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Um wie viele US-Cent wird Royal Dutch Shell wohl die Dividende erhöhen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
06.11.2018, 10:17  |  805   |   |   

Kleiner Hinweis vorab: Auch bei der Verkündung der aktuellen Quartalszahlen hat der Öl- und Gasmulti Royal Dutch Shell lediglich eine konstante Dividende in Höhe von 0,47 US-Dollar bekannt gegeben. Die folgenden Überlegungen sind daher rein hypothetischer Natur.

Nichtsdestoweniger dürften nach Ansicht so mancher Investoren die aktuell guten Quartalszahlen durchaus langsam wieder eine Erhöhung bei der Ausschüttung rechtfertigen.

Lass uns daher im Folgenden mal ein kleines bisschen rumspinnen, was alle Einkommensinvestoren hier wohl erwarten könnten.

Der Blick auf die Historie

Um ein Gespür für Royal Dutch Shells (WKN: A0ER6S) Dividendenpolitik zu bekommen, dürften manche Anleger einen Blick auf Royal Dutch Shells vergangene Erhöhungen werfen. Da der Ölpreis allerdings innerhalb der letzten Jahre teilweise sehr niedrig notierte – was die Ergebnisse belastete und keinen Spielraum für Erhöhungen zuließ –, müssen wir an dieser Stelle etwas tiefer in der Vergangenheit kramen.

Das letzte Mal, dass Royal Dutch Shell die Dividende erhöhte, war nach dem ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014. Damals ging es von einer bisherigen Ausschüttung in Höhe von 0,45 US-Dollar auf das aktuelle Niveau von 0,47 US-Dollar hoch.

Zuvor gab es sogar manches Jahr des rasanteren Dividendenwachstums. Von der Ausschüttung des Geschäftsjahres 2007 auf 2008 stieg die Dividende beispielsweise auf das Jahr gerechnet um 16 US-Cent. Sprich, je Quartal wurden hier satte 4 US-Cent mehr je Aktie ausgeschüttet als noch ein Jahr zuvor.

Auch wenn das gewiss ein Indikator ist, der unterstreicht, dass Royal Dutch Shell zu durchaus sprunghaften Steigerungen fähig ist, glaube ich dennoch, dass wir innerhalb der nächsten Quartale nicht mit einem solchen Wachstum rechnen sollten.

Ausschüttungsverhältnis, Aktienrückkauf und Nachhaltigkeit im Blick

Denn was wir an dieser Stelle nicht vergessen sollten, sind die vergangenen Jahre, in denen Royal Dutch Shell mit Müh und Not seine Dividende aufrechterhalten konnte. Diese Jahre dürften auch weiterhin gewissermaßen als Ausnahmezustandsmahnmal in den Köpfen der Shell-Funktionäre herumgeistern.

Wie du außerdem im obig verlinkten Artikel nachlesen kannst, konnte Royal Dutch Shell zwar für das gerade abgelaufenen Quartal ein Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,70 US-Dollar ausweisen – was mehr als ausreichend gewesen ist, um die aktuelle Dividende von 0,47 US-Dollar zu decken. Dennoch bedeuten diese beiden Werte im Zusammenspiel ein Ausschüttungsverhältnis von 67 %, was wiederum alles andere als niedrig ist.

Zumal Royal Dutch Shell derzeit ebenfalls vermehrt auf Aktienrückkäufe zu setzen scheint. Bis zum Jahre 2020 möchte der Konzern für rund 25 Mrd. US-Dollar eigene Papiere einziehen. Alleine im aktuellen Quartal werden voraussichtlich für rund 2,5 Mrd. US-Dollar eigene Aktien erworben, was natürlich ebenfalls finanziell gestemmt werden möchte.

Auch dürfte Royal Dutch Shell weiterhin eher auf Nachhaltigkeit der Dividende als auf Wachstum setzen. Sofern man nun übereilt die Dividende erhöht und die Messlatte mit einer zu überdimensionierten Dividende weiter anhebt, könnte das bei nachlassenden Ölpreisen prinzipiell problematisch für den weiteren Lauf der seit 1947 ungekürzten Dividende werden.

Was man daher erwarten sollte

Ich persönlich rechne daher eher damit, dass wir auf absehbare Zeit keine nennenswerte Sprünge bei der Dividende von Royal Dutch Shell sehen werden. Wenn die Ölpreise auf dem aktuellen Niveau von über 70 US-Dollar mit der Tendenz zur 80-US-Dollar-Marke blieben, könnte möglicherweise eine Anhebung um einen oder zwei Cent drin sein. Dennoch könnten selbst in diesem Fall Bedenken um die Nachhaltigkeit der Ausschüttung sogar dieses kleinere, in den Raum gestellte Wachstum kannibalisieren.

Royal Dutch Shell wird daher vermutlich weiterhin die Aktie bleiben, die mit beeindruckender Konstanz – jedoch nicht mit Wachstum – glänzen wird. Weiteres, überschüssiges Kapital dürfte wohl eher über flexiblere Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückfließen anstatt mithilfe einer quasi in Stein gemeißelten höheren Dividende.

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