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Polit-Beben Zündet Merkel-Rücktritt die Jahresendrallye auf dem Aktienmarkt?

29.10.2018, 16:19  |  13785   |   |   

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Rücktritt vom CDU-Vorsitz bekannt gab, stiegen DAX und EURO STOXX 50, dagegen legte die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen zu und der Euro gab nach.

Der DAX stieg nach den ersten Meldungen, dass Bundeskanzlerin Merkel nicht mehr als CDU-Parteivorsitzende kandidiere, um zeitweise über zwei Prozent auf 11.417 Punkte an. Der EURO STOXX 50, mit 50 großen Unternehmen aus dem Euro-Währungsgebiets, legte um zeitweise 1,4 Prozent zu.

In einem ARD-Hörfunkbeitrag wird darüber spekuliert, ob die positive Reaktion des Aktienmarktes eventuell mit der potenziellen Kandidatur von Friedrich Merz als Parteivorsitzender der CDU im Zusammenhang stehe. Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn haben sich bereits als mögliche Nachfolger Merkels als CDU-Parteivorsitzende ins Spiel gebracht.

Der Wirtschaftsanwalt Merz war von 2000 bis 2002 Vorsitzender und von 1998 bis 2000 sowie von 2002 bis 2004 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Merz gilt als Politiker mit Wirtschaftskompetenz. Seit 2016 arbeitet der Sauerländer u. a. im Aufsichtsrat in der Deutschland-Vertretung des weltweit größten Vermögensverwalters BlackRock.

Auf der anderen Seite fiel der Euro nach der überraschenden Merkel-Meldung gegenüber dem US-Dollar zeitweise um 0,4 Prozent, erholte sich dann aber leicht und pendelte sich bei einem Rückgang um 0,18 Prozent ein.

Die Rendite der 10-jährigen deutschen Staatsanleihen stieg von 0,350 Prozent auf zeitweise 0,384 Prozent an. "Das würde signalisieren, dass sich die Qualität der deutschen Kredite verschlechtern würde, da die Märkte aus den Ergebnissen der Landtagswahl in Hessen am Wochenende den Schluss ziehen, dass die nächste Regierung einen größeren populistischen Anteil haben werde", sagte Peter Chatwell, Anleihen-Analyst der japanischen Großbank Mizuho, laut "Reuters".

"Merkels Entscheidung ist ein Bruch mit ihrer früheren Position, dass eine Trennung der beiden Rollen ihre Position als Kanzlerin schwächen würde", sagte Greg Fuzesi, Ökonom bei J.P. Morgan, laut CNBC. "Wenn sie es schafft, als Kanzlerin zu bleiben, nachdem die CDU einen neuen Vorsitzenden gewählt hat, wahrscheinlich am 7. Dezember, würde sie immer noch als lahme Ente angesehen werden", meinte Holger Schmieding, Chefvolkswirt von Berenberg.

Aneeka Gupta, Associate Director bei WisdomTree, einem Vermögensverwalter, weist auf die Gefahren des Merkel-Rückzugs für die Finanzmärkte hin: "Merkel hat die Rolle einer stabilisierenden Figur in Europa übernommen, und während die Reaktion des Marktes auf die heutigen Nachrichten optimistisch war, gehen wir davon aus, dass die Märkte langfristig von dem Vakuum betroffen sein könnten, das sie mit ihrem Austritt erzeugen könnte", schrieb Gupta über den Rücktritt von Merkel und dessen Auswirkung auf die Märkte.

Der Chef des Berliner Forschungsinstituts DIW, Marcel Fratzscher, formulierte dramatisch: "Die Entscheidung ist ein Schock für Deutschland und Europa, der große Unsicherheit schafft." Der Stabilitätsanker Deutschland existiere so nicht mehr. "Im Gegenteil: Die Bundesrepublik wird immer mehr zu einem Risikofaktor", so Fratzscher laut Nachrichtenagenturen.

Quellen:

Reuters

CNBC

ARD 

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