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Goldpreis: Der Zug kommt ins Rollen!

Nachrichtenquelle: Rohstoffbrief.com
24.10.2018, 10:39  |  6114   |   |   

Der Ausverkauf an den Aktienmärkten hat den Goldpreis zeitweise auf ein neues Jahreshoch getrieben. Das gelbe Metall scheint doch ein „sicherer Hafen“ zu sein. Und auch die Goldaktien legen kräftig zu.

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Börsen-Baustellen sind nicht mehr wegzudiskutieren

Rekordschulden der USA (mehr hier), extrem hohe Aktienbewertungen, das Brexit-Dilemma, das italienische Fiasko, Immobilienblasen in den wichtigsten Ökonomien, eine extrem aggressive Handelspolitik Washingtons und eine Weltkonjunktur, die schon seit Jahresanfang signalisiert, dass es nicht mehr rund läuft. Das alles spielte bis Ende September praktisch keine Rolle. Dank der starken Entwicklung des US-Aktienmarktes wurden selbst die Warnzeichen an europäischen und asiatischen Aktienmärkten von Investoren ignoriert. „Buy the dip“ war schon seit mehreren Jahren das Motto. Jedes Tief wurde zum Einstieg genutzt. Doch der Oktober, ohnehin bekannt als einer der schwächsten Monate für den Aktienmarkt (Crash 1929 & 1987 z.B.) wird seinem Ruf gerecht und scheint das Ende der „everything bubble“ einzuläuten! Die Aktienmärkte können die vielen Krisenherde offenbar nicht mehr einfach beiseite schieben. Der Ausverkauf am gestrigen Dienstag oder auch die Rückschläge in der Vorwoche haben das deutlich gemacht. Dabei drückt auch die schwache Berichtssaison auf den Magen. Fast täglich schickt derzeit ein DAX-Konzern (zuletzt Daimler, Fresenius, BMW) eine Gewinnwarnung raus. In den USA enttäuschte gestern Caterpillar mit seinem Ausblick. Der konjunktursensible Konzern sieht düstere Zeiten kommen, der Handelskrieg drückt kräftig auf die EBIT-Margen. Auf Jahressicht haben Anleger nur noch mit dem Nasdaq 100 oder Einzelaktien nennenswerte Gewinne eingefahren. Alle anderen wichtigen Börsenindizes befinden sich in der Nullzone oder im roten Terrain. Manche Märkte in Asien befinden sich nach herrschenden Definition bereits in der Baisse.

Bank of America beweist gutes Timing

Mit diesen Rückschlägen kommt auch Gold wieder in die Spur. Schon seit einigen Wochen entdecken Anleger das Edelmetall als „sicheren Hafen“ wieder. Die endlosen Artikel, dass Gold eben das nicht mehr ist, dürften nun aufhören. Ganz im Gegenteil: plötzlich spielt Gold auch in der Berichterstattung der Massenmedien wieder eine wichtige Rolle. Das dürfte in den kommenden Wochen weitere Käufer in den Markt locken. Auch die Bank of America Merrill Lynch (BoA) erwartet nun ein steigendes Interesse an der langfristig stärksten Währung der Welt. Die Investoren würden nun vermehrt Gold zur Portfolioabsicherung nutzen, heißt es da. Daher rechnet die US-Investmentbank mit einer weiteren Verteuerung. Diesem Beispiel dürften auch andere Häuser folgen. Doch die Aussagen der BoA haben Gewicht. Sie hatte bereits Ende Juli dazu geraten, verstärkt in Gold zu investieren und den Bestand an Tech-Werten zu reduzieren. Mitte August erreichte der Goldpreis dann sein Jahrestief, seither geht es bergauf. Das nennt man Timing!

Gold

Gold-Shorties decken sich ein

Ein Argument, dass das Institut anführt, sind die Short-Positionen der Spekulanten im Gold-Future. Sie haben in den vergangenen zehn Tagen ihre Positionen massiv reduziert und so dem Goldpreis zusätzlichen Schub gegeben. Zuvor hatten sie mit rekordhohen Beträgen auf fallende Goldpreise gewettet (mehr hier). Wir dürften in den kommenden Wochen weitere Eindeckungen sehen, die die Notiz stützen. Nun rücken auch die Voten der Branchenanalysten wieder in den Fokus. Viele Institute hatte ein Kursziel von 1.250 US-Dollar je Unze zum Jahresende ausgegeben (siehe: Gold: Das sind die Kursziele der Analysten). Im gestrigen Handel erreichte der Goldpreis bereits die Marke von 1.240 US-Dollar je Unze, bevor er wieder nachgab. Im Prinzip verläuft aber um 1.236 Dollar die Hürde, die es zu nehmen gilt. Erst wenn der Preis nachhaltig diesen technischen Widerstand nimmt, rechnen wir mit einer echten Rallye beim Goldpreis.

Branchenführer Barrick läuft voraus

Dennoch halten wir Investments in Gold nur bedingt für ratsam. Es könnte sich sicher für erfahrene Trader lohnen, nun gehebelt hier mitzuspielen. Für alle anderen Anleger aber sind große Goldproduzenten das Mittel der Wahl, wenn der Goldpreis weiter anzieht. Die Aktie von Barrick Gold hat in den vergangenen Wochen bereits kräftig zugelegt, wie der Chart (in CAD!) oben zeigt. Und auch andere Werte wie Newmont Mining oder Goldcorp verbuchten Gewinne. Wer etwas mehr Pfeffer mag, der schaut sich derzeit die mittelgroßen und kleinen Produzenten an. Hier überzeugen Unternehmen wie Roxgold, Alacer Gold oder Atlantic Gold nicht nur durch steigende Fördermengen, sondern auch niedrige Produktionskosten. Das führt bei dem einen oder anderen Wert zu entsprechender Übernahmefantasie. Prinzipiell aber ist es der Hebeleffekt von Goldaktien, der hier nicht zu unterschätzen ist. Wir hatten das an dieser Stelle (7. Absatz) bereits ausführlich erklärt. Die genannten Unternehmen dürften jedenfalls deutlich von einem weiter anziehenden Goldpreis profitieren.

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Kommentare

Meine Güte, dass Staaten sich verschulden und Immobilienblasen platzen ist ja wohl komplett normal und kommt immer wieder mal vor. Klar kann so eine Situation erstmal abschrecken, aber wie auch bei www.goldkaufen.de/ratgeber/wann-gold-kaufen-wann-silber-kaufen beschrieben kann man eine solche Situation prima nutzen. Wie die schon genannte "Buy the Dip"- Technik zeigt sind solche Niedrigpreise eine tolle Möglichkeit noch mehr zu investieren und sich einen Vorteil zu verschaffen, um bei späterer besserer Marktlage dann profitable Sümmchen in den Taschen zu haben. Ich für meinen Teil freue mich über die aktuelle Preisambivalenz.

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