrere Monate dauern. Dabei werden nicht nur Sky und DAZN, sondern auch Wettbewerber befragt, also vermutlich auch das ZDF.

In Verwaltungsverfahren geht es nicht um Bußgelder. Ein Ergebnis der kartellrechtlichen Prüfung könnte sein, dass die Firmen ihr bisheriges Vorgehen ändern müssen. Auch eine Einstellung des Verfahrens ist möglich. Sky und DAZN teilten auf Anfrage separat voneinander mit, dass sie mit dem Kartellamt kooperierten. Weitere Angaben wollten sie nicht machen.

Entscheidend an dem Verfahren ist die Frage, wann genau die Kooperation zwischen den Unternehmen beschlossen wurde. Wäre diese schon vor der Ausschreibung besiegelt worden, wäre das möglicherweise kartellrechtswidrig und der Kooperationsvertrag der Firmen nichtig.

DAZN ist ein britischer Streamingdienst der Firma Perform, die zur Investmentholding Access Industries gehört - mit dem Geld dieses finanzstarken Konzerns konnte der Einstieg in die Champions League gestemmt werden. Im Portfolio von Access Industries sind auch Firmen wie Warner Music und der Musikstreamingdienst Deezer. DAZN spricht man in etwa "Desohn" aus. Es ist die umgangssprachliche Kurzform von "Being in the zone". Diesen Ausdruck nutzt man im Englischen zum Beispiel, wenn Sportler fokussiert sind und einen Lauf haben. Sky Deutschland wiederum ist Teil der britischen Sky-Gruppe, die mehrheitlich dem US-Kabelkonzern Comcast gehört./wdw/DP/jha

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