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Warum Amazon das neue Apple ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
23.10.2018, 08:00  |  893   |   |   

Als Steve Jobs im Juni 2007 die erste Version des iPhones veröffentlichte, versprach er, dass Apple (WKN:865985) das Telefon „neu erfinden“ werde, indem der Hersteller drei Geräte in einem verband (einen iPod, ein Mobiltelefon und ein „Internet-Kommunikationsgerät“). Seine kühne Prophezeiung hätte nicht wahrer sein können, wenn man sieht, wo Apple heute dank dem iPhone steht.

Der E-Commerce-Riese Amazon (WKN:906866) macht jetzt etwas Ähnliches, und es wäre nicht überraschend, wenn es ihm gelänge, den Erfolg von Apple nachzuahmen. Werfen wir zunächst einen Blick darauf, was sich für Apple im Lauf der Jahre so gut bewährt hat.

Warum Apple das Smartphone-Geschäft dominiert

Die fantastische Popularität der iPhones hat dazu beigetragen, dass Apple im August 2018, etwas mehr als ein Jahrzehnt nach der Ankündigung der ersten Generation des iPhones, zum weltweit ersten Billionen-Dollar-Unternehmen wurde. Kein Wunder — das iPhone hat nicht nur die Wahrnehmung von Smartphones verändert, sondern Apple auch als die Speerspitze des Smartphone-Booms positioniert.

Bereits im Jahr 2007 wurden 122 Millionen Smartphones verkauft. Im vergangenen Jahr war diese Zahl auf mehr als 1,5 Milliarden Einheiten angestiegen. Im Jahr vor der Vorstellung des ersten iPhones lag der Umsatz von Apple bei 21 Milliarden US-Dollar, eine Zahl, die im Lauf der letzten zwölf Monate auf massive 255 Milliarden US-Dollar gestiegen ist.

Das iPhone spielte bei diesem Wachstum eine große Rolle. Im dritten Quartal trug es 56 Prozent zum Umsatz des Unternehmens bei. Darüber hinaus entfielen im letzten Quartal des Kalenderjahres 2017 86 Prozent der Gewinne innerhalb der Smartphone-Industrie auf Apple, trotz der Konkurrenz durch mehr als 600 Android-Smartphone-Hersteller.

Apple hat es also nicht nur geschafft, das Smartphone neu zu erfinden, sondern auch für anhaltenden Erfolg gesorgt, indem es neue Funktionen hinzufügt und mit einer soliden Marketingstrategie sowie aufmerksamkeitsträchtigen Produkteinführungen den Hype am Laufen hält. Das Unternehmen hat ein solides Ökosystem rund um das iPhone mit neuen Produkten und Dienstleistungen wie Smartwatches, Kopfhörern, Musik, Zahlungen und vielem mehr geschaffen.

So hat nur ein einziges Gerät im Lauf der Jahre eine grundlegende Veränderung bei Apple bewirkt. Die intelligente Strategie des Unternehmens, Kunden in die iOS-Umgebung einzubinden und Zusatzdienste anzubieten, hat sich als eine wahre Goldgrube erwiesen.

Amazon hat sich jetzt etwas Ahnliches vorgenommen, indem es eine andere aufstrebende Industrie stört.

Amazon erfindet das Smart Home neu.

Strategy Analytics schätzt, dass der globale Smart-Home-Markt im Jahr 2014 ein Volumen von 48 Milliarden US-Dollar hatte, als es 83 Millionen Haushalte mit Smart Systems gab. Bis 2025 wird die Zahl der Haushalte mit Smart-Home-Systemen voraussichtlich auf 293 Millionen steigen, was die Größe des Gesamtmarktes auf 155 Milliarden US-Dollar erhöht.

Amazon ist auf dem besten Weg, diese Gelegenheit zu nutzen, indem es ein Ökosystem von Smart-Home-Produkten auf der Grundlage der virtuellen Alexa-Assistentin und der Echo-Lautsprecher schafft. Mit dem Start dieser Plattformen Ende 2014 hat Amazon die Chance frühzeitig erkannt.

