Dagmar Wöhrl: "Dem Familienunternehmer liegt es in der DNA langfristig zu denken"

06.11.2018, 10:30  |  1811   |   |   

Die VOX-Gründershow „Die Höhle der Löwen“ begeistert jeden Dienstag ein Millionenpublikum. Seit 2017 als Investorin mit dabei: Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl. Sven Lilienström, Gründer der Initiative Gesichter der Demokratie, sprach mit der CSU-Politikerin über die Parolen der Populisten, die Verantwortung von Familienunternehmen und darüber was es bedeutet „Deutscher“ zu sein.

Frau Wöhrl, welchen Stellenwert haben Demokratie und demokratische Werte für Sie ganz persönlich?

Für mich persönlich ist Demokratie eine der wichtigsten gesellschaftlichen Errungenschaften die wir in Deutschland haben - vielleicht sogar die wichtigste. Mit Blick auf unsere Geschichte und auf die derzeitige weltpolitische Situation müssen wir uns stets vor Augen führen, dass Demokratie alles andere als selbstverständlich ist.

Als Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Bundestag bin ich durch die halbe Welt gereist. Ich habe sehr viele Staaten bereist, in denen die Menschen alles dafür geben würden, in einem demokratischen System leben zu dürfen - ohne staatliche Repressionen und Willkür der herrschenden Elite. Staaten, in denen sie die Möglichkeit zur politischen Partizipation haben und ihre Meinung frei äußern können, ohne Angst vor Konsequenzen haben zu müssen. Demokratieförderung war für mich daher stets eines der wichtigsten Ziele der deutschen Entwicklungspolitik.

Demokratie ist eine zarte Pflanze, die jeden Tag aufs Neue gepflegt und verteidigt werden will - ein unschätzbares Gut. Die älteren Generationen haben die Schrecken totalitärer Systeme erlebt und wissen den Wert der Demokratie daher noch mehr zu schätzen. Für die meisten jungen Menschen in Deutschland ist Demokratie hingegen etwas Selbstverständliches, weil sie nie etwas anderes kennengelernt haben.

Europa ist der weltgrößte Wirtschaftsraum. Als Investorin und erfolgreiche Familienunternehmerin sind Sie auf freien Handel innerhalb der EU angewiesen. Was passiert, wenn Europa scheitert?

Ich war immer eine überzeugte Pro-Europäerin und habe die europäische Integration stets unterstützt. Der freie Austausch von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital innerhalb der EU ist für mich einer der wichtigsten Pfeiler eines gemeinsamen Europas. In vielen europäischen Grenzregionen haben wir heute staatenübergreifende gemeinsame Projekte für Bildung, Forschung und Beschäftigung. Der Bereich Außenhandel ist in der EU weitgehend vergemeinschaftet.

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