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3 gebeutelte chinesische Tech-Aktien, die man jetzt kaufen kann

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.11.2018, 04:57  |  1298   |   |   

Chinesische Wachstumswerte sind in den vergangenen Monaten stark zurückgegangen, und angesichts des zunehmenden Handelskrieges und der Abwertung des Yuan gegenüber dem Dollar kann man sich wirklich Sorgen machen. Überhaupt: Schon vor dem Kursverfