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Buybacks Geht die Wall Street nach dem "Blackout" wieder steil?

01.11.2018, 13:32  |  10261   |   |   

Nach der "Blackout"-Periode im "brutalen Okober" könnten die Kurse an den US-Aktienmärkten jetzt ansteigen, weil die Unternehmen ihre massiven Aktienrückkaufprogramme wieder anlaufen lassen.

Die Kurse von US-Aktien könnten nach dem Ausverkauf bei S&P 500-Papieren im "brutalen Oktober" vor einem Turnaround stehen, spekulieren viele Marktbeobachter. Treiber der Kursgewinne sind wieder die massiven Aktienrückkauf-Programme der US-Firmen. "Rückkäufe waren der Hauptgrund für die Aktienrallye. Die Rückkäufe könnten die Aktienkurse wieder antreiben, wenn sich die negativen Unternehmensmeldungen in Grenzen halten", meinen Parag Thatte und Binky Chadha, Deutsche Bank-Analysten, in einer Nachricht an ihre Kunden.

Die Rückkäufe gingen im Monat Oktober, in der sogenannten "Blackout"-Phase, stark zurück, was mit dem Ausverkauf beim S&P 500 zusammenfiel. Die Phase setzte vor den Veröffentlichungen der Quartals- bzw. Jahresergebnissen ein. Die Unternehmen halten sich in dieser "Quiet Period" oder "Handelssperrzeit" mit Aktienrückkaufen zurück. Ein Grund dafür ist, dass die Manager nicht in den Verdacht des Insiderhandels kommen wollen.

Jetzt neigt sich die Berichtssaison der US-Unternehmen dem Ende zu, so dass einige Marktbeobachter von einem starken Anstieg der Aktienrückkäufe ausgehen, was der Startschuss für die Jahresendrallye an den US-Märkten sein könnte. Die Summe der Buybacks beläuft sich auf 110 Milliarden US-Dollar an geplanten Rückkäufen in dieser Woche. In der nächsten Woche sollen es 145 Milliarden US-Dollar sein, schätzen Deutsche Bank-Analysten laut "Bloomberg".

Aktienrückkäufe haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Der Appetit der Unternehmen auf eigene Aktien ist größer als der von anderen Investoren. Seit dem Start des Bullenmarktes im März 2009 wurden den Aktionären mehr als sieben Billionen US-Dollar in Form von Rückkäufen und Dividenden zurückgegeben, so die von S&P Dow Jones Indices erhobenen Daten. Das entspricht 40 Prozent des Wertes, den Aktien im S&P 500 während dieses Zeitraums erwirtschaftet haben.

Sandro Rosa von "Finanz und Wirtschaft" weist auf die Schattenseiten der großangelegten Kursstützungs-Programme hin: "Was beunruhigt, ist die Beobachtung, dass die Buybacks zu einem großen Teil über Schulden finanziert wurden. Das birgt im derzeitigen Umfeld steigender Zinsen Gefahren. Denn höhere Zinskosten schmälern die freien Mittel der Unternehmen, mit denen sie weiterhin eigene Aktien kaufen können. Damit aber könnte ein bislang stützender Pfeiler der Börse wegfallen. Historisch lässt sich zudem ein Muster erkennen, das ebenfalls wenig Gutes verheißt: Unternehmen kaufen immer dann besonders viele eigene Titel zurück, wenn die Bewertungen und die Aktienkurse den Höhepunkt erreicht haben. Hoffen wir, dass es diesmal anders ist".

Quellen:

Bloomberg

Finanz und Wirtschaft

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