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20.000 selbstfahrende Jaguar sagen dir eine Menge über den Aktienmarkt

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
04.11.2018, 11:01  |  503   |   |   

Mir geht diese Zahl nicht mehr aus dem Kopf. In diesem Jahr hat Alphabets Tochter Waymo, die an Technologie für autonom fahrende Autos arbeitet, 20.000 Jaguar I-PACEbestellt. Diese Lieferung des vollelektrischen Modells des Premiumherstellers wird Teil der Waymo-Flotte werden.

Nur für sich genommen ist die Zahl aber gar nicht so interessant. Die Google-Mutter Alphabet hat so viel Geld auf der hohen Kante, dass sie so ziemlich kaufen kann, was sie will. Was ich extrem spannend finde, ist die Anzahl der Fahrten, die diese selbstfahrenden Autos bedienen können sollen. Waymo schätzt, dass diese 20.000 Jaguar 1 Million Fahrten pro Tag machen werden können.

Das finde ich ziemlich unglaublich. Das ist eine Summe an Fahrten, wie sie in einer mittelgroßen Metropole an einem Tag zurückgelegt wird. Laut der Studie Mobilität in Deutschland wurden im letzten Jahr in Deutschland täglich 112 Millionen Wege mit dem Auto zurückgelegt. Nehmen wir einmal vereinfacht an, dass diese Wege mit der von Waymo erwarteten Effizienz von selbstfahrenden Autos bedient werden könnten, bräuchte man dafür 2,24 Millionen Autos. In Deutschland wurden Anfang dieses Jahres 46,47 Millionen Pkw gezählt.

Da ein Angebot im Umland von Städten und im ländlichen Raum, wo Fahrten oft länger sind, bei der Waymo-Rechnung wahrscheinlich nicht mit einbezogen wurde, würden 2,24 Millionen Robotaxis aber wohl nicht ausreichen, um den täglichen Bedarf an Autofahrten in Deutschland zu decken. Selbst wenn man aber letztendlich doppelt so viele selbstfahrende Autos benötigen würde, wäre das immer noch weniger als ein Zehntel des aktuellen Pkw-Bestands.

Da die Technologie für selbstfahrende Autos noch nicht gänzlich ausgereift ist und in den kommenden Jahren erst nach und nach in unseren Alltag vordringen wird, sind diese ganzen Zahlen natürlich nur ein Gedankenspiel, bei dem es hohe Unsicherheiten gibt. Wichtig ist aber zu verstehen, dass eine stark sinkende Nachfrage nach Autos möglich ist. Und dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die Zeit bald ihr Ende finden dürfte, in der die Autoproduktion selbst und somit die Autohersteller der wichtigste Faktor bei der Wertschöpfung in der individuellen Mobilität sind.

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