Seitdem dominiert Amazon den Markt für virtuelle Assistenten und intelligente Lautsprecher dank seines Early-Mover-Vorteils. Die Alexa-Plattform hielt Ende letzten Jahres 62 Prozent des weltweiten Marktanteils an intelligenten Assistenten, wobei der Google Assistant von Alphabet der einzige nennenswerte Wettbewerber war. Ebenso halfen die Echo-Geräte Amazon, am Ende des zweiten Quartals 2018 41 Prozent des globalen Smart-Lautsprechermarktes zu kontrollieren.

Intelligente Lautsprecher sind von zentraler Bedeutung für die Automatisierung eines Hauses: Mit ihnen können die Nutzer Thermostate, Beleuchtungen, Fensterläden und andere Geräte steuern.

Natürlich ist der Marktanteil von Amazon im Laufe der Zeit durch das Aufkommen von Konkurrenzprodukten zurückgegangen. Aber genau wie Apple fügt Amazon neue Produkte und Dienstleistungen hinzu, um sein Smart-Home-Ökosystem zu stärken und so weiterhin Geld mit dieser schnell wachsenden Chance zu verdienen.

Daher hat Amazon kürzlich eine Reihe neuer Produkte auf den Markt gebracht, darunter eine Mikrowelle für 60 US-Dollar. Dieses Gerät soll im November in den Handel kommen und es sieht so aus, als hätten die Verbraucher bereits ihre Zustimmung signalisiert — es ist die meistverkaufte Mikrowelle auf der E-Commerce-Plattform.

Das ist nicht überraschend, da der attraktive Preis die Amazon-Basics-Mikrowelle zu einem leichten Impulskauf macht, besonders wenn man bedenkt, dass man Sprachbefehle verwenden kann, um sie zum Kochen, Aufwärmen und sogar zum Bestellen von Lebensmitteln wie Popcorn zu bringen. Es wird nicht überraschen, wenn Amazon weitere intelligente Geräte auf den Markt bringt, etwa Kühlschränke, die regelmäßig genutzte Lebensmittel bestellen, um mehr Verbraucher in sein Smart-Home-Ökosystem zu locken.

Aber es sind nicht nur die großartigen Geräte, hinter denen Amazon her ist. Der Smart Plug des Unternehmens für 25 US-Dollar zielt darauf ab, die „dummen“ Geräte in einem Haus zu verbessern. Du kannst beispielsweise deine normale Lampe an einen Amazon Smart Plug anschließen und über Sprachbefehle steuern. Einige mögen darauf verweisen, dass es bereits eine Menge Smart-Stecker-Hersteller gibt, aber was Amazon von anderen unterscheidet, ist, dass sein Stecker den komplizierten Einrichtungsprozess eliminiert, gut mit den Echo-Geräten zusammenarbeitet und einen erschwinglichen Weg bietet, dein Zuhause intelligenter zu machen.

Eine große Wette

Die Smart-Home-Industrie ist der nächste große Wachstumstreiber von Amazon. Deshalb wird das Unternehmen alles daran setzen, ein solides Ökosystem aus Geräten und Dienstleistungen aufzubauen, um die Verbraucher an sich zu binden, ähnlich wie es Apple vor über einem Jahrzehnt mit dem iPhone gemacht hat. Amazon dürfte in den kommenden Jahren viel Geld mit Smart Homes verdienen, da es klar darauf zielt, diesen Bereich zu dominieren.

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John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einem Tochterunternehmen von Amazon, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Suzanne Frey, eine Führungskraft bei Alphabet, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool.

The Motley Fool besitzt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Alphabet (C-Aktien), Amazon und Apple. The Motley Fool hat folgende Optionen: Long Januar 2020 $150 Calls auf Apple und Short Januar 2020 $155 Calls auf Apple.

Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfassst und am 16.10.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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