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Aktien Europa: China und Italien machen Anleger nervös
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Aktien Europa China und Italien machen Anleger nervös

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
19.10.2018, 11:31  |  337   |   |   

(Redigierreste im ersten Absatz entfernt)

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Nach zwei schwachen Tagen waren die Anleger an Europas Börsen auch am Freitag nervös. Im frühen Handel hatte es der EuroStoxx 50 zunächst schwer eine Richtung zu finden, zuletzt rutschte das Börsenbarometer dann um 0,49 Prozent auf 3195,76 Punkte ab. Miserable Konjunkturdaten aus China drückten auf die Laune der Marktteilnehmer. Hinzu komme der Schuldenkonflikt der EU mit Italien, schrieb Marktbeobachter Neil Wilson von Markets.com.

Auch der Pariser Cac 40 verlor, der französische Leitindex gab um 0,66 Prozent auf 5083,27 Punkte nach. Der Londoner FTSE 100 verbuchte hingegen moderate Gewinne von 0,18 Prozent auf 7 039,94 Zähler.

Wie die neueste chinesische Statistik zeigt, fordert der Handelsstreit mit den USA seinen Tribut: Chinas Wirtschaft wächst so langsam wie seit Anfang 2009 nach Ausbruch der globalen Finanzkrise nicht mehr. Die Zahlen seien zwar keine große Überraschung, da China ohnehin an Tempo verliere, kommentierte Stephen Innes vom Broker Oanda. Doch hinter dem Zollstreit mit den USA versteckten sich etwa mit den schwachen Produktionszahlen weitaus beunruhigendere Hinweise auf den Zustand des Landes.

Unterdessen sorgen sich die Anleger weiter um Italiens Verschuldung. Laut einem Brief von EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici, der am Donnerstag an Rom ging, sieht die EU-Kommission im Haushaltsentwurf der italienischen Regierung schwere Verstöße gegen die Regeln der Euro-Zone. Die Pläne zur Neuverschuldung seien eine "noch nie dagewesene" Abweichung von den Kriterien des Stabilitätspaktes, hieß es. An den Finanzmärkten zogen zuletzt die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen kräftig an.

Auch Aktien italienischer Banken gerieten unter Druck: Papiere der Intesa Sanpaolo etwa gaben am Eurostoxx-50-Ende fast 3 Prozent nach. Auch europaweit gehörten die Geldinstitute mit im Schnitt 1,06 Prozent Kursverlust zu den größten Verlierern.

Am schlechtesten schnitten im Branchenvergleich die Automobilhersteller und -zulieferer ab: Ihr Branchenindex verlor rund zweieinhalb Prozent. Ausschlaggebend für die Verluste waren schlechte Nachrichten vom französischen Reifenhersteller Michelin , der mit sinkenden Umsätzen im weiteren Jahresverlauf rechnet. Zudem reduzierte der Konzern wegen einer schwächeren chinesischen Nachfrage sowie Belastungen durch die Einführung der der WLTP-Abgasteststandards seine Wachstumsprognosen für den Markt.

Michelin-Aktien verloren in Paris mehr als sieben Prozent. Auch der Kurs des Konkurrenten Pirelli konnte sich dem nicht entziehen und gab um fast 3 Prozent nach - das, obwohl Unternehmenschef Marco Tronchetti Provera in einem Interview erklärt hatte, er sehe keinerlei Abkühlung des Marktes im kommenden Jahr.

Aktien des Lkw-Bauers Volvo drehten trotz starker Zahlen für das dritte Quartal nach einem positiven Auftakt ins Minus./tav/mis

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