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Jeroen Dijsselbloem Italien ist nicht Griechenland - Keine EU-Rettung, dafür Implosionsgefahren

19.10.2018, 11:05  |  3264   |   |   

Eine Krise Italiens wäre eine "Implosion" und hätte schwerwiegende Folgen für das Bankensystem des Landes, sagte Jeroen Dijsselbloem, ehemaliger Chef der Eurogruppe, gegenüber "CNBC" am Freitag.

Jeroen Dijsselbloem, sagte am Freitag, dass wenn Italien in einen Krisenmodus übergehen würde, dann wäre es eine "Implosion", da die Wirtschaft des Landes so organisiert sei. "Wenn die italienische Krise zu einer großen Krise wird, wird sie hauptsächlich in der italienischen Wirtschaft implodieren... im Gegensatz zu einer Verbreitung in Europa", sagte er. Und weiter: "Wegen der Art und Weise, wie die italienische Wirtschaft und die italienischen Banken finanziert werden, wird es eher eine Implosion als eine Explosion sein".

Am Donnerstag richtete die Europäische Kommission ein Schreiben an den italienischen Finanzminister Giovanni Tria (links im Bild). Darin warnte man ihn, dass der Haushaltsentwurf 2019 auf eine "besonders schwerwiegende Nichteinhaltung der in den europäischen Vereinbarungen festgelegten haushaltspolitischen Verpflichtungen" nicht nachkommt.

Das Problem ist nach Ansicht der Kommission nicht so sehr das Gesamtdefizit von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, denn vielmehr sorgt man sich um das strukturelle Defizit. Die neuen Ausgabenziele deuten auf eine strukturelle Verschlechterung um 0,8 Prozent des BIP im Jahr 2019 hin. Im Gegensatz dazu hatte sich Italien im vergangenen April verpflichtet, sein strukturelles Defizit im nächsten Jahr um 0,6 Prozent des BIP zu verbessern.

Einige Analysten haben Bedenken geäußert, dass die Wachstumsprognosen der Regierung zu optimistisch sind und die zusätzlichen Ausgaben den Abbau der Staatsverschuldung beeinträchtigen könnten.

Die italienische Regierung hat nun bis Montag Zeit, um auf das letzte Schreiben der Kommission zu antworten. Wenn die Kommission nach dieser Antwort immer noch der Ansicht ist, dass der Haushalt schwerwiegend nicht eingehalten wird, hat sie zwei Wochen Zeit, um eine Stellungnahme abzugeben und innerhalb von drei Wochen einen neuen Haushaltsentwurf zu beantragen.

Dijsselbloem sagte: "Wenn man sich ansieht, was (italienische Beamte) auf den Tisch gelegt haben, hat die Kommission wirklich keine andere Wahl, als es zurückzuschicken, was übrigens nicht das Ende des Prozesses ist, sondern der Beginn des Prozesses". Am Ende, so Dijsselbloem, werde es keine Rettungsaktion für Italien geben. Darüber hinaus sieht er auch keine Unterstützung in der Eurozone für eine Rettung. Und weiter: "Italien muss sich selbst retten".

Dennoch räumte er ein, dass die gesamte Situation Anlass zur Sorge gebe. "Es ist ziemlich beunruhigend. Es wird eine Konfrontation geben und ich denke, die Kommission hat keine andere Wahl, als diese Konfrontation zu akzeptieren ", sagte er und fügte hinzu, dass die Bankenbehörden prüfen müssen, "was das für die italienischen Banken bedeutet".

Den Vergleich mit Griechenland lehnt Dijsselbloem eher ab, denn es ssei etwas grundlegend anderes: "Es ist sehr unterschiedlich und wir befinden uns in einer anderen Zeit". Und weiter: "Die Griechenlandkrise hatte das große Risiko, dass sie den Rest der Eurozone kontaminieren und große Angst um die Eurozone und das Bankensystem der Eurozone erzeugte". 

Die Rendite der 10-jährigen italienischen Anleihe erreichte am Freitagmorgen wieder ein Niveau, das seit 2014 nicht mehr erreicht wurde.

Quelle:

CNBC

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Kommentare

Ich denke das alles interessiert Italien nicht, denn tatsächlich kann die EU Italien vielleicht rügen, aber echte Konsequenzen braucht Italien nicht zu fürchten, dafür ist Italien als zweit größter Nettozahler in den EU Topf nach Deutschland nicht zu befürchten... man sollte noch erwähnen, dass zwischen Italien und DE ein mega großer Abstand ist.... nun da UK raus geht und FR auch nicht wirklich der TOP Nettozahler ist

Vielleicht wäre es daher jetzt mal an der Zeit auch in Deutschland die Steuern für alle massiv zu reduzieren 👍👍👍

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