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Wie man aus der Schuldenfalle herauskommt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
02.11.2018, 17:00  |  757   |   |   

Im ersten Quartal 2018 stieg die Gesamtverschuldung der Haushalte in den USA um 63 Mrd. US-Dollar. Es war das 15. Quartal in Folge, in dem die Gesamtverschuldung der Haushalte stieg. Die Amerikaner hatten insgesamt 13,21 Billionen US-Dollar Schulden, darunter 1,41 Billionen US-Dollar an Studiendarlehen, 1,23 Billionen US-Dollar an Autokrediten und 815 Mrd. US-Dollar an Kreditkartenschulden.

Alle diese Statistiken machen eines deutlich: Die Amerikaner stehen tief in der Kreide. Und für den Einzelnen kann das zu einem zentralen Problem werden, da es die eigenen finanziellen Ziele und sogar die Gesundheit gefährden kann.

Die gute Nachricht ist, dass du dein Leben nicht damit verbringen musst, Zinsen an Gläubiger zu zahlen. Du kannst einen soliden Plan erstellen, um deine Schulden ein für alle Mal in Angriff zu nehmen, indem du die hier beschriebenen Schritte ausführst.

1. Verstehen, wie Schulden funktionieren

Bevor du aus deinen Schulden herauskommen kannst, musst du verstehen, wie die Schulden funktionieren. Wenn du Schulden hast, bedeutet das natürlich, dass du jemand anderem Geld schuldest – aber es gibt viel mehr zu wissen als das.

  • Erstens: Wenn du dir Geld leihst, musst du es normalerweise mit Zinsen zurückzahlen. Der Betrag, den du dir leihst, wird als Kapital bezeichnet und Zinsen lassen den Kapitalbetrag wachsen. Wenn du dir zum Beispiel 100 US-Dollar leihst, zahlst du nicht nur 100 US-Dollar zurück – du zahlst 100 US-Dollar plus Zinsen. Der spezifische Betrag der Zinsen, die dir berechnet werden, hängt vor allem von einem ab: dem Zinssatz, der auf einem Prozentsatz dessen basiert, was du dir leihst, wie z. B. 10 % Zinsen. Dieser Satz kann fixiert sein, was bedeutet, dass er immer gleich bleibt, oder variabel, was bedeutet, dass er sich regelmäßig ändern kann. Variable Zinssätze sind in der Regel an einen Finanzindex wie beispielsweise den LIBOR-Index gebunden.
  • Ein zweiter wichtiger Punkt ist, wie oft sich der Betrag verzinst. Das erfolgt, wenn Zinsen in Rechnung gestellt und auf den Hauptsaldo aufgeschlagen werden. Wenn die Zinsen täglich berechnet werden, werden sie für jeden Tag berechnet und zu deinem Hauptsaldo addiert. Am nächsten Tag werden also Zinsen auf den etwas höheren Kapitalbetrag erhoben. Je öfter deine Zinsen erhoben werden, desto höher sind deine tatsächlichen Zinskosten. Wenn du dir 100 US-Dollar zu 10 % Zinsen leihst, die täglich aufgezinst werden, würdest du, wenn du nie eine Rückzahlung geleistet hättest, am Ende des Jahres nicht nur 110 US-Dollar schulden. Jeden Tag schuldest du 1/365 der 10 % Jahreszinsen. Deine täglichen Zinskosten würden zu deinem Kreditsaldo hinzugezählt, sodass dir täglich Tageszinsen auf ein etwas höheres Guthaben berechnet würden. Am Ende des Jahres schuldest du schließlich 110,52 US-Dollar.
  • Der dritte Punkt ist deine Kreditlaufzeit. Je länger du brauchst, um dein Darlehen zurückzuzahlen, desto mehr Zinsen zahlst du, weil du für eine längere Zeit Zinsen berechnet bekommst.

