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Die Vita von Friedrich Merz im Vergleich Aufsichtsrat beim "Todesstern der Globalisierung"

Gastautor: Rainer Zitelmann
03.11.2018, 11:50  |  2919   |   |   

Vor einigen Tagen bei Maybrit Illner im ZDF. Es geht um die Stärken und Schwächen der Kandidaten für den CDU-Vorsitz. Zu Friedrich Merz heißt es in einem mit dramatischer "Star Wars"-Musik untermalten Einspielfilm, sein größter Nachteil sei seine Tätigkeit bei Blackrock. Denn: "Der Vermögensverwalter Blackrock ist für viele eine Art Todesstern der Globalisierung. Und Merz ist der deutsche Aufsichtsratschef."

Man kann schon jetzt voraussagen, dass die Tätigkeit von Merz als Aufsichtsrat vieler Unternehmen im Mittelpunkt der Kampagne seiner politischen Gegner stehen wird - von den Linksgrünen innerhalb und außerhalb der Union. Während sich rechte Verschwörungstheoretiker an seiner Tätigkeit als Vorstand der "Atlantik-Brücke" stoßen, machen ihm linke Politiker und Medien zum Vorwurf, dass er für die "Hochfinanz" arbeite. Schon "Finanz" klingt ja für diese Leute (die selbst meist keine Finanzen haben) so bedrohlich wie "Neoliberalismus" oder "Turbokapitalismus", aber "Hochfinanz" klingt so ähnlich wie "hochkriminell".

Zur Vita von Friedrich Merz: Er studierte Rechtswissenschaften, schloss das erste und zweite Staatsexamen ab, arbeitete danach als Richter und in international renommierten Anwaltskanzleien. Heute ist er im Aufsichtsrat mehrerer Unternehmen, u.a. der deutschen Ableger des weltweit führenden Vermögensverwalters Blackrock und der HSBC, einer der zehn größten Banken der Welt. Schon die Größe der Unternehmen gilt den Merz-Kritikern als Argument gegen ihn. Hätte er es nur bis zum Abteilungsleiter einer Kreissparkasse gebracht, würde das noch als halbwegs ehrbarer Beruf gelten. Ein abgeschlossenes Studium, die Tätigkeit in einem ehrbaren Beruf, wirtschaftlicher Erfolg und Spitzenpositionen in der Wirtschaft gelten dem linksgrünen Zeitgeist als "No-Go" für ein hohes politisches Amt. Wie sieht es aber mit den Helden der Linksgrünen und deren Vita aus? Ein Vergleich mit Merz ist interessant:

SPD: Die Vita von Nahles, Schulz, Kühnert
Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles studierte 20 Semester Germanistik und Politik, bevor sie dann endlich doch noch ihren Magister mit einer Arbeit über "Serien-Liebesromane" machte. Eine Doktorarbeit in Literaturwissenschaften hat sie zwar begonnen, aber nie beendet. Ihr Vorgänger im Parteiamt, Martin Schulz, hatte die Schule vor dem Abitur abgebrochen, dann aber immerhin eine Ausbildung als Buchhändler absolviert.

Oder nehmen wir Kevin Kühnert, den Shootingstar der Sozialdemokraten. Manche Genossen fordern sogar schon öffentlich, ihn zum neuen Parteivorsitzenden zu machen. Kühnert schrieb sich an der FU Berlin in Publizistik und Kommunikationswissenschaft ein, verließ die Uni allerdings ohne Abschluss. Später versuchte er es noch einmal und nahm ein Studium an einer Fernuniversität auf, diesmal in Soziologie und Politik, aber brachte es wiederum nicht zu einem Abschluss. Die linke taz erregte sich darüber, wenn das überhaupt thematisiert wurde: "Das Bildungsbürgertum urteilt also, ein abgeschlossenes Studium sei Voraussetzung für die Politik. Die Elite soll unter sich bleiben, Privilegien will schließlich keiner teilen."

