„High Jewellery“: Wann sich Schmuck als Geldanlage eignet

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
23.10.2018, 13:40  |  1490   |   |   

Besonders hochwertiger Schmuck wird immer wieder auch als Form der Geldanlage gehandelt. Doch überwiegen hier die Chancen die Risiken – oder sollten Privatanleger lieber auf andere Anlageklassen setzen?Schmuck ist nicht gleich Schmuck. Auf der einen Seite steht der sogenannte Modeschmuck, den es in jedem Kleidungsgeschäft und selbst in den Supermärkten gibt. Auf der anderen Seite gibt es besondere Stücke, deren Wert mindestens vierstellige Beträge schreibt. Noch über ihnen steht die sogenannte High Jewellery - Schmuckstücke mit einem Wert, der höherklassigen Limousinen nahe kommt. Bieten sich diese Schmuckstücke nicht geradezu an, um als Geldanlage genutzt zu werden? Zumindest unter bestimmten Umständen können solche Stücke für Anleger tatsächlich von Interesse sein.
Edelschmuck als alternative Geldanlage - was ist zu beachten?
Der Gedanke, besonders hochwertigen Schmuck als eine Form der Geldanlage zu sehen, liegt nahe. Sie eignet sich allerdings nicht für jeden:

Kleinanleger - wer als gewöhnlicher Anleger eine neue Geldanlageform sucht, sollte bei Edelschmuck vorsichtig sein. Der Kaufpreis übersteigt oft den Wert anderer Anlageformen, die Rendite selbst ist ungewiss. Wer hingegen ein solches Schmuckstück geschenkt bekommt oder erbt, kann den Schmuck selbstverständlich als Wertanlage betrachten und ihn sich als Notgroschen aufbewahren.
Vermögende Anleger - ist der Kaufbetrag in fünf- oder sechsstelliger Höhe kein Hindernis oder werden diese Schmuckstücke gerne für sich selbst gesammelt oder auch als Geschenk erworben, steht der Anlage überwiegend nichts im Wege.

Das Problem bei dieser Anlageform ist, dass der tatsächliche Wert des Schmuckstücks häufig nicht einfach zu ermitteln ist und sogar von Händler zu Händler variieren kann. Viele High Jewellerys werden eigens für eine Person angefertigt und besitzen einen enormen individuellen Wert, der beim Wiederverkauf nicht erzielt werden kann. Im Kleinen können Anleger dies schon bei gewöhnlichen Erbstücken sehen: Der teure Schmuck der Großmutter wird beim Wiederverkauf nur noch nach harten Fakten bewertet, wie Materialwert, Gewicht oder dem aktuellen Marktpreis des Edelmetalls.
Als gewöhnlicher Anleger mehrstellige Beträge in High Jewellery zu investieren, ist selten ratsam. Wer bereits solchen Schmuck besitzt oder ihn sich anschaffen möchte, sollte sich genauer mit Händlern auseinandersetzen und vorab prüfen, wie sich der Wert des Stücks entwickeln könnte und ob es Wiederverkaufsmöglichkeiten über Händler gibt.
Was macht High Jewellery so teuer?
Dieser exklusive Diamantschmuck unterscheidet sich von gewöhnlichen Schmuckstücken:

Materialien - es werden nur hochklassige Materialien verarbeitet.
Handwerkskunst - die Schmuckstücke werden von anerkannten Meistern ihres Fachs in Handarbeit gefertigt. In simpel wirkenden Ringen können hunderte Arbeitsstunden liegen.
Individuell - einige Stücke aus dem Bereich High Jewellery werden auf Kundenwunsch angefertigt und spiegeln daher individuelle Wünsche und Vorstellungen wieder. Solche Stücke sind Unikate.

