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Frachtkosten-Explosion Trocknet Ausnahme-Dürre deutsche Wirtschaft aus?

22.10.2018, 10:05  |  7785   |   |   

Die Ausnahme-Dürre in Deutschland führt zu Problemen bei der Binnengüterschifffahrt und lässt die Frachtpreise explodieren. Stellenweise hatten Tankstellen aufgrund von Lieferschwierigkeiten kein Benzin mehr.

Die Dürre hält Deutschland seit Monaten fest im Griff. Nicht nur Bauern und Umwelt leiden, sondern zunehmend auch die Wirtschaft. Wegen niedriger Pegelstände wird der Güterverkehr auf Binnenwasserstraßen immer schwieriger: Weil Schiffe weniger transportieren können, explodieren die Frachtpreise.

Die Preise je beladener Tonne seien viermal so teuer, so Roberto Spranzi von der Deutschen Transport-Genossenschaft Binnenschifffahrt. Am Rhein könnten Frachter nur rund ein Drittel ihrer üblichen Ladung transportieren. Deshalb würden mehr Schiffe eingesetzt. "Alles, was schwimmen kann, fährt momentan", so Spranz gegenüber der "Bild".

Unternehmen leiden zunehmend unter den hohen Transportkosten. Teilweise würden Firmen ihre Lieferungen auf den Straßen- und Schienenverkehr umbuchen. Der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen musste hingegen seine Produktion drosseln. Auch der Schrotthandel beklagt hohe Transportkosten. Die Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen erklärte gegenüber dem Nachrichtensender "ntv", dass sich die Frachtkosten auf Rhein, Main und Neckar auf bis zu 40 Euro pro Tonne vervierfacht hätten.

Der Wasserstand des Rheins fiel auf einen Rekordtiefstwert. Bei Köln betrug er lediglich noch 70 Zentimeter. Eine Besserung sei nicht in Sicht, die Regenmengen seien zu gering. "Die Pegelstände werden sich auf dem derzeitigen Level halten", sagte Jan Böhme, der Hydrologe des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein, am Montag.

Auf einigen Flüssen ist der Schiffsverkehr sogar komplett eingestellt. Auf der Elbe bei Magdeburg fahren schon seit Monaten keine Schiffe mehr. In Brandenburg ist der Güterschiffsverkehr auf Elbe und Oder bereits seit dem Frühsommer eingestellt, so das Wasser- und Schifffahrtsamt.

Die Auswirkungen der Dürre sind teilweise sogar für den Endverbraucher spürbar. Stellenweise sei es zu Lieferengpässen gekommen. Mehrere Tankstellen in Nordrhein-Westfalen hatten aufgrund von Logistikproblemen zeitweise kein Benzin mehr.

Wie die "ARD" berichtet, könntet das Jahr 2018 eines der fünf trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Dies hätten Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ergeben.

Quellen:

ARD

Bild

ntv

 

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