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Marktkommentar: Stefan Breintner (DJE): Handelsstreit strategisch nutzen
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Marktkommentar Stefan Breintner (DJE): Handelsstreit strategisch nutzen

Nachrichtenquelle: Asset Standard
31.10.2018, 12:05  |  741   |   |   

Anleger können mögliche Verwerfungen im Handelsstreit zwischen China und den USA strategisch nutzen.

Mit Blick auf die Anlageperspektiven in China bzw. in der Region Asien Pazifik ist die Unsicherheit kurzfristig hoch. Für längerfristig orientierte Anleger könnten sich erneute zollbedingte Kursrückgänge als gute Einstiegs- oder Zukaufgelegenheit erweisen.

Pullach im Isartal, 24. Oktober 2018 – Von Autos über Nahrung bis zu High-Tech: China bietet  für  zahlreiche  Produkte  einen  der  dynamischsten   Märkte   weltweit.  Aufgrund des jüngsten Handelsstreits mit den USA muss aber genauer hingesehen werden, um frühzeitig Risiken und zugleich neue Chancen zu erkennen. Mitglieder des Researchteams der DJE Kapital AG besuchen regelmäßig die Anlageregion China, um sich vor Ort ein besseres Bild über die aktuelle Entwicklung zu machen. 2018 haben wir neben zahlreichen Unternehmen unterschiedlicher Branchen auch verschiedene Industrie-   und   Branchenexperten    sowie    einige    Regierungsberater    getroffen.  In den kommenden Wochen reisen verschiedene Analysten des DJE-Researchteams zudem in die USA um sich auch dort ein Bild über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung sowie über mögliche Auswirkungen (auf US-Seite) des Handelsstreits zu machen. Sowohl an der West- als auch der Ostküste werden zahlreiche Unternehmen besucht.

Vorab aber ein kurzer Rückblick nach Asien: Bei einer Reise nach Shanghai und Umgebung im Frühjahr 2018 waren vor allem die Themen „Luftverschmutzung" und„Food Safety" viel diskutiert und im Zentrum des Interesses. Die möglichen Auswirkungen eines Handelskrieges mit den USA standen an nachgeordneter Stelle. Gut ein halbes Jahr später hat sich die Situation stark verändert. Dominierendes Thema bei Unternehmensbesuchen und Konferenzen im September war der Handelskrieg mit den USA und dessen weitere Auswirkungen.  

Die Zolldiskussion lässt die Unsicherheit bei Unternehmen und Verbrauchern ansteigen– mit daraus resultierender Investitionszurückhaltung und abnehmendem Konsumentenvertrauen. Umweltschutz und Kampf gegen die Luftverschmutzung stehen unabhängig davon nach wie vor im Fokus. Allerdings zeigen hier die auch im Rahmen des „Supply-Side-Reformprojekts" erfolgten Kapazitätsschließungen in der Industrie ihre Wirkung: Bilder eines blauen Himmels in Beijing waren in den vergangenen Monaten ein sehr beliebter Post in den chinesischen sozialen Netzwerken.  

Auch über die Wintermonate 2018/19 wird es voraussichtlich weitere Kapazitätsschließungen geben, beispielsweise bei Stahlproduzenten oder bei Unternehmen der chemischen Industrie. Nur wer die strengen Standards und Auflagen erfüllt, darf uneingeschränkt produzieren. Diese im Rahmen der „Supply Side Reform“ implementierten Maßnahmen haben kurzfristig einen dämpfenden Einfluss auf das Wirtschaftswachstum, sollten längerfristig aber positiv zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsentwicklung in China beitragen.

 

Weitere Abschwächung des Wachstums möglich 

Kurz- und mittelfristig ist ferner auch eine Belastung des chinesischen Wirtschaftswachstums durch den Handelskrieg mit den USA realistisch. Hintergrund: Seit dem 24. September 2018 erheben die USA auf rund die Hälfte aller Wareneinfuhren aus China Sonderzölle. Hierbei handelt es sich aktuell um ein Warenvolumen in Höhe von 250 Milliarden USD, welches zunächst einem Zoll von zehn Prozent unterliegt. Dieser steigt im kommenden Jahr, sofern Washington und Peking den Handelskrieg nicht vorher beilegen oder eine andere Einigung finden, voraussichtlich auf 25 Prozent an. Unternehmen, die in China für den US-Markt produzieren, sind daher mit deutlich steigenden Importpreisen konfrontiert, welche einen negativen Einfluss auf die Profitabilität haben – sofern nicht deutliche Preiserhöhungen durchgesetzt werden.  

US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping planen sich am Rande des G20-Gipfels Ende November dieses Jahres in Argentinien zu treffen und über die Handelsstreitigkeiten zu sprechen. Aufgrund der zuletzt tendenziell enttäuschenden chinesischen Wirtschaftsdaten steigt der Druck auf Peking mit den USA eine Lösung zu finden. Eine Beilegung des Handelsstreits bzw. chinesische Zugeständnisse an die USA und damit ein möglicher Verzicht auf weitere Zölle dürften von Investoren und Aktienmärkten sehr positiv aufgenommen werden und zu entsprechender Kurserholung an vielen, vor allem von China abhängigen Börsenplätzen führen. Ob es aber noch im Jahresverlauf zu einer Lösung im Handelsstreit kommt, ist nicht seriös prognostizierbar.

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