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Marktkommentar: Manraj Sekhon und Chetan Sehgal (Franklin Templeton): Nicht alle Schwellenländer sind gleich
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Marktkommentar Manraj Sekhon und Chetan Sehgal (Franklin Templeton): Nicht alle Schwellenländer sind gleich

Nachrichtenquelle: Asset Standard
25.10.2018, 12:05  |  629   |   |   

Ein Überblick zum Schwellenländer-Universum im dritten Quartal 2018.

Handelsspannungen, länderspezifische Probleme und ein stärkerer US-Dollar bescherten den Schwellenländern im dritten Quartal ein schwieriges Umfeld. Manraj Sekhon und Chetan Sehgal blicken über das „Rauschen“ negativer Schlagzeilen hinaus.

15.10.2018 - Manraj Sekhon, CIO von Franklin Templeton Emerging Markets Equity, und Chetan Sehgal, Director of Portfolio Management, beleuchten die Auswirkungen der zunehmenden Entkopplung zwischen der negativen Stimmung am Markt und den positiven Fundamentaldaten von Aktien aus Schwellenländern und geben einen Überblick zum Schwellenländer-Universum im dritten Quartal 2018.

Drei Themen, die uns heute beschäftigen:

Die US-Notenbank erhöhte im September ihren Leitzins um 25 Basispunkte. Das war die dritte Anhebung im Jahr 2018 und entsprach den Markterwartungen. Für Dezember wird allgemein mit noch einer Zinsanhebung durch die US-Notenbank gerechnet, im Jahr 2019 dürften dann drei weitere folgen. Einige Anleger sind zwar besorgt, dass steigende Zinsen in den USA den Schwellenländern schaden könnten, wir haben jedoch festgestellt, dass frühere Straffungszyklen keinen langfristigen Abwärtstrend zur Folge hatten. Genaugenommen haben Aktien aus Schwellenländern, gemessen am MSCI Emerging Markets Index[1], seit der ersten Zinsanhebung im Dezember 2015 insgesamt in US-Dollar um mehr als 40 % zugelegt.[2]

Eine Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China hat in den letzten Monaten zu einem Schlagabtausch mit mehreren Runden wechselseitiger Strafzölle geführt. Die Handelszölle gegen China kommen zu einer schwierigen Zeit, in der die Lohnkostenvorteile des Landes abklingen und es einen Entschuldungsprozess einleitet. Wir sind jedoch der Ansicht, dass angebotsseitige Reformen und die Entschuldung dazu beitragen könnten, strukturelle Risiken zu vermindern. Derweil stützt eine Verlagerung hin zu primären Wachstumstreibern wie Innovation, Technologie und Konsum die Nachhaltigkeit der verbesserten Gewinnlage. Die Unternehmensgewinne waren zuletzt ebenfalls ermutigend, und viele Unternehmen haben nicht nur eine verbesserte operative und finanzielle Leistung gemeldet, sondern auch vorgeschlagen, einen höheren Anteil ihres Ertrags an die Aktionäre auszuschütten.

Aufgrund der Verabschiedung von zwei zentralen Gesetzen, die für die Parlamentswahlen im Jahr 2019 erforderlich waren, und ein solides makroökonomischen Umfelds machten Thailand zu einem der leistungsstärksten Schwellenländer im Laufe des Quartals. Die Wirtschaft wuchs mit einem Plus von 4,6 % gegenüber dem Vorjahr im zweiten Quartal schneller als erwartet worden war, die Inflation blieb trotz des Anstiegs der Ölpreise unter Kontrolle, und die Zinsen bewegen sich auch weiterhin in der Nähe ihrer Rekordtiefs. Ein Leistungsbilanzüberschuss und umfangreiche Devisenreserven boten dem thailändischen Baht Unterstützung. Der thailändische Markt wird zwar zu einem Aufschlag gegenüber anderen Schwellenländern gehandelt, uns gelingt es jedoch auch weiterhin, attraktive Bewertungen zu finden. Wir sind davon überzeugt, dass vor allem die aus unserer Sicht attraktiv bewerteten großen inländischen Banken von der wirtschaftlichen Erholung Thailands profitieren werden. Auch Einzelhandelsunternehmen dürften interessant sein, da sie vom Anstieg des Konsums im Vorfeld der Wahlen profitieren sollten.

Ausblick

In den letzten zehn Jahren hat China die USA überholt und sich für die meisten großen Schwellenländer zu einem wesentlich wichtigeren Exportmarkt entwickelt, vor allem wegen seines boomenden Konsums. Daher ist Wachstum der Handelsmengen inzwischen vor allem der Nachfrage zwischen den Schwellenländern zu verdanken. Wachsender Protektionismus im Westen lenkt das Augenmerk möglicherweise noch weiter auf regionale Abkommen. In der Tat scheint China erpicht, die USA als führender Handelspartner in Asien abzulösen.

In den Schwellenländern allgemein gefallen uns auch weiterhin Themen wie das strukturelle Wachstum im Technologiesektor, steigender Konsum sowie Wirtschaftsreformen. Technologien verändern die Weltwirtschaft. Auch wenn die Schwellenländer zuvor aufgrund ihrer schwachen Infrastruktur benachteiligt waren, ist es vielen dieser Länder dank Digitalisierung und neuer Technologien gelungen, sich den Herausforderungen der Entwicklung zu stellen und technologische Entwicklungsschritte zu überspringen.

Unser Ziel ist es, über das „Rauschen“ negativer Schlagzeilen hinwegzusehen und uns stattdessen auf die zugrundeliegenden Fundamentaldaten der Anlageklasse der Schwellenländer zu konzentrieren. Wir beobachten eine Entkopplung zwischen der negativen Stimmung, die sich am Markt breitmacht, und den positiven Fundamentaldaten der Aktien aus Schwellenländern, die sich unter anderem durch steigende Cashflows, eine besser werdende Disziplin in der Kapitalallokation, eine Entschuldung der Unternehmen, robuste Gewinne und niedrige Bewertungen auszeichnen.

Nicht alle Schwellenländer werden durch dieselben Faktoren in Mitleidenschaft gezogen, und die Wertentwicklung der einzelnen Schwellenmärkte kann sehr unterschiedlich ausfallen. Wir als Stock Picker können zwischen den zahlreichen Chancen in Schwellenländern gezielt auswählen, um diversifizierte Portfolios aufzubauen, die übermäßige Risiken nach Möglichkeit vermeiden.

Wichtigste Trends und Entwicklungen in den Schwellenländern

Aktien aus den Schwellenländern zeigten zu Beginn des dritten Quartals Stärke, notierten zum Ende des Berichtszeitraums jedoch im Minus. Durchwachsene Meldungen über Handelsspannungen, länderspezifische Sorgen und ein stärkerer US-Dollar trugen zu einem für Schwellenländer schwierigen Umfeld bei. Aktien aus Industrieländern hingegen verbuchten Zugewinne. Der MSCI Emerging Markets Index verlor im Quartalsverlauf 0,9 %, gegenüber einem Plus von 5,1 %[4] beim MSCI World Index[5], jeweils in US-Dollar.

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