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Zehn Jahre Bitcoin Totgesagte leben länger

Gastautor: Stephan Witt
05.11.2018, 21:41  |  983   |   |   

Der Bitcoin, der Ursprung der Kryptowährungen feiert demnächst sein zehnjähriges Bestehen. Ende 2008 kam ein Dokument im Umlauf, in dem von Bitcoin-Gründer Satoshi Nakamoto die zugrundeliegende Technologie beschrieben wurde, kurz darauf die dazugehörende Open-Sorce Referenzsoftware. Im Anschluss entstand der Bitcoin, als Zahlungsmittel mit Höhen und Tiefen.

Der Kurseinsturz in diesem Jahr war nur logisch, da sich der Kurs zu sehr aufgebläht hat und hinter Kryptowährungen im Gegensatz zum gebräuchlichen Fiatgeld keine Volkswirtschaft steht. Dennoch ist der Grundgedanke hinter dem Bitcoin (stellvertretend für alle Kryptowährungen) nicht komplett schlecht. Das Prinzip der Dezentralisierung im Zahlungsverkehr ist nach wie vor noch gefragt. In der Öffentlichkeit ist Bitcoin nicht mehr sehr präsent, dennoch nutzen noch viele Unternehmen und Organisationen weltweit Bitcoin als Zahlungsmittel oder Anleger sehen die Kryptowährung als Spekulationsobjekt an. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Blockchain-Technologie, die hinter dem Bitcoin steht. Diese Technologie wird auch in Zukunft weiterbestehen.

Die Kryptowährungen haben ihren Reiz – auch nachdem beispielsweise der Bitcoin seit dem Hoch Ende des Vergangenen Jahres gut ein Drittel seines Wertes eingebüßt hat. Für viele Anleger war es wohl einfach mal etwas anderes, als die gewohnten Aktien, Fonds und Anleihen. Kryptowährungen sind etwas Neues und haben den Markt einmal kräftig durchgewirbelt; das hat in der öffentlichen Presse für viel Aufsehen gesorgt. Zudem gab es ja lange Zeit nur eine Richtung für Bitocin und Co.: und zwar nach oben. Da wollte natürlich jeder etwas vom Kuchen abhaben. Die Kryptowährungen brac

hten mit dem Prinzip der Dezentralisierung (Blockchain) auch eine neue Hoffnung für diejenigen, die sich von den Zentralbanken und dem bestehenden Wirtschaftssystem lossagen wollten.

Grundsätzlich sind die handelnden Marktteilnehmer immer noch dieselben, die auch vor mehr als einem Jahr mit Bitcoins gehandelt haben. Der gewöhnliche Anleger wird wohl von dem enormen Einbruch und der schon immer hohen Volatilität verschreckt worden sein. Aber auch jetzt akzeptieren viele Unternehmen vor allem im Online-Bereich Bitcoins als Zahlungsmittel. Die zweite große Gruppe bilden die Spekulanten, die sich durch eben genau diese hohe Volatilität kurzfristig hohe Renditen erhoffen. Es darf aber auch nicht unberücksichtigt bleiben, dass immer noch zahlreiche kriminelle Organisationen durch Kryptowährungen eine Plattform gefunden haben, durch welche sie anonym und schnell hohe Summen bewegen können.

Die größten Profiteure sind dabei einfach ausgemacht die, die noch bei den niedrigen Kursen von vor mehr als drei Jahren zugeschlagen haben. Davon dürfte allerdings ein großer Teil bei dem gigantischen Kursanstieg rausgegangen sein, um die Gewinne zu realisieren.

Alternativen zu einer Direktanlage gibt es bereits: Wer indirekt in Bitcoin investieren möchte, kann sich auf dem Zertifikatemarkt umsehen. Hier gibt es bereits seit geraumer Zeit Angebote, die Bitcoin als Referenzkurs enthalten. Jüngst hat der größte Vermögensverwalter BlackRock gesagt, dass die Zukunft der Bitcoin-ETFs eher fraglich sei. Grund hierfür ist die fehlende Reife des Kryptomarktes, aber auch das anhaltende negative Image. Darüber hinaus wurden bisher alle Anträge für einen Bitocin ETF verschiedenster Unternehmen von der SEC (United States Securities and Exchange Commission, also die US-amerikanische Börsenaufsicht für den Wertpapierhandel) abgelehnt. Interessierte Anleger sollten also nicht zu bald mit einem eigenen ETF rechnen.

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