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AKTIE IM FOKUS Bayer fallen auf Tradegate - Enttäuschung im Glyphosat-Prozess

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
23.10.2018, 09:01  |  1098   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die Entscheidung einer US-Richterin, den Schadenersatz im einem US-Glyphosatprozess gegen Monsanto nur zu senken, hat die Bayer -Aktien am Dienstagmorgen belastet. Sie fielen auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schluss um knapp 6 Prozent auf 71,95 Euro.

Die zuständige Richterin Suzanne Ramos Bolanos will zwar die in einem früheren Urteil gegen die neue Bayer-Tochter verhängten millionenschweren Schadenersatzzahlungen stark senken, wies aber einen Antrag auf einen neuen Prozess ab. Bayer will dagegen in Berufung gehen, da das Urteil nach Ansicht der Leverkusener im Widerspruch zu den im Prozess vorgelegten Beweisen steht.

Wenngleich die Richterin statt der im August von einer Geschworenenjury beschlossenen insgesamt 289 Millionen Dollar eine Entschädigung von lediglich 78 Millionen Dollar (68 Mio Euro) für angemessen halte, sei ihre Entscheidung ein Rückschlag für Bayer, sagte ein Händler. Einige Investoren hätten gehofft, dass der Prozess neu aufgerollt werde. Die Richterin wies den Antrag der Bayer-Tochter Monsanto auf einen neuen Prozess jedoch ab.

So hatte sich vor rund zwei Wochen in dem ersten US-Prozess um angebliche Krebsrisiken von Unkrautvernichtern der Tochter Monsanto mit dem Wirkstoff Glyphosat noch eine Kehrtwende angebahnt. Die Richterin hatte vorläufig einem Antrag stattgegeben, den Fall in wesentlichen Teilen neu aufzurollen. In diesem Zusammengang war eine noch deutlichere Reduzierung der Strafe oder gar ein neuer Prozess denkbar.

Für den Analysten Gunther Zechmann von Bernstein Research liegt die neue Summe am oberen Ende seiner Erwartungsspanne, weshalb er dies als leichte Belastung für die Aktie ansah. Schlussfolgerungen für die anstehenden weiteren Prozesse seien aufgrund des Urteils aber nicht möglich.

Angesichts tausender weiterer Klagen gegen Monsanto ist der Fall wegen seiner Signalwirkung immens wichtig. Im August war der Bayer-Kurs nach dem Urteil der Geschworenenjury massiv eingebrochen und hatte erst im September unter 70 Euro einen Boden gefunden. Dieser droht nun brüchig zu werden. An der Börse ist Bayer aktuell rund 17 Milliarden Euro weniger wert als vor dem Urteil./mis/tih/fba

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