DAX+0,71 % EUR/USD+0,23 % Gold+0,18 % Öl (Brent)+1,99 %

Müll Die Türkei wird mit Plastik überschwemmt

22.10.2018, 12:35  |  2846   |   |   

In den ersten drei Monaten des Jahres 2018 lieferte das Vereinigte Königreich 27.034 Tonnen Kunststoffabfälle in die Türkei. Im gleichen Zeitraum 2017 waren es nur 12.022 Tonnen. Die Importe von Kunststoffabfällen aus dem Vereinigten Königreich nehmen zu, denn Malaysia und Vietnam verhängten in diesem Jahr Einfuhrbeschränkungen.

Im Oktober könnte die Türkei voraussichtlich Polen überholen und nach den derzeitigen Daten der zweitgrößte Empfänger von britischem Kunststoff werden, so "The Guardian". Für britische Unternehmen ist es illegal, Abfälle zur Beseitigung ins Ausland zu exportieren, mit Ausnahme von Recycling oder Verwertung. Jedoch hat die britische Umweltbehörde (EA) bislang nicht die Türkei besucht, um zu prüfen, ob britische Kunststoffverpackungsabfälle tatsächlich recycelt oder wiederverwendet werden. 

Anlass zur Sorge geben die jüngsten Daten, wonach in der Türkei nur ein Prozent der Haushaltsabfälle recycelt und der Rest auf Deponien entsorgt wird. Ferner hat die Zeitschrift Science eine Studie veröffentlicht, wonach die Türkei zu den 20 führenden Ländern der Welt zählt, wenn es um die Misswirtschaft mit Kunststoffabfällen geht.

Laut türkischen Behörden sah es 2016 so aus, dass von den 31 Millionen Tonnen gesammelter Abfälle nur 9,8 Prozent in Recyclingzentren gebracht wurden. Den Rest ließ man auf Deponien lagern.

In der Türkei gibt es 751 lizenzierte Recyclinganlagen und 566 Sammel- und Separationsbetriebe. Yağmur Cengiz, Generaldirektor von Pagcev, sagte, dass weitaus mehr Recycling- und Sammelanlagen benötigt werden. Zudem gibt es in der Türkei Bedenken, dass britische Kunststoffabfälle die eigene Umwelt schädigen könnten. 

Gegen immer weiter steigender Mengen an exportiertem Kunststoff wehrten sich hauptsächlich asiatische Länder. China hatte im vergangenen Jahr die Auflagen zum Import von Abfällen verschärft - etwa die Hälfte des Plastik-Weltexports ging 2016 nach China. Vietnam nahm von Juni bis Mitte Oktober 2018 keine Kunststoffabfälle mehr an. Hintergrund waren durch den Zoll festgestellte Verstöße.

Der internationale Handel mit gebrauchten Kunststoffabfälle sollte auf ein Minimum reduziert werden, denn der Umgang mit dem Müll ist somit fast nicht kontrollierbar. Vielmehr sollten nationale Recycling-Programme überdacht und ggf. optimiert werden. Ansonsten erkaufen wir uns eine Klimabilanz auf Kosten anderer Länder.

Quellen:

The Guardian

KunststoffWeb

EUwid

Spiegel



0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel