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Diesel-Skandal: Keine Verjährung beim Widerruf von Auto-Kredit und Leasing

Gastautor: Roland Klaus
05.11.2018, 18:13  |  756   |   |   

In vielen Medien lesen Diesel-Besitzer, dass ihre Ansprüche im Rahmen des Abgas-Skandals Ende 2018 verjähren. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Beim sogenannten Widerrufsjoker, dem Widerruf eines Kfz-Kredits oder Leasing-Vertrags, gilt dies nicht. Dennoch sollten Verbraucher ein Vorgehen nicht auf die lange Bank schieben.

Richtig ist, dass für sämtliche Ansprüche auf Schadensersatz gegen Volkswagen eine Verjährung zum 31. Dezember 2018 eintritt. Denn die offizielle Bekanntmachung der Abgasmanipulationen erfolgte im September 2015. Für solche Fälle gilt eine Verjährungsfrist von drei Jahren, die zum Jahresende des dritten Jahres eintritt, also im Dezember 2018.

Doch es gibt eine noch viel interessantere Möglichkeit als die Schadensersatzklage. Sie gilt für Verbraucher, die den Kauf ihres Autos über Kredit oder Leasing finanziert haben. Dort entsteht durch Formfehler in den Vertragsunterlagen ein sogenanntes „ewiges Widerrufsrecht“. Es gibt hier also keine Verjährung! Experten sprechen vom sogenannten Widerrufsjoker. Wie die Analysen der Interessengemeinschaft Widerruf zeigen, weist die Mehrzahl der Finanzierungsverträge von Autobanken wie VW Bank, Audi Bank, BMW Bank, Mercedes Benz Bank, Santander, BDK, Bank 11 und anderen etliche Formfehler auf.

Diese Fehler führen dazu, dass der Widerruf der Finanzierung erklärt werden kann und somit auch der Kauf des Fahrzeugs rückgängig gemacht wird – und zwar, ohne dass es zu einer Verjährung kommt. Dieser sogenannte Widerrufsjoker kommt daher selbst dann in Frage, wenn der Kredit- oder Leasing-Vertrag inzwischen ausgelaufen ist. Voraussetzung ist lediglich, dass die Finanzierung nach Juni 2010 abgeschlossen wurde.

Im Vergleich zur Schadensersatzklage hat der Widerrufsjoker noch einen weiteren Vorteil. Denn während beim Thema Schadensersatz nur dann eine Rechtsschutzversicherung greift, wenn sie beim Kauf des Autos bestanden hat, gibt es beim Kredit-Widerruf einen für Diesel-Besitzer höchst interessanten Trick: Vor dem Widerruf kann noch eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen werden, die dann sämtliche Kosten für Anwalt und Gericht übernimmt. Verbraucher haben hier also kein Kostenrisiko.

Obwohl keine Verjährung droht, sollten betroffene Autobesitzer den Widerruf der Finanzierung nicht unnötig auf die lange Bank schieben. Drohende Fahrverbote in zahlreichen Städten sprechen dafür, hier demnächst aktiv zu werden.  

Um festzustellen, ob der Widerrufsjoker bei ihnen greift, können Autobesitzer ihre Kreditunterlagen bei der Interessengemeinschaft Widerruf kostenlos und unverbindlich prüfen lassen. Falls sie keine Rechtsschutzversicherung haben, erfahren Sie im Zuge dieser Prüfung auch, bei welcher Versicherung noch eine Police abgeschlossen werden kann, die die Kosten für den Kredit-Widerruf übernimmt.

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