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Crash-Gefahren 2019 Bankenaufsicht: Warum uns die faulen Kredite in den Abgrund führen

31.10.2018, 13:01  |  10465   |   |   

Die EZB-Bankenaufsicht warnt davor, dass es im internationalen Vergleich immer noch zu viele faule Kredite in den Büchern europäischer Banken gebe. EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger befürchtet, dass die Bankenregulierung "Basel III" ein zahnloser Papiertiger bleibt.

EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger sieht die Gefahr, dass die "Basel III"-Vorschriften zur Bankenregulierung in Europa und auf globaler Ebene nicht umgesetzt werden. Geldhäuser seien inzwischen so vernetzt, dass nationale Ansätze nicht ausreichten. "Vor diesem Hintergrund bin ich etwas besorgt, dass wir an dieser Front etwas an Schwung verlieren", so Lautenschläger bei einer Veranstaltung auf den Bahamas.

"Basel III" sollte eigentlich nach der letzten Finanzkrise die Banken bei der Kreditvergabe stärker regulieren, um zum Beispiel zu viele faule Kredite bei gleichzeitig zu wenig Eigenkapital in den Büchern der Banken zu vermeiden. Grund der Reform waren Schwächen der alten Bankenregulierung, die durch die Finanzkrise ab 2007 offengelegt wurden.

Tatsächlich scheinen die faulen Kredite sich wieder zur Crashgefahr Nummer eins zu entwickeln. Zwar sei bei den großen Instituten die Quote an Wackeldarlehen gesunken. Im internationalen Vergleich sei der Gesamtbestand aber immer noch viel zu hoch, berichtet die EZB-Bankenaufsicht in ihrem Ausblick auf die Haupt-Crash-Gefahren 2019. Demnach würden "hohe Bestände an notleidenden Krediten weiterhin Anlass zur Sorge geben".

Ende des zweiten Quartals hatten die großen europäischen Finanzinstitute immer noch faule Kredite im Volumen von rund 657 Milliarden Euro in den Giftschränken. Allein die großen italienischen Banken sitzen auf 159 Milliarden Euro.

Neben den Problemkrediten seien geopolitische Gefahren, Cyberkriminalität und von veralteten Informationstechnologie-Systemen ausgehende Gefahren die Hauptrisiken für die Finanzstabilität, fassen die Bankenwächter zusammen. Die Bankenaufsicht will im nächsten Jahr den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf Kreditrisiken, das Risikomanagement der Banken sowie auf die Brexit-Vorbereitungen und Handelsrisiken der Institute legen.

Fazit: Es darf bezweifelt werden, ob sich die Regulierungsvorschriften "Basel III" auf globaler Ebene überhaupt durchsetzen lassen. Im Dezember 2017 hatten sich die Bankenregulierer nach zähen Verhandlungen auf neue weltweite Kapitalvorschriften geeinigt. Zudem könnte viel zu viel Zeit vergehen, in der schon längst wieder europäische Banken zu Krisenherden werden.

Quellen:

EZB

Reuters

Wertpapier
EUR/USD


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