Als Form der Geldanlage haben die wertvollen Schmuckstücke Vor-, aber auch Nachteile. Vor allem relativ normal situierte Kleinanleger, die mit Schmuck als Anlageklasse wenig vertraut sind, sollten sich im Vorfeld gut informieren und einen Vergleich zu möglichen Anlagealternativen ziehen. Die Vor- und Nachteile auf einen Blick:

Vorteile

Wertstabil - in den Schmuckstücken werden hochwertige Edelmetalle und Diamanten verarbeitet, die für sich bereits einen relativ hohen Kurswert besitzen. Wird der Schmuck auf dem normalen Weg veräußert, bleibt zumindest dieser »Restwert« erhalten.
Praktisch - die Geldanlage erfordert nicht viel eigenes Zutun. Es ist nicht notwendig, die Kurse im Blick zu behalten, sich um Fonds oder Immobilien zu kümmern. Der Schmuck ist einfach als stille Anlage vorhanden.
Zur Umwandlung geeignet - wer vorhandenes Festgeld in eine andere Wertform umwandeln möchte, ist mit High Jewellery gut beraten.

Nachteile

Verkauf - die Schmuckstücke können oft nur an spezielle Händler verkauft werden, bei denen die Preise variieren. Beim Verkauf muss unbedingt ein Zertifikat vorgezeigt werden, denn die Echtheit und der legale Besitz des Schmuckstücks müssen dem Händler nachgewiesen werden können. Fragt er nicht danach, sollte von einem solchen Händler Abstand genommen werden.
Verkaufswert - der Verkaufswert kann schwanken und mit Pech deutlich von dem eigentlichen Kaufpreis abweichen. Gerade individuell angefertigte Schmuckstücke sind zwar einzigartig, werden von vielen Händlern jedoch nicht mit dem angedachten Wert bedacht.
Kosten - für die Lagerung fallen Kosten an. Die Schmuckstücke sollten nicht zu Hause aufbewahrt, sondern in einem Schließfach geschützt werden. Dafür fallen wiederum Kosten an.
Langwierige Veräußerung - High Jewellery eignet sich nicht, um bei Bedarf Wertgegenstände schnell in Bargeld zu verwandeln. Der Verkaufsprozess zieht sich oft über Wochen hin, da auch Händlerangebote miteinander verglichen werden müssen.

Für Kleinanleger oder ganz allgemein Menschen, die nach guten Anlagemöglichkeiten für die eigene Altersabsicherung suchen, scheinen diese Schmuckstücke aufgrund der schwierigen Verkaufslage und des wahrscheinlichen Verlusts gegenüber dem Kaufpreis nur bedingt geeignet zu sein. Wer dagegen High Jewellery erbt oder generell über ein größeres Vermögen verfügt, kann diese Fragen eher ausblenden.
Ähnliches trifft auch auf Luxusuhren zu: Nur wenige Besitzer steigern durch die Uhren dauerhaft ihr Vermögen – was nicht zuletzt daran liegt, dass die Uhren oft mit Händlermargen von bis zu 60 Prozent verkauft werden.
Geeignet für die Geldanlage – falls bereits vorhanden
Bei Kaufsummen, die schnell auch einen mittleren sechsstelligen Betrag erreichen können, scheint die Geldanlage High Jewellery überwiegend für Vermögende und Erben geeignet zu sein. Für den kleineren Anleger ist der Wiederverkauf häufig kompliziert und verlustreich.
Wer allerdings sehr wertvolle Schmuckstücke bereits in seinem Besitz hat, könnte sie aufbewahren und gleichzeitig ein Gutachten erstellen lassen. Denn es ist ratsam, bereits vor einem möglichen Verkauf umfangreiche Informationen einzuholen und Händler miteinander zu vergleichen. Zumindest auf eines dürfte Verlass sein: Die Schmuckstücke bescheren vermutlich nie einen Totalverlust. Denn auch wenn bei ihrem Verkauf oft nur eine Summe unterhalb des Anschaffungspreises erzielt wird – allein dem verarbeiteten Material wird ein gewisser Wert beigemessen, den der Verkäufer dann in Geld verwandeln kann.

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