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Marihuana-Aktien: Bewertungen – und warum die Investoren massive Prämien zahlen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
01.11.2018, 15:45  |  5424   |   |   

Letzte Woche hat Kanada Marihuana für den Freizeitgebrauch von Erwachsenen legalisiert. Damit war es das erste Industrieland der Welt und nur das zweite Land nach Uruguay, in dem Marihuana für den Gebrauch von Erwachsenen im ganzen Land legal ist.

Marihuana-Aktien begannen in die Höhe zu steigen, als der kanadische Cannabis Act im Juni verabschiedet wurde. Dieser Anstieg ging jedoch im letzten Monat zurück und verringerte sich Anfang letzter Woche noch stärker. Natürlich signalisierte die Verabschiedung des Gesetzes, dass die Größe des kanadischen Marktes für legales Cannabis bald deutlich zunehmen würde. Noch wichtiger ist jedoch, dass das historische Ereignis der vergangenen Woche ein Vorbote für größere Dinge ist, die kommen werden: die föderale Legalisierung von Marihuana in den Vereinigten Staaten (und anderen großen Ländern), was nur eine Frage der Zeit zu sein scheint.

Angesichts der Erwartungen an einen Marktboom für legales Marihuana haben sich die Bewertungen in diesem Bereich  erhöht. Unten kannst du sehen, wie sich Marihuana-Aktien entwickelt haben.

Bewertungen von Marihuana-Aktien

Nachfolgend findest du eine Liste der 10 größten Marihuana-Aktien zusammen mit den Aktien von drei kleineren Unternehmen, basierend auf ihrer Marktkapitalisierung, die einzigartige Geschäftsmodelle haben und es wert sind, beobachtet zu werden.

Unternehmen Geschäft Marktkapitalisierung Kurs/Verkauf in den letzten 12 Monaten Kurs/Gewinn in den letzten 12 Monaten
Tilray (WKN:A2JQSC) Marihuana-Anbauer 10,2 Milliarden USD 337 k. A.
Canopy Growth (WKN:A140QA) Anbauer 7,7 Milliarden USD 115 k. A.
Aurora Cannabis (WKN:A12GS7) Anbauer 6,9 Milliarden USD 168 66*
GW Pharmaceuticals (WKN:693692) Biotech 4,4 Milliarden USD 259 k. A.
Aphria (WKN:A12HM0) Anbauer 2,5 Milliarden USD 94 84*
Cronos Group (WKN:A2DMQY) Anbauer 1,4 Milliarden USD 194 763*
HEXO (WKN:A2N455) (ehem. The Hydropothecary Corp.) Anbauer 816 Millionen USD 247 k. A.
CannTrust Holdings (WKN:A2DWH4) Anbauer 803 Millionen USD 36 53*
TerrAscend (WKN:A2DSES) Anbauer 724 Millionen USD 61,306 k. A.
The Green Organic Dutchman (WKN:A2JLEE) Anbauer 707 Milliarden USD N/A k. A.
Auxly Cannabis (WKN:A2DRE4) Streaming-Unternehmen 415  Millionen USD 243 k. A.
KushCo Holdings (WKN:A2ATJ3) Verpackungshersteller 409 Millionen USD 10 k. A.
Innovative Industrial Properties (WKN:A2DGXH) Real estate investment trust (REIT) 395 Millionen USD 40 85

Datenquellen: Yahoo! Finance und YCharts. Daten am 24.10.18.; von diesen Aktien ist KushCo in den USA ansässig; die anderen sind kanadische Unternehmen. Siehe Erklärung unten. Aurora ging am 23.10.18 an die NYSE-Börse, aber die früheren Quartalsberichte des Unternehmens wurden nach IFRS erstellt, wie im Folgenden erläutert.

Was können wir aus diesem Diagramm lernen?

1. Die in Kanada notierten Marihuana-Unternehmen können aufgrund des von ihnen verwendeten Rechnungslegungsstandards eine Gewinnsteigerung erzielen

Die kanadischen Unternehmen, die ein Sternchen neben ihrem Kurs-Gewinn-Verhältnis haben, benötigen eine besondere Erklärung – und das ist ein Thema, das alle Marihuana-Investoren verstehen sollten. Diese vier Unternehmen haben im vergangenen Jahr einen positiven Reingewinn bzw. Gewinn ausgewiesen.

Die Anleger können diese Gewinne jedoch nicht als gleichwertig mit den Gewinnen von anderen Unternehmen ansehen, die an wichtigen US-Börsen notiert sind. Denn die Gewinne der kanadischen Unternehmen können durch die Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften (engl. International Financial Reporting Standards) oder IFRS künstlich gesteigert werden. Unternehmen, die an einer großen US-Börse notiert sind, wenden die allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätze GAAP an.

Mein Kollege Sean Williams erläutert ausführlich, wie Unternehmen, die IFRS-Standards anwenden, „biologische Vermögenswerte“ ausweisen, zu denen auch Marihuana-Kulturen gehören. Das Wichtigste ist, dass die US-Investoren die ausgewiesenen Gewinne kanadischer börsennotierter Marihuana-Unternehmen ignorieren und sich auf ihre ausgewiesenen operativen Erträge konzentrieren sollten – und natürlich auf den Cashflow.

Das ist eine Sache, die auf dem besten Weg ist, sich zumindest deutlich zu verringern. Kanadische Marihuana-Unternehmen notieren zunehmend an der New York Stock Exchange (NYSE). Aurora begann gerade erst am 23. Oktober mit dem Handel an der NYSE, und Aphria hat kürzlich die Notierung an der NYSE beantragt.

2. Innovative Industrial Properties: Ein einzigartiges Unternehmen, das profitabel ist und eine Dividende ausschüttet

Innovative Industrial Properties mit Sitz in San Diego ist nicht nur nach GAAP profitabel, sondern zahlt auch eine Dividende von derzeit 3,5 %. Diese attraktive Dividende ist darauf zurückzuführen, dass die Unternehmen als Real Estate Investment Trust (REIT) organisiert ist, da REITs mindestens 90 % der Erträge als Dividende im Austausch für eine steuerliche Vorzugsbehandlung ausschütten müssen.

Innovative Industrial Properties kauft Immobilien von Marihuana-Anbauern – das Unternehmen hat derzeit neun im Portfolio – und vermietet sie dann an diese Anbauer zurück. Das ist ein besonders wichtiger Service in der Cannabis-Industrie, da die Unternehmen, die direkt in diesem Bereich tätig sind, Schwierigkeiten haben können, Zugang zu Kapital aus traditionellen Quellen, wie beispielsweise Banken, zu erhalten. Dieses ergibt sich aus der Tatsache, dass Marihuana auf Bundesebene in den USA illegal ist.

3. GW Pharmaceuticals, Auxly und KushCo haben auch einzigartige Geschäftsmodelle

GW Pharmaceuticals mit Sitz in Großbritannien war der erste Anbieter, der verschreibungspflichtige Medikamente aus Cannabinoiden der Cannabispflanze herstellte. Das Unternehmen verkauft Sativex zur Linderung von Schmerzen und anderen Symptomen der Multiplen Sklerose in vielen Ländern, aber nicht in den USA. Anfang dieses Jahres erhielt Epidiolex, ein anderes Medikament des Unternehmens, die Zulassung der US Food and Drug Administration zur Behandlung von zwei Formen der Epilepsie. Das war das erste Mal, dass die FDA grünes Licht für ein Medikament aus der Cannabispflanze gegeben hat.

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