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Marktkommentar: Stephen Lingard (Franklin Templeton): Eine kanadische Sicht auf das neue USMCA
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Marktkommentar Stephen Lingard (Franklin Templeton): Eine kanadische Sicht auf das neue USMCA

Nachrichtenquelle: Asset Standard
17.10.2018, 12:05  |  420   |   |   

Eine Einschätzung zum trilateralen Handelsvertrag zwischen Kanada, Mexiko und den USA.

Nach mehr als einem Jahr intensiver Gespräche einigten sich Kanada, Mexiko und die USA auf einen Ersatz für das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA). Stephen Lingard von Franklin Templeton Multi-Asset Solutions gibt seine Einschätzung zu dem neuen trilateralen Handelsvertrag und erläutert, warum kanadische Unternehmen profitieren könnten.

Am 30. September 2018 erzielten Kanada und Mexiko mit den USA in letzter Minute eine Einigung über einen Ersatz für das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) von 1994.

Aus unserer Sicht entkräftet das neue USA-Mexiko-Kanada-Abkommen (USMCA) die schlimmsten Befürchtungen vor einem Zusammenbruch der Handelsbeziehungen zwischen den drei Ländern und der möglichen Unterbrechung der regionalen Lieferketten. Wie in einem vorherigen Artikel erwähnt, barg der langwierige Prozess der Neuverhandlung insbesondere für den nordamerikanischen Automarkt Risiken.

Die folgende Übersicht zeigt wichtige Unterschiede zwischen NAFTA und USMCA.



Aus unserer Sicht ist das neue nordamerikanische Handelsabkommen für Kanada und Mexiko weder besonders gut noch besonders schlecht. Aber wir sehen es positiv, dass einige Unsicherheiten dadurch bereinigt werden. Dieses neue Abkommen fördert Investitionen und beseitigt Hemmnisse für künftiges Wachstum.

Der Weg zu dieser Einigung war jedoch gesäumt von Drohungen, Zöllen und Sanktionen, die in der Regel nicht zu einem normalen Verhandlungsverlauf gehören.

Wo war die Zusammenarbeit innerhalb der bestehenden Institutionen? Die nachhaltige Beschädigung des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts schafft ein schwieriges Umfeld. Nach unserer Auffassung wird dies in Kanada und Mexiko die Sorge, von einem einzigen Handelspartner so abhängig zu sein, verstärken. Und dies könnte diese Länder dazu bringen, allmählich nach weiter entfernten Handelsmöglichkeiten Ausschau zu halten.

Wer ging als Gewinner hervor? Kanada zog sich anfangs aus den Verhandlungen zurück. Nach der Einigung zwischen Mexiko und den USA kehrte Kanada an den Verhandlungstisch zurück. Aber wäre ein bilaterales Abkommen zwischen den USA und Mexiko überhaupt durch den US-Kongress gekommen? Die tiefe Integration der US-amerikanischen und kanadischen Lieferketten scheint ausgereicht zu haben, um die USA in letzter Minute zu entscheidenden Zugeständnissen zu bewegen.

Oder wollten die USA lediglich den Handelskrieg begrenzen und nur an einer Front (gleichzeitig) kämpfen? Die Aufnahme von Gesprächen mit anderen langjährigen Verbündeten wie Japan und der Europäischen Union legt nahe, dass die USA alle ihre Energie für die größere Schlacht mit China sammeln. Die folgende Grafik zeigt, dass diese Länder und die Europäische Union in den vergangenen zehn Jahren die wichtigsten Handelspartner der USA waren.

Aus unserer Sicht ist der Ausgang der Handelsgespräche für Kanada positiv, denn die dunklen Wolken über der Konjunktur werden weggeweht und es kommt zu kurzfristigen Impulsen für die zyklische Aktivität. Dennoch wird für das Wachstum des kanadischen Bruttoinlandsprodukts für 2019 eine leichte Verlangsamung erwartet.

Für globale Portfolios behalten wir unsere vorsichtige Haltung gegenüber kanadischen Anleihen bei.

Die Unsicherheit um den Handel wurde zuvor bereits von der Bank of Canada angesprochen. Mit dem Ende dieser Unsicherheit erwarten wir weitere Zinsanhebungen ihrerseits.

In Kanada sehen wir gewisse Chancen, da die Finanztitel von steigenden Zinsen profitieren dürften und dem Energiesektor höhere Rohölpreise zugutekommen.

Auch dem kanadischen Dollar könnten diese Trends zugutekommen.






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