Wenn die monatliche Zahlung auf deine Schuld nicht ausreicht, um die Zinsen zu zahlen, die während des Monats angefallen sind, wirst du buchstäblich für immer in den Miesen sein. Das ganze Geld, das du zahlst, wird für die Zinsen aufgewendet und dein Hauptsaldo wird nie sinken. Das ist der Grund, warum es wichtig ist, sicherzustellen, dass deine Zahlungen deinen Schuldensaldo jeden Monat so weit wie möglich reduzieren, wenn du hoffst, schuldenfrei zu werden.

Zusätzliche Zahlungen zu leisten hat dabei immer den Effekt, dass eine größere Summe von deiner Schuld verschwindet – und du so im nächsten Monat Zinsen auf einen kleineren Gesamtbetrag zahlen musst und deine Zinskosten niedriger sind. Das ist der Grund, warum das Zahlen von Sondertilgungen hilfreich sein kann, um schuldenfrei zu werden. Du reduzierst nicht nur den Restbetrag, sondern auch die Zinskosten.

Nur kleine Zahlungen auf deine Schulden zu leisten kann andererseits bedeuten, ein Vermögen in Zinsen zu stecken – auch wenn du schließlich das Darlehen zurückzahlen kannst. Wenn du dir 10.000 US-Dollar zu 18 % leihst und sieben Jahre brauchst, um sie zurückzuzahlen, würdest du 7.670 US-Dollar an Zinsen zahlen. Das ist eine Menge zusätzliches Geld, das du in die Tasche eines Gläubigers steckst, anstatt es in deine Zukunft zu investieren.

2. Schau auf die Details

Der erste Schritt, um aus den Schulden herauszukommen, ist, sich das Gesamtbild klarzumachen. Das bedeutet, dass du jede einzelne Schuld, die du hast, mit Details wie dem aktuellen Saldo, dem Zinssatz und der monatlichen Zahlung auflisten musst.

Du bist dir nicht sicher, wo du diese Informationen findest? Dann überprüfe deine Kreditauskunft auf eine vollständige Liste der Kreditoren. Du kannst ein kostenloses Exemplar bei annualcreditreport.com oder bei jeder der drei großen Wirtschaftsauskunfteien erhalten. Du hast das Recht auf einen Bericht pro Jahr von jeder der drei führenden Wirtschaftsauskunfteien – Equifax, Experian und TransUnion –, sodass du in zeitlichem Abstand die entsprechenden Anfragen stellen und unterm Strich alle vier Monate einen Bericht erhalten kannst. Logge dich bei den Onlinekonten bei jedem Gläubiger ein, schau auf deinen letzten Kontoauszug, wenn du ihn hast, oder ruf einfach mal die Gläubiger an, um die gewünschten Informationen zu erhalten.

Wenn du bestimmte Arten von Schulden hast, gibt es zusätzliche Onlinetools, um herauszufinden, wie hoch sie sind. Das nationale Student Loan Data System ermöglicht es dir, nach Studiendarlehen zu suchen, um deinen Dienstleister, den Zinssatz und den fälligen Betrag zu finden.

Es wird dir nicht gelingen, deine Schulden in den Griff zu bekommen, wenn du die Details nicht kennst, also ist das Zusammensuchen der konkreten Angaben ein wichtiger Schritt bei der Erstellung eines Schuldenrückzahlungsplans.

3. Finde heraus, ob ein Schuldenerlass möglich ist

Vielleicht merkst du mit der Zeit, dass du so viel Schulden hast – oder dass die Zahlungen so hoch sind –, dass es unmöglich ist, jemals aus dem Schuldenloch herauszukommen. Unter diesen Umständen macht es keinen Sinn, Geld in Schulden zu stecken, bei denen es dir ohnehin nie gelingen wird, sie abzubezahlen. Stattdessen ist es Zeit, sich über eine Privatinsolvenz bzw. einen Konkurs Gedanken zu machen oder einen Plan mit den Kreditgebern auszuarbeiten, um weniger zurückzuzahlen, als du schuldest.

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