In der Tat: Dass jemand sein Studium abbricht, muss kein Fehler sein. Es gibt unter den Milliardären nicht wenige berühmte Studienabbrecher wie Steve Jobs oder Bill Gates, die allerdings ihr Studium abbrachen, um dann eine erfolgreiche Unternehmerkarriere zu starten. Bei linken Politikern folgt auf den Studienabbruch jedoch niemals eine Karriere in der Wirtschaft.

Grüne: Die Vita von Özdemir, Roth und Habeck
Cem Özdemir, der zehn Jahre lang Bundesvorsitzender der Grünen war, machte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Erzieher. Anschließend erwarb er die Fachhochschulreife an einer Fachoberschule und studierte danach an der Fachhochschule Sozialpädagogik. Heute fühlt sich der gelernte Erzieher berufen, die deutsche Automobilindustrie über angebliche strategische Fehler zu belehren und möchte den Vorständen dieser weltweit erfolgreichen Unternehmen gerne vorschreiben, was sie produzieren sollten.

Özdemirs Vorgängerin im Amt der Grünen-Vorsitzenden, Claudia Roth, begann ein Studium in Theaterwissenschaft, Germanistik und Geschichte, das sie nach zwei Semestern abbrach. Danach arbeitete sie kurze Zeit als Dramaturgie-Assistentin an einem Theater und später als Managerin der linksextremen Band Ton Steine Scherben (bekannte Songtexte: "Macht kaputt, was euch kaputt macht"; "Und hau den ersten Bullen, die da auftauchen ihre Köppe ein").

Dagegen nimmt sich die Vita des heutigen Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck achtbar aus, immerhin wurde er mit einer Arbeit über "literarische Ästhetizität" zum Doktor der Philosophie promoviert, während seine Co-Vorsitzende, Annalena Baerbock ihre vor einem Jahrzehnt begonnene Doktorarbeit immer noch nicht vollendet hat. Habeck hat seinen Doktor ordentlich gemacht, was man nicht von allen Politikern behaupten kann.

CDU/CSU: Minister mit gefälschten Doktortiteln
Die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung (!) im Kabinett von Angela Merkel, Annette Schavan (CDU), musste ihren Doktortitel zurückgeben. In einem Gutachten hieß es: "Eine leitende Täuschungsabsicht ist nicht nur angesichts der allgemeinen Muster des Gesamtbildes, sondern auch aufgrund der spezifischen Merkmale einer signifikanten Mehrzahl von Befundstellen zu konstatieren."

Auch der ehemalige Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) im Kabinett Merkels musste seinen Doktortitel zurückgeben, weil er sich den Titel mit einem Plagiat erschlichen hatte. Seine Nachfolgerin Ursula von der Leyen (CDU), die zwar als Verteidigungsministerin komplett versagte, von Merkel jedoch für ihre bedingungslose Untergebenheit sogar ein zweites Mal mit einem Ministerposten belohnt wurde, entkam dem nur knapp. 2015 wurden Vorwürfe dokumentiert, wonach 43,5 Prozent der untersuchten Seiten ihrer Dissertation Plagiate seien. Schließlich leitete nach einer Vorprüfung die Medizinische Hochschule Hannover eine förmliche Untersuchung ein. Der Senat entschied im März 2016, dass von der Leyen ihren Doktorgrad behalten darf, da es sich um einen minderschweren Fall handele. Die Hochschuluntersuchungskommission stellte fest, dass "nur" 20 Prozent der Arbeit fehlerhaft seien.

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Kommentare

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/zufall-sta…

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...
06.11.2018 - 15:25 Uhr

Ermittler der Kölner Staatsanwaltschaft haben nach BILD-Informationen am Dienstagvormittag Räume der Vermögensverwaltung BlackRock in München durchsucht.

Zufall?

Friedrich Merz (62), Kandidat für den CDU-Vorsitz, ist seit März 2016 Aufsichtsratschef für den deutschen Ableger von BlackRock. Wie es hieß, gehe es bei den Ermittlungen um den Zeitraum von 2007 bis 2010, also lange vor dem Eintritt Merz‘ in das Unternehmen.

