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DAX Candlesticks DAX – Verkaufssignal oder Bärenfalle?

17.10.2018, 07:42  |  1577   |   |   

Der DAX mit einem Verkaufssignal! Brexit, die US-Strafzölle als auch die italienischen Haushaltspläne sorgten jüngst für zunehmende Sorgenfalten bei den Investoren. Mit dem jüngsten Kursrutsch wären Kursziele deutlich unter 11.000 Punkten entsprechend der Trend- und Formationsanalyse abzuleiten! So stellt sich derzeit das Bild des deutschen Leitindex für einen Chartanalysten negativ dar.

Doch der Reihe nach: Der DAX kletterte seit einem Tief im Februar 2016 bei 8.699 Punkten bis auf ein Hoch bei 13.596 Punkten im Januar 2018 und bildete hierbei einen langfristigen Aufwärtstrendkanal aus. Die seit dem Sommer 2017 festzustellende überkaufte Chartsituation baute sich sodann im Frühjahr 2018 mit deutlichen Kursrückschlägen ab. Indikatoren, die zuvor eine Übertreibung anzeigten, gingen auf ein Normalmaß zurück. Die teils kräftigen Kursrücksetzer in Verbindung mit der vorherigen überkauften Chartsituation führten jedoch in Verbindung mit einer teils unklaren politischen Situation in Europa und den USA zu einer Verunsicherung der Marktteilnehmer, die sich wiederum in einem Sägezahnmarkt in 2018 widerspiegelte. Die Pendelbewegung, die Phase der Unsicherheit im DAX in 2018 kann zudem durch ein symmetrisches Dreieck visualisiert werden – mit Hochpunkten im Januar und Juni 2018 sowie Tiefpunkten im März und September 2018. Somit liegt im DAX eine aussagekräftige langfristige Phase der Unsicherheit vor.

Ausbruch nach unten

Das eigentliche Problem ist nun aus Sicht der Chartanalyse der Ausbruch aus diesem Dreieck nach unten. Denn Unsicherheit wiederum kann, muss aber kein Vorläufer für eine Trendwende, einen Stimmungsumschwung darstellen. Mit Ausbruch nach unten hat sich der Markt jedoch entschieden und generierte ein übergeordnetes Verkaufssignal in der vergangenen Handelswoche. Die Formationsanalyse geht nun davon aus, dass die vorherige Schwankungsbreite des Dreiecks (rund 1.600 Punkte) an das Ausbruchsniveau zur Kurszielbestimmung abgetragen werden kann. Demzufolge wäre ein Kursziel bis ca. 10.300 Punkten abzuleiten. Dieses Kursziel stellt das Worst-Case-Szenario dar. Das eigentliche Verkaufssignal hingegen wurde noch unterstrichen aufgrund des Bruchs einer klassischen Unterstützungszone bei rund 12.100 Punkten in Verbindung mit einem Ausbruch aus einem kleineren, innerhalb des übergeordneten symmetrischen Dreiecks befindlichen rechtwinklig fallenden Dreieck. Auch hieraus lassen sich Kursziele ableiten. Einerseits stellt die an das Ausbruchsniveau abgetragene Schwankungsbreite dieses Dreiecks ein Kursziel mit Potenzial bis 11.100 Punkten dar und andererseits sind mit neuen Tiefs die oberen Begrenzungen der beiden Dreiecke als Abwärtstrendlinien definierbar. Somit können auch Abwärtstrendkanäle konstruiert werden, dessen Annahme einer vorab definierten Schwankungsbreite der Abwärtsbewegung jeweils die unteren Begrenzungen der Trendkanäle als Kursziele offeriert. Somit ergeben sich etwas hoffnungsvollere Szenarien für die Bullen. Denn mit Bruch der 12.100 und Ausbruch aus dem kleineren Dreieck nach unten ist lediglich ein Kursziel von ca. 11.300 Punkten abzuleiten – zudem ist die untere Begrenzung des seit Juni 2018 gültigen Abwärtstrendkanals (ausgehend von der oberen Begrenzung des kleineren Dreiecks) so gut wie erreicht.

Abwärtspotenzial bis 10.300

Das weitere Abwärtspotential im DAX hielte sich somit in Grenzen, zumal der indikative Wert des nachbörslich berechneten DAX am 11. Oktober schon einen Wert bei 11.395 Punkten erzielte. Sollte diese Marke hingegen unterschritten werden, so wird das Kursziel von 11.300 Punkten aktiviert mit dem Risiko, auch die nachrangigen Kursziele bei 11.100 Punkten zu erreichen. Diese Kursziele können abgeleitet werden aus dem Abwärtstrendkanal, der seit Januar 2018 besteht in Verbindung mit einer Kursziellinie, die nach Ausbruch aus dem seit 2016 bestandenen Aufwärtstrendkanal generiert wird. Diese rein grafische und nicht nominale Kursziellinie erhält der Chartanalyst, indem die Schwankungsbreite eines Trendkanals nach unten gespiegelt wird. Festzuhalten ist also, dass der DAX aufgrund der jüngsten Verkaufssignale (Ausbruch aus zwei Dreiecken, Bruch der 12.100) negativ zu bewerten ist und noch mit Abwärtspotenzial in Richtung 11.300, 11.100 sowie im Worst-Case-Szenario bis 10.300 Punkten zu rechnen ist.

Die gegenwärtige Stabilisierung im DAX stimmt hingegen die Bullen versöhnlich. Der DAX setzte zum Ende der vergangenen Woche die Abwärtsbewegung nicht mehr dynamisch fort und bildete gar am Montag dieser Woche eine positive weiße Tageskerze aus. Somit bestünde noch die Chance einer Gegenbewegung, eines Pullbacks an die zuvor gebrochenen Unterstützungsbereiche bei 11.900 bis 12.100 Punkten. Solange der DAX jedoch vor allem die relevante Marke von 12.100 Punkten nicht zurückerobert, muss der Markt aus charttechnischer Sicht als angeschlagen gelten mit dem Risiko weiterer Verluste. Erst eine Rückeroberung der 12.100 würde den jüngsten Kursrutsch als Bärenfalle definieren verbunden mit der Chance kräftiger Kursgewinne. Zudem dürften die Bäume in der nun begonnenen Berichtssaison und vor den US-Wahlen am 06. November nicht in den Himmel wachsen.

Anmerkung: Obiger Text ein Artikel aus der heutigen Ausgabe der Börsen Zeitung, Chart mit Stand Dienstag 10.00 Uhr.

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Kommentare

Für mich ist dieser Beitrag eher "verwirrend" als hilfreich. Aber es gibt bestimmt andere Ansichten, wo es weniger ums Kohle verdienen geht, sondern mehr um Informationen was im Dax alles passieren könnte......;)

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