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Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
26.10.2018, 16:32  |  620   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

US-Tech-Riesen überraschend vorsichtig: DAX erneut unter Druck

Nervosität weiter hoch

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion -

Der DAX gab bisher um 1,4 Prozent auf 11.148 Punkte nach.

Am Vortag hatte EZB-Präsident Mario Draghi mit beruhigenden Worten zur italienischen Schuldenkrise die Anleger noch vorübergehend zuversichtlich gestimmt.

In Asien gab es heute allerdings erneut Kursabschläge und die Indikation auf den US-Leitindex Dow Jones Industrial ist seit dem gestrigen Handelsschluss in Deutschland ebenfalls negativ.

Dazu trugen nachbörslich vorgelegte enttäuschende Resultate und Ausblicke der US-Technologieriesen Amazon und Alphabet bei.

Experten der Helaba zufolge bleibe die Risikoaversion der Anleger hoch. Analyst Christian Schmidt verwies dabei auf den V-DAX als Gradmesser, der derzeit auf dem höchsten Niveau seit dem Frühjahr notiere. Damals begann der Handelsstreit zwischen den USA und China allmählich hochzukochen. An den bekannten Belastungsfaktoren - neben dem Handelsstreit auch Themen wie die Italien-Schuldenfrage oder die Sorge vor steigenden Zinsen habe sich laut Schmidt nichts geändert.

Einzelwerte

Integrations- und Umbaukosten haben beim Chemiekonzern BASF im dritten Quartal die Ergebnisse stark belastet. Börsianer sprachen in ersten Reaktionen von einem sehr schwachen Ergebnis der Ludwigshafener. Die Aktie fiel bisher lich um 1,7 Prozent auf 65,53 Euro.

Die Aktien von FMC sind dagegen mit einem moderaten Aufschlag von 0,7 Prozent auf 69,40 Euro eine positive Ausnahme im DAX. Analyst Ian Douglas-Pennant von der UBS sieht nach den Eckdaten des Dialysespezialisten eine gute Kaufchance gekommen. Die Aktie preise mit ihrer tiefsten Bewertung der vergangenen Jahre ein zu niedriges Margenniveau ein.

Unter den Nebenwerten sackte Washtec nach der Vorlage von Zahlen für das dritte Quartal um 4,0 Prozent auf 67,30 Euro ab.

GfK-Forscher: Verbraucher weiter in Konsumlaune

Die Deutschen sind weiter in Konsumlaune. “Offenbar unbeeindruckt von externen Risiken wie Handelskonflikt und Brexit sind die Konsumenten bereit, ihr Geld auszugeben”, heißt es in einer heute veröffentlichten Konsumklimastudie des Nürnberger Marktforschers GfK. Denn Sparen sei angesichts extrem niedriger Zinsen nach wie vor keine attraktive Alternative. Die Neigung, sein Geld auf die hohe Kante zu legen, sei zuletzt sogar noch einmal gesunken.

Aufgrund der guten Konjunktur und des brummenden Arbeitsmarktes fürchteten die wenigsten Verbraucher in Deutschland um ihren Job. “Das kurbelt den Konsum - und hier vor allem größere Anschaffungen - an”, teilte die GfK mit. Für November erwarten sie, dass ihr Konsumklimaindex bei 10,6 Punkten bleibt - unverändert im Vergleich zum Vormonat. Analysten hatten mit einem Rückgang auf 10,5 Punkte gerechnet.

Die Konsumenten gingen nach wie vor davon aus, dass die deutsche Wirtschaft in diesem und im kommenden Jahr auf einem soliden Wachstumspfad bleibe, sagte GfK-Konsumforscher Rolf Bürkl. Allerdings habe ihr Konjunkturoptimismus im Vergleich zum vergangenen Jahr etwas nachgelassen. Gründe dafür dürften der nach wie vor nicht gelöste Handelskonflikt der USA mit China und der EU sein sowie der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens.

“An der Börse würde man sagen: Jetzt setzt eine kleine Korrektur ein”, Bürkl. Er denke nicht, dass der Aufwärtstrend bei den Konjunkturerwartungen gestoppt sei und sich in einen Abwärtstrend entwickle. “Ich gehe davon aus, dass es eine vorübergehende Schwächephase ist.”

Mit Blick auf ihre Einkünfte seien die Verbraucher weiter positiv gestimmt: “Für sie gibt es im Moment keinen Anlass, irgendwie stärker beunruhigt zu sein, denn der Arbeitsmarkt läuft glänzend, die Zahl der offenen Stellen ist immer noch sehr hoch und die Einkommenszuwächse sind gut für die Konsumenten, so dass ihnen auch real mehr in den Geldbeuteln bleibt”, sagte Bürkl. Auch die Rentner profitierten von der guten Lohnentwicklung. Für das ganze Jahr geht die GfK davon aus, dass der private Konsum real um 1,5 Prozent steigen wird. “Aus derzeitigem Stand heraus sehe ich eine stabile Entwicklung des Konsumklimas auch in den nächsten Monaten und bis ins kommende Jahr hinein”, sagte Bürkl. Dreh- und Angelpunkt sei die Arbeitsmarktentwicklung. Aber auch durch die Themen Diesel und Teuerung gebe es gewisse Risiken - etwa wenn sich Inflationsraten jenseits der zwei Prozent verfestigen würden. Und falls die Exporte von Diesel-Autos einbrechen sollten, könnten Beschäftigte in diesen Branchen um ihre Jobs fürchten und damit stärker aufs Geld schauen.

Die Konsumklimastudie basiert auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Union. Das Konsumklima bezieht sich nicht nur auf die Ausgaben im Einzelhandel, sondern umfasst auch Mieten, Reisen und Gesundheit.

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