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Wirecard, Fresenius und FMC: Die drei Oktober-Dogs of the DAX

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
07.11.2018, 09:10  |  570   |   |   

Eieiei, was war der Börsenmonat Oktober doch für ein turbulenter Zeitraum. Für den gesamten DAX ging es innerhalb dieser lediglich 22 Handelstage um galante 6,3 % bergab. Ein Klacks, wenn wir stattdessen auf die größten drei Verlierer mit Namen Wirecard (WKN: 747206), Fresenius (WKN: 578560) und Fresenius Medical Care (WKN: 578580) blicken.

Diese drei DAX-Kandidaten kamen nämlich alle auf ein Minus zwischen 18,5 und knapp 23 %. Doch was bewegte die Aktien? Und, viel wichtiger, wie könnte es für sie weitergehen?

Spannende Fragen, die nach einer Antwort direkt schreien.

Fresenius Medical Care

Mitte Oktober tauchte plötzlich, quasi aus dem Nichts, eine Gewinnwarnung bei Fresenius Medical Care auf. Um 18 % ging es hier alleine an einem Tag in der Spitze bergab, die Anleger scheint das wirklich auf dem falschen Fuß erwischt zu haben. Dieser Tagesverlust dürfte dafür gesorgt haben, dass Fresenius Medical Care mit einem Verlust auf Monatssicht von knapp 23 % die Liste der Dogs of the DAX derzeit anführt.

Inhaltlich ging es bei der Gewinnwarnung vor allem darum, dass ein nachlassendes Dialysegeschäft, negative Währungseffekte und schwierigere Rahmenbedingungen in den Schwellenländern an dem operativen Erfolg des Dialysespezialisten zehrten. Daher rechnet das Unternehmen aus Umsatzsicht nunmehr lediglich mit einem Wachstum von 2 bis 3 % anstelle der zuvor in Aussicht gestellten 5 bis 7 %.

Bemerkenswert hierbei: Die Gewinnprognose haben die Bad Homburger jedoch weitgehend unangetastet gelassen. Anstelle eines Gewinnanstiegs von 13 bis 15 % rechnet das Unternehmen nach wie vor mit einem Anstieg von 11 bis 12 %, was immer noch sehr deutlich ist.

Allein bei einem 2017er-Gewinn je Aktie in Höhe von 4,17 Euro kommt Fresenius Medical Care bei einem Kursniveau von 68,76 Euro (06.11.2018, maßgeblich für alle Kurse) auf ein 2017er(!)-KGV von rund 16,5. Man könnte durchaus argumentieren, dass ein solches Bewertungsniveau für ein Unternehmen, das aus Gewinnsicht weiterhin im zweistelligen Prozentbereich wächst, einigermaßen preiswert ist.

Fresenius

Nun, man muss jetzt wahrlich keine besonders große Spürnase besitzen, um zu verstehen, weshalb auch Fresenius zu den größten Verlierern im DAX innerhalb der letzten knapp vier Wochen zählte. Als Muttergesellschaft von Fresenius Medical Care wurde selbstverständlich auch die Fresenius im wahrsten Sinne des Wortes in Sippenhaft genommen. Hier summiert sich der Kursverlust der vergangenen knapp vier Wochen auf ebenfalls beachtliche 21,4 %.

Auch Fresenius passte in diesem Zuge seine Prognosen an. Aus Umsatzsicht wird der Medizinkonzern nun voraussichtlich in diesem Jahr ein Wachstum erzielen, das am unteren Ende der ausgegebenen Spanne von 5 bis 8 % liegen soll. Das Konzernergebnis dürfte beim Wachstum ebenfalls die untere Bandbreite von 6 bis 9 % erreichen. Neben der Tochtergesellschaft belastete hier jedoch auch ein nachlassendes Geschäft bei den Helios-Kliniken.

Fresenius wird bei einem Kursniveau von 54,22 Euro und einem 2017er-Gewinn in Höhe von 3,27 Euro derzeit mit einem KGV von ebenfalls rund 16,5 bewertet. Auch hier könnte man sich durchaus die berechtigte Frage stellen, ob der Dividendenaristokrat bei den weiterhin soliden Wachstumsraten angemessen fundamental bewertet ist.

Wirecard

Nach all dem Fresenius-Chaos wenden wir uns nun dem DAX-Neueinsteiger Wirecard zu. Hier beläuft sich das Minus des vergangenen Monats auf rund 18,5 %. Beeindruckenderweise zählt Wirecard jedoch auf Jahressicht mit einem Kursplus von rund 80 % zu den größten Gewinnern in unserem Leitindex, dem DAX.

Und genau in diesem Missverhältnis dürfte wohl auch einer der Haupttreiber für die aktuelle Korrektur liegen. Nach einem fulminanten Anstieg innerhalb dieses Börsenjahres ist Wirecard quasi reif für eine Korrektur gewesen – auch wenn man hier und da liest, dass die Aktie auch weiterhin überteuert sein könnte.

Aus fundamentaler Sicht stimmt jedoch noch so einiges bei Wirecard. Bei der jüngst herausgegebenen Prognose verkündete das Management dieses innovativen Zahlungsdienstleisters beispielsweise, dass man bis zum Jahr 2025 mit Umsätzen in einer Größenordnung von 10 Mrd. Euro und einem Ergebnis in Höhe von rund 3,3 Mrd. Euro rechnet. Sollte sich diese Vorhersage bewahrheiten, könnte die Wirecard-Aktie auf dem aktuellen Kursniveau durchaus preiswert sein.

Das Wachstum gibt den Ausschlag

Wie wir gesehen haben, sind die drei größten Verlierer im DAX innerhalb des Korrektur-Oktobers deutlich unter die Räder gekommen. Sonst wären sie vermutlich auch nicht die größten Verlierer des DAX.

Ob die Aktien nun jedoch günstig oder teuer sind, hängt ganz stark von den weiteren Aussichten und ganz konkret dem Wachstum ab. Tendenziell könnten alle Dogs angesichts ihrer bisher weiterhin gültigen Prognosen jedoch einen genaueren Blick verdient haben.

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