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Marktkommentar: Dr. Andreas Busch (BANTLEON): USA tanzen mit robustem Wirtschaftswachstum aus der Reihe - noch
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Marktkommentar Dr. Andreas Busch (BANTLEON): USA tanzen mit robustem Wirtschaftswachstum aus der Reihe - noch

Nachrichtenquelle: Asset Standard
07.11.2018, 09:35  |  312   |   |   

Während die US-Wirtschaft boomt, verliert die Konjunktur im Rest der Welt an Schwung.

Verantwortlich für diese Zweiteilung sind neben den staatlichen Stimuli in den USA die Trump’sche Zollpolitik und das Deleveraging in China. Kurzfristig gibt es für die Weltwirtschaft wenig Hoffnung auf Besserung.

Der Handelsstreit dürfte weitergehen und China wird seine Wirtschaft nur selektiv stützen. Gleichzeitig ziehen beim aktuellen Musterschüler in Sachen Wirtschaftswachstum – den USA – dunkle Wolken am Konjunkturhimmel auf. Der Risikoappetit an den Finanzmärkten dürfte mithin gedämpft bleiben.

Die Konjunkturdaten der vergangenen Woche haben einmal mehr die aktuelle Zweiteilung der weltwirtschaftlichen Entwicklung vor Augen geführt. Auf der einen Seite spiegeln die guten US-Arbeitsmarktzahlen einen anhaltenden Boom der grössten Volkswirtschaft wider. Auf der anderen Seite ist die Lage ausserhalb der USA weit weniger erfreulich, wie das Abrutschen des BIP-Wachstums in der Eurozone auf den tiefsten Stand seit 4 Jahren zeigt. Aus weltwirtschaftlicher Sicht überwiegen in diesem Spannungsfeld eindeutig die negativen Faktoren – der globale Einkaufsmanagerindikator sank trotz brummender US-Wirtschaft zuletzt auf einen fast 2-jährigen Tiefststand.

Verantwortlich für die gegenläufige Entwicklung dürften gleich mehrere Faktoren sein. Zum einen profitiert die US-Wirtschaft derzeit von den staatlichen Ankurbelungsmassnahmen am Jahresanfang (Steuersenkungen, Ausgabenerhöhungen). Die davon ausgehenden Impulse kommen dem Rest der Welt kaum zu Gute und lassen daher die USA aktuell in einem besseren Licht dastehen.

Ähnlich verhält es sich zum anderen mit der Trump’schen Zollpolitik. Sie hat die US-Unternehmen bislang nur wenig belastet, aber die Exportperspektiven der Handelspartner getrübt. Rund um den Globus zeigen das die Teilkomponenten der Einkaufsmanagerumfragen zu den Exportaufträgen. Anders als in den USA sind diese an vielen Orten bereits unter die Expansionsschwelle abgetaucht.

Belastet wird der Welthandel schliesslich durch die konjunkturelle Abkühlung in China, der zweitgrössten Volkswirtschaft. Der dringend notwendige Abbau des Schuldenberges hat hier in den vergangenen Quartalen zu einer stärkeren Regulierung des Finanzsektors und mithin zu einem nachlassenden BIP-Wachstum geführt – in Q3 wurde mit 6,5% die niedrigste Expansionsrate seit knapp zehn Jahren erreicht.

Mit Blick voraus gibt es wenig Hoffnung, dass sich der Ausblick für die Weltwirtschaft in naher Zukunft aufhellt. Die jüngsten Andeutungen Trumps, mit China könnte im Handelsstreit bald eine Einigung erzielt werden, dürften primär als Beruhigung im Vorfeld der Kongresswahlen in dieser Woche gedacht sein. Der grundlegende Kampf zwischen den USA und China um die globale Technologieführerschaft wird sich ungeachtet dessen fortsetzen und sollte zu neuen protektionistischen Massnahmen führen. Der Welthandel steht somit von dieser Seite weiter unter Druck.

Gleichzeitig spricht in China vieles dafür, dass die Regierung auch künftig am übergeordneten Vorhaben des Schuldenabbaus festhält und in der Folge unverändert nur selektive konjunkturelle Stützungsmassnahmen lanciert. Ein kräftiges Stimulusprogramm wie seinerzeit 2008/2009, das die gesamte Weltwirtschaft auf Trab brachte, ist gegenwärtig nicht absehbar.

Und selbst wenn die verschiedenen Stimuli Pekings schliesslich stabilisierend wirken, kann für die Weltwirtschaft keine Entwarnung gegeben werden. Langsam aber sicher ziehen nämlich in den USA dunkle Wolken am Konjunkturhimmel auf: 2019 werden die staatlichen Stimuli Schritt für Schritt ausklingen und die gestiegenen Zinsen sollten sich mehr und mehr als Wachstumsbremse erweisen. Alles in allem deutet somit vieles darauf hin, dass die Weltwirtschaft weiter an Schwung verliert. Der Risikoappetit an den globalen Finanzmärkten dürfte mithin gedämpft bleiben, was den sicheren Häfen Auftrieb beschert.




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