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    Schweden  2426  0 Kommentare Apple: Konsumifikation der Städte schreitet voran

    Wem gehört die Stadt? Diese Frage treibt sowohl Berlin als auch andere europäische Städte um. Diese Woche schloss Siemens mit der Stadt Berlin eine neue Partnerschaft ab, um ihren alten Standort in ein Hightech-Quartier umzubauen. In Stockholm bekam Apple eine Absage für ihren Pavillon im wichtigsten Park Schwedens.

    In Stockholm hat die neue Regierung ein Leuchtturmprojekt von Apple gestrichen. Es sollte ein von den Architekten Forster + Partner geplanter Pavillion im Park Kungsträdgården entstehen (siehe Bild). "Es ist zu begrüßen, dass sich Apple in der Stadt etablieren will", sagte Erik Slottner, ein christdemokratische Politiker. Und weiter: "Aber Kungsträdgården ist der falsche Ort".

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    Für viele Bewohner erscheint es erstaunlich, dass Apple den Kungsträdgården jemals für einen geeigneten Ort für ein Geschäft halten konnte. Vom Park blickt man über das Wasser auf das Stockholmer Schloss auf Gamla Stan. Es ist einer der ältesten Parks der Stadt: "Kungsträdgården ist der wichtigste Park Schwedens", sagte Johanna Jarméus vom Architekturbüro Nyréns Arkitektkontor.

    Der Widerstand kam nicht nur von Demonstranten und Naturschützern, sondern auch von offiziellen Stellen, wie dem offiziellen Beauty Council der Stadt. Es gab rund 1.800 Antworten auf die Konsultation der Stadt zu diesem Projekt. Fast alle von ihnen waren negativ.

    "Als ich davon hörte, dachte ich, dass ist unmöglich. Die Stockholmer werden nicht zulassen, dass Apple ein großes Geschäft im Kungsträdgården baut. Stadtparks sind in Stockholm ein wenig heilig. Man kann einen Park nicht privatisieren", sagt Göran Folin von der Interessensgruppe Alternativ Stad. 

    Aber die von Apple im vergangenen Jahr angekündigte Einzelhandelsstrategie deutet darauf hin, dass es sich um keinen Einzelfall handelte: Die Verwischung der Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Raum ist genau das, was das Unternehmen zu tun versucht, so "The Guardian". "Es ist lustig, wir nennen sie eigentlich keine Läden mehr", sagte Angela Ahrendts, Apple's Senior Vizepräsidentin für den Einzelhandel, im November letzten Jahres. Und weiter: "Wir nennen sie Stadtplätze, weil sie Treffpunkte sind, an denen jeder willkommen ist".

    Stockholm ist die erste Stadt, welche die neue Apple-Strategie vereitelt. Es könnte Melbourne folgen. Dort will Apple am Federation Square einen neuen Flagship-Store errichten. Rund 30.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die gegen die Pläne des Unternehmens protestiert. 

    Anfang Oktober hatte Google seine Pläne zur Eröffnung eines Campus in Berlin Kreuzberg zurückgestellt und sich angesichts einer energischen Anti-Google-Kampagne zurückgezogen. Auch in Toronto gibt es Gegenwind für Googles neues Quartier am Wasser - es soll eine Smart Neighborhood entstehen. Die Geschichte in Stockholm ist vielleicht noch nicht vorbei, denn Apple besitzt immer noch die Rechte an dem Grundstück.

    Quelle:

    The Guardian

     





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