Demnach durchsuchten 15 bis 20 Ermittler die Büros nach Material zu sogenannten Cum-Ex-Geschäften im Zeitraum 2007 bis 2010. BlackRock „verleiht“ immer wieder Aktien von Anlegern an Banken, die damit Renditen erwirtschaften. Die Hintergründe der Durchsuchung sind noch unklar. Die Staatsanwaltschaft Köln wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Auf BILD-Anfrage teilte das Unternehmen mit: „BlackRock arbeitet in einer laufenden Untersuchung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Transaktionen im Zeitraum 2007 bis 2011 uneingeschränkt mit den Ermittlungsbehörden zusammen.“

...

Merz hatte sich zuletzt in der Süddeutschen Zeitung ausdrücklich von dieser Art der Steuerspargeschäfte distanziert. „Aktiengeschäfte wie Cum-Ex und Cum-Cum dienen letztlich dazu, die Steuerzahler auszunehmen“, sagte Merz der Zeitung. Solche Geschäfte seien vollkommen unmoralisch, unabhängig von der juristischen Bewertung.

BlackRock ist die größte Fondsgesellschaft der Welt mit einem verwalteten Vermögen (Kundengeldern) von zuletzt rund 6,4 Billionen US-Dollar (ca. 5,7 Billionen Euro).

Laut Daten der Finanzaufsicht Bafin ist die US-Firma an mindestens 67 deutschen Aktiengesellschaften beteiligt. Dabei ist sie laut der Aktionärsvereinigung DSW bei 20 der 30 Dax-Unternehmen sogar größter Einzelaktionär, bei 19 Dax-Konzernen hält sie mehr als fünf Prozent der Anteile.



___
Zu:
Merz hatte sich zuletzt in der Süddeutschen Zeitung ausdrücklich von dieser Art der Steuerspargeschäfte distanziert.

--> warum äusserte er sich eigentlich dazu? ;)

--> ...und wie hoch war sein Engagement den Sachverhalt im Hause aufzuklären, auch wenn er wohl seinerzeit noch nicht AR-Chef war?



--> ganz spontan würde ich sagen:

• das war's mit seiner erfolgreichen CDU-Vorsitz-Kandidatur und späteren Kanzler-Kandidatur


--> nun darf er 158+ Interviews zu Cum-Ex und Cum-Cum geben -- als Jurist auch noch :rolleyes:
Es sollte eigentlich sofort einleuchten, dass eine Fuehrungsposition in einer der maechtigsten Lobbyorganisationen der Welt und eine gleichzeitige Fuehrungsposition in der Politik (oder den auch Medien) bedenklich ist.
Die Atlantikbruecke ist nichts anderes als der Think Tank der NATO und wird finanziert durch Gelder der US Regierung, von Golfstaaten, Ruestungsfirmen, globalen Finanzinstituten. sog. Philanthropen und vielen anderen Quellen, die direkt oder indirekt vom US Verteidigungsbudget oder NATO Interventionen profitieren.

Die deutschen Mitglieder dieser Vereinigung zeichnen sich aus durch a) einen Karrieresprung, b} haeufige positive Berichterstattung ueber sie in Leitmedien, c) Unterstuetzung von NATO Kriegen und d) feindselige Haltungen gegenueber Russland, Iran, Syrien und anderen.

Ich denke, die Mitgliedschaft in dieser Lobby-Organisation ist hoechst kritikwuerdig.
BlackRock Inc. (BLK)

Bild: 1213_20181103200256_blk


=> ich würde mal sagen:

• Friedrich Merz - auch schon junge 62! - zeigt mit seinem (vorr.) Absprung bei BlackRock ein gutes Gefühl für das richtige Timing :D
Merz war auch jahrelang beim VCI in Bonn und hat in der Steuerabteilung eines Großkonzerns Steuerrecht von der Pike auf gelernt.
In der Politik gibt es zu viele Studienabbrecher,dies ist keine Empfehlung.Es bedeutet u.a. vollständige Abhängigkeit von polit.Tätigkeiten und von Mandaten.
Weitere Studienabbrecher,Ausbildungsabbrecher:
Lars Klingbeil SPD
Blume CSU
Laschet CDU wegen Nichtantritt zum Justizdienst als Referendar Verfall des ersten jur.Staatsexamens.
Die Liste ließe sich fortsetzen.

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