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MIND THE GAP

Gastautor: Dr. Georg Oehm
24.10.2018, 17:52  |  231   |   |   

Die Aktienmärkte haben bereits ein turbulentes Jahr hinter sich und der Oktober serviert bisher, was er in schwierigen Situationen schon früher gebracht hat: Kursrückgänge.

} catch (e) {} Was noch fehlt, sind Volatilität und Panik, aber diese können bereits nachgeliefert sein, während diese Zeilen geschrieben werden oder wenn Sie diese lesen.

 1. IWF: „Nur neun von 212 Rezessionen wurden richtig vorhergesagt“

Auch wenn Sie es nicht glauben – die Wahrscheinlichkeit, dass die vielen hoch bezahlten Volkswirte die nächste Rezession richtig vorhersagen, liegt unter 10 %. Diese Aussage haben die Journalisten der Finanz und Wirtschaft aus der Schweiz nicht selbst ermittelt: Es handelt sich um ein Eingeständnis des Internationalen Währungsfonds.

Anzahl der vorhergesagten Rezessionen in entwickelten Ländern (Advanced Economies (AE)) und in Emerging Markets (EMDE)

2. Hinweise aus dem Maschinenraum

Der Maschinenraum der Wirtschaft ist nicht die Analyseabteilung eines Finanzunternehmens, sondern der Vertrieb in Unternehmen, die etwas zu verkaufen haben. Was wir da im Moment so hören, stimmt uns nicht gerade zuversichtlich. Wir sind noch in keiner Weise dort, wo die Wirtschaft 2008 war (z. B. negative Auftragseingänge bei LKW-Herstellern), aber die Kursentwicklung beim Chiphersteller Micron, dessen Kursgewinnverhältnis jetzt bereits bei drei liegt, zeigt ja, dass die Marktteilnehmer die aktuell im Markt befindlichen Ergebnisprognosen nicht glauben. Semiconductor sind zyklisch und haben den Charakter eines Frühindikators. Da passt auch ins Bild, dass der Halbleiter-Zulieferer VAT aus der Schweiz Anfang Oktober bereits Kurzarbeit angekündigt hat.

Läuft es gerade gut beim Verkauf neuer Maschinen? © donvictorio / Shutterstock

3. Bewertung verändert sich durch steigende Zinsen

Bewertungsguru Damodaran sagte es gestern auf CNBC: Die Bewertung von Netflix ist zu hoch. Er bezweifelt, dass das auf einer Kombination von teurer Filmproduktion und permanenter Neukreditaufnahme basierende Geschäftsmodell dauerhaft funktioniert.

Als besonders gefährdet unter Bewertungsgesichtspunkten sieht er Wachstumsaktien (meist Tech), die nicht nur hoch bewertet sind, sondern auch noch eine hohe Verschuldung aufweisen.

Interessant auch, dass Damodaran bei der Bewertung von Unternehmen explizit auch das Alter heranzieht. Je älter die Tech-Unternehmen seien, desto stabiler und fairer bewertet seien diese derzeit. Ein 25 Jahre altes Tech-Unternehmen sei etwa so einzuschätzen, wie ein 100 Jahre alter Maschinenbauer. Wie gut, dass das Alter der Unternehmen in unserem Portfolio im Durchschnitt bei über 90 Jahren liegt …

4. Vola, Gamma, GAM und Robo-sonstwas

Dass im Februar 2018 einige Vola-Fonds mit Milliardenvolumen innerhalb von Stunden in die Knie gingen, war ja auch für Nicht-Mathematiker noch verständlich.

Den starken Kursrückgang von Anfang Oktober erklärte Marko Kolanovic, Global Head of Macro Quantitative and Derivatives Research bei JP Morgan Chase & Co. (CNBC: „The man who moves markets“) damit, dass einige Gamma-Fonds Aktien verkauft hätten. Volumen von über 80 Mrd. Dollar wurden genannt.

Was ein Gamma-Fonds ist, bekommen Sie mit Internet-Recherche sicherlich noch heraus. Aber welche anderen modernen Finanzprodukte große US-Pensionsfonds nutzen, um zu kaschieren, dass die den Rentenversprechen zugrundeliegenden Renditeannahmen von 7 oder 8 % pro Jahr nicht erreicht werden können, werden wir sicher noch erfahren. 1987 hieß das „Portfolio Insurance“, heute hat es viele Namen. In die Gruppe der vertrauensbildenenden Ereignisse am Kapitalmarkt fallen diese Sachverhalte sicher nicht.

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