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Wikifolio Vom verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld der Anleger

Nachrichtenquelle: wikifolio
05.11.2018, 11:35  |  567   |   |   

Wenn wikifolios als bessere Alternative die schnöden Sparkassenfonds als Standardanlage ablösen sollen – und das werden sie irgendwann, müssen die Verwalter Sicherheit anbieten und nicht Nervenkitzel!

Wäre es in unsicheren Zeiten nicht eine gute Idee, den Fuß zumindest bei offensiveren Strategien vom Gas zu nehmen und größtenteils in Cash zu gehen? US-Präsident Trump facht den Handelsstreit mit China weiter an, Italien erhöht seine ohnehin schon hohen Schulden, der Brexit steht vor der Tür und in Deutschland verändert sich die politische Landschaft.

All diese Dinge sind schon seit Monaten aktuell. Wäre man im Sommer mit einem offensiven wikifolio zu 100% in Cash gegangen, stände dieses jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit besser da. Nach einer langen Zeit mit steigenden Kursen hätte man die beschriebenen Risiken berücksichtigen können. Lieber ein paar Prozent nach oben verpassen, als beim möglichen Crash dabei sein. Seitdem ich Geld von Dritten verwalte, bin ich mit der Zeit vorsichtiger geworden. Warum Gewinne aufs Spiel setzen, die man durch das konsequente Verfolgen einer guten Strategie erreicht hat? Einfach mal innehalten und die Gier ausschalten. Natürlich wird es nicht einfach sein, den schrittweisen Wiedereinstieg hin zur 100%igen Investition in Aktien richtig zu timen. Aber auch da denke ich: ruhig etwas später als zu früh.

Selbstverständlich ist es mein Ziel, im Rahmen meiner Strategie meistens voll investiert zu sein. Bei einer Dividendenstrategie z.B. bleibt man wohl besser permanent zu annähernd 100% investiert. Aber bei einer offensiveren Strategie sollte man auch versuchen, aktiv Verluste zu begrenzen. Gewinne kommen bei der richtigen Strategie von selbst. Und das bedeutet, bei unsicheren Rahmenbedingungen wie den oben beschriebenen auch mal zu desinvestieren.

Es sind etliche wikifolios zu beobachten, deren Betreiber den Fuß ungeachtet der Risiken voll auf dem Gas behielten. Um möglichst kein Prozent nach oben zu verpassen. In den vergangenen Monaten war das oft zum Nachteil der Anleger. Meiner Meinung nach fehlt manchmal das Bewusstsein, verantwortungsvoll mit den anvertrauten Geldbeträgen umzugehen.

Auch möchte ich dazu anregen, nicht jede Aktie von Unternehmen zu hypen, die von sich selbst behaupten, die nächste Netflix zu sein. Langfristig lohnt es sich, Geschäftsmodelle genauer anzuschauen. Nehmen wir eine Pantaflix, die ein bekannter Schauspieler und Produzent gegründet hat, um seine Filme zu finanzieren. Mit Filmproduktion hat in den letzten Jahrzehnten außer den großen 4 in Hollywood niemand Geld verdient. Und mit B- und C-Filmen ist das auch nicht zu schaffen. Bliebe das Streaming von Blockbustern. Aber wenn ich einen Film googele, erhalte ich einen Treffer mit Pantaflix erst auf Seite 7. Doch wer blättert schon so weit? Ein weiterer Großaktionär hat mit seinem Track Record bisher auch nur sich selbst bereichert. Natürlich ließ sich mit der Aktie beim richtigen Timing einiges verdienen, aber heute ist der Wert nach kurzem Höhenflug wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet.

Zugegeben, auch mein wikifolio Deutsche Momentum-Aktien war kurze Zeit in sehr geringem Umfang in Pantaflix investiert. Aber ich habe schnell die Reißleine gezogen. Andere wikifolios haben ihren Anlegern Schaden zugefügt. Es würde helfen, wenn die Verwalter von Fremdvermögen nicht nur an maßlos übertriebene Kursziele von Analysten glaubten, sondern selbst die Geschäftsmodelle prüften.

Jörg Eickhoff

Profil des Autors

Jörg Eickhoff betreut als "eicki" die wikifolios "Deutsche Momentum-Aktien" (eher offensiv) und "Dividende Cashflow Eigenkapital" (eher konservativ). Er ist der Meinung, dass Aktien im aktuellen Niedrigzinsumfeld ins Portfolio gehören. Der Dipl.-Kfm. ist seit ca. 25 Jahren an der Börse aktiv und jetzt mit Mitte 50 sicherheitsorientiert und weiß geringe Schwankungen zu schätzen. Bei der Analyse der vielen Aktien im Anlageuniversum helfen ihm auch die Erfahrungen, die er im Finanzbereich in der freien Wirtschaft gemacht hat.



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