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Alibaba darf nicht in Ruhe feiern

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07.11.2018, 09:00  |  758   |   

In nur wenigen Tagen ist es so weit. Wie jedes Jahr feiert Alibaba am 11. November mit seinen Kunden den Singles Day. Ursprünglich war der 11. November unter chinesischen Studenten ein Tag für Alleinstehende und als eine Art Anti-Valentinstag gedacht. Doch Alibaba hat daraus eine beeindruckende Verkaufsveranstaltung gemacht. Hauptsächlich geht es um große Rabattschlachten auf den eigenen Online-Plattformen. Auch in diesem Jahr sollten neue Rekordumsätze erzielt werden. Im vergangenen Jahr wurden innerhalb von 24 Stunden Warenumsätze von mehr als 25 Mrd. US-Dollar erzielt. Damit übertrifft der Singles Day den Black Friday und den Cyber Monday aus den USA bei weitem. In diesem Jahr wird die Vorfreude auf den Singles Day jedoch eingetrübt.
 
Der immer noch nicht gelöste chinesisch-amerikanische Handelsstreit ist auch an Alibaba nicht spurlos vorbeigegangen. Die Unsicherheiten, die sich aus den Folgen der Handelsstreitigkeiten ergeben, waren nun sogar dafür mitverantwortlich, dass sich Alibaba in Bezug auf seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr (Ende März) etwas pessimistischer zeigen musste. Die Umsatzerlöse sollen bei 375 bis 383 Mrd. Yuan (umgerechnet 47,6 bis 48,7 Mrd. Euro) liegen. Damit wurden die bisherigen Prognosen um 4 bis 6 Prozent gesenkt. Zudem lag das Umsatzwachstum im abgelaufenen September-Quartal unter den Markterwartungen.
 
Laut Unternehmensangaben vom 2. November erzielte Alibaba zwischen Juli und September 2018 Umsatzerlöse in Höhe von 85,15 Mrd. Yuan, ein Anstieg von 54 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei konnte das Plus von 90 Prozent im Zukunftsfeld Cloud Computing in besonderer Weise zu diesem Wachstum beitragen. Der den Anteilseignern zurechenbare Nettogewinn kletterte dagegen lediglich um 13 Prozent auf 20,03 Mrd. Yuan. Die Ergebnisse können derzeit nicht ganz mit dem Umsatzwachstum mithalten, da das Unternehmen kräftig in Wachstumsbereiche wie Cloud Computing investiert.
 
Trotz des anstehenden Singles Day, der Bekanntgabe der neuesten Quartalsergebnisse und der gesenkten Umsatzprognose war es zuletzt aber vor allem ein Thema, das Anleger beschäftigte. Genauso wie der Gesamtmarkt reagierte auch der Kurs der Alibaba-Aktie sehr stark auf die Spekulationen in Bezug auf eine mögliche Lösung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit. So lange dieser nicht gelöst ist, könnten auch die Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung der Alibaba-Aktie anhalten, obwohl der Konzern auch weiterhin beeindruckende Wachstumszahlen an den Tag legen kann und mit dem Singles Day Jahr für Jahr sämtliche Rekorde bricht.
 
Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Alibaba-Aktie erwarten, könnten mit einem klassischen Optionsschein Call der Deutschen Bank (WKN DS711V, Laufzeit bis zum 18.09.2019) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Optionsscheins liegt derzeit bei 10,45. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem klassischen Optionsschein Put der Deutschen Bank (WKN DS62HT, aktueller Hebel 10,29; Laufzeit bis zum 18.09.2019) auf fallende Kurse der Alibaba-Aktie setzen.
 
Stand: 06.11.2018
 

Disclaimer

Gastautor

Christian-Hendrik Knappe
Produktexperte X-markets, Deutsche Bank AG

Der gelernte Bankkaufmann und studierte Betriebswirtschaftler ist als Produktexperte von X-markets, Deutsche Bank mitverantwortlich für die Produktpalette und den Vertrieb von Hebelprodukten und Anlagezertifikaten. Er schreibt Kolumnen für verschiedene Finanzportale und vertritt die Deutsche Bank bei diversen Finanzmessen und Börsentagen. Seine berufliche Laufbahn startete er 1999 bei der Börse in Stuttgart als Händler. Seit 2007 gehört Knappe zum X-markets-Team der Deutschen Bank.

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