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Die 5 Schlüssel zum Erfolg für die Marihuana-Aktie Aurora Cannabis

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
21.10.2018, 09:05  |  12875   |   |   

Der große Tag ist endlich gekommen. Der 17. Oktober war der Tag, an dem Freizeit-Marihuana in ganz Kanada legalisiert wurde, was es zum ersten Industrieland der Welt und nur zum zweiten Land hinter Uruguay machte, das dem Cannabis für Erwachsene legalisiert hatte.

Obwohl das ein lang erwarteter Tag für die legale Cannabis-Industrie war, war es vielleicht ein noch größerer Tag für die Investoren in Marihuana-Aktien. Seit Anfang 2016 haben wir gesehen, wie einige Pot-Aktien um mehr als 1.000 % gestiegen sind, und jetzt ist es an der Zeit, dass diese Unternehmen zeigen, was sie drauf haben. Mit anderen Worten, die Zeit der Versprechungen ist vorbei. Die Investoren warten gespannt auf greifbare Umsatz- und Gewinnergebnisse.

Eine solche Marihuana-Aktie, der ich in den letzten Quartalen sehr skeptisch gegenüber stand, ist Aurora Cannabis (WKN:A12GS7). Obwohl Aurora die drittgrößte Pot-Aktie nach Marktkapitalisierung ist – und voraussichtlich wird sie bei der gesamten Jahresproduktion führend sein – hat Aurora viel zu beweisen, wenn das Unternehmen die hohen Bewertungen beibehalten oder erhöhen will. Wenn Aurora Cannabis jedoch diese fünf Schlüssel zum Erfolg meistern kann, könnte das Unternehmen beweisen, dass ich mich irre.

1. Der Kapazitätsausbau ist auf Kurs und im Budget

Aurora Cannabis hat eine ganz bullische Gruppe von Investoren angezogen, die alle vom Spitzenproduktionspotenzial des Unternehmens von 570.000 Kilogramm ausgehen. Allerdings beinhaltet diese Spitzenschätzung nicht die laufende Übernahme von ICC Labs für etwas mehr als 220 Mio. US-Dollar, was Aurora bei voller Kapazität leicht über 600.000 Kilogramm pro Jahr bringen dürfte.

Die Investoren müssen jedoch verstehen, dass Aurora noch weit davon entfernt ist, diese Spitzenkapazität zu erreichen. Der jüngste Quartalsbericht geht davon aus, dass das Unternehmen ab September hochgerechnet rund 45.000 Kilogramm pro Jahr erreichen wird, wobei bis zum Ende des Kalenderjahres eine Prognose von 100.000 Kilogramm  vorliegt. Nach Abschluss des Geschäftsjahres Ende Juni 2019 wird das Unternehmen geschätzte 150.000 Kilogramm jährlich produzieren.

Zwischen dem jetzigen Punkt und bis Ende 2020 werden die Wall Street und die Investoren Aurora genau beobachten, um zu sehen, ob das Unternehmen auf Kurs und im Budget bleibt. Dazu gehören die Nachrüstung von Gewächshäusern in Übersee im Joint Venture mit Alfred Pedersen & Son (Aurora Nordic). Dabei handelt es sich um eine Fläche von 1,2 Mio. Quadratfuß in Medicine Hat, Alberta, bekannt als Aurora Sun, und die laufende Erweiterung von rund 1,1 Mio. Quadratfuß im Besitz von ICC Labs.

2. Eine wachsende internationale Präsenz

Einer der eher übersehenen Aspekte der kanadischen Legalisierung ist, dass der Inlandsmarkt auf lange Sicht nicht annähernd so viel wert ist wie die internationalen Märkte. Laut einem Bericht von Health Canada liegt die jährliche Inlandsnachfrage bei rund 1 Million Kilogramm, wobei eine Handvoll Provinzen eher von einer Nachfrage von ca. 800.000 Kilogramm ausgehen. Die Spitzenproduktion für alle Anbaubetriebe sollte jedoch leicht über 3 Millionen Kilogramm liegen. Dieser Überschuss wird in Länder exportiert, wo medizinisches Marihuana legal ist.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2018 war Aurora Cannabis in 18 Ländern und auf fünf Kontinenten tätig. Wir sprechen jedoch über relativ neue Geschäfte. Was Skeptiker wie ich sehen wollen, ist, dass Aurora die Aufmerksamkeit gezielt auf diese Auslandsmärkte richtet, die wahrscheinlich weit über die Hälfte des Jahresumsatzes ausmachen werden.

Das Projekt Aurora Nordic des Unternehmens wird eine wichtige Rolle bei der Unterstützung dieser Auslandspräsenz spielen, indem es schätzungsweise 120.000 Kilogramm oder mehr medizinisches Cannabis in die skandinavische Region Europas liefert. Aurora sollte sich in den nächsten Quartalen wirklich auf die internationale Expansionsstrategie konzentrieren.

3. Fokus auf die Produktdifferenzierung

Nicht, das man diese Schlüssel zum Erfolg unbedingt in eine Reihenfolge bringen möchte, aber wenn es eine oberste oder zweitwichtigste Priorität für das Unternehmen gibt, dann muss man seine Produkte von Produkten der Konkurrenten abgrenzen. Das liegt daran, dass es in dieser Branche mehr hinter dem Erfolg steckt, als nur so viel Marihuana wie möglich anzubauen.

Aurora mag die Nummer eines beim Wachstumspotenzial sein, aber das Unternehmen hat einen ernsthaften Nachholbedarf im Vergleich zu Canopy Growth, das im Portfolio die wohl bekannteste Cannabis-Marke des Landes (Tweed) hat. Die Vertriebskanäle und das Branding von Canopy machen das Unternehmen zu einem gewaltigen Konkurrenten.

Die Art und Weise, wie sich Aurora differenzieren kann, ist zweifach. Erstens muss das Unternehmen etwas Zeit, Mühe und Kapital in den Aufbau der Marken investieren. Zweitens muss Aurora die Produktlinie weit über das getrocknete Cannabis hinaus erweitern, da die Preise aufgrund des Überangebots schnell fallen könnten. Der Vorstoß von Aurora in Cannabis-Öle und andere alternative Produkte, wie z. B. infundierte Getränke, wird entscheidend sein, um die Margen zu erhöhen und damit mehr Gewinn pro Dollar Umsatz zu machen.

Eine kurze Anmerkung: Mit Ausnahme von Ölen sind alternative Produkte, einschließlich infundierter Getränke, Cannabis-Dampf, Konzentrate und Lebensmittel, noch nicht legal. Es wird erwartet, dass das Parlament diese Konsumoptionen im Jahr 2019 besprechen und erweitern wird.

4. Eine Markenpartnerschaft

Als Nächstes wird Aurora Cannabis sehr wahrscheinlich eine Partnerschaft oder Investition mit einem Markenunternehmen eingehen wollen, um die Position des Unternehmens als Spitzen-Pot-Unternehmen zu bestätigen. Mit einer Jahresproduktion von über 600.000 Kilogramm ist es nur logisch, dass ein Markengetränk-, Tabak- oder Pharmaunternehmen eine Partnerschaft mit Aurora anstreben wird.

Letzten Monat sorgte Coca Cola (WKN:850663) für Aufruhr, als berichtet wurde, dass das Unternehmen mit Aurora Cannabis in Gesprächen wäre (laut BNN Bloomberg). Sowohl Aurora als auch Coca-Cola waren sehr interessiert an mit Cannabidiol (CBD)-infundierten Getränken. CBD ist das nicht-psychotoxische Cannabinoid, das am besten für seine medizinischen Vorteile bekannt ist. Coca-Colas finanzielle Mittel, internationale Präsenz und Markenbildung, kombiniert mit Auroras Produktionspotenzial und dem komplexen Wissen über die Marihuana-Industrie, könnten für eine perfekte Kombination sorgen.

Natürlich hat Coca-Cola vorher Gespräche mit einem anderen Cannabis-Unternehmen geführt, die zu keinem Ergebnis geführt haben, also wäre es unklug, den Tag vor dem Abend zu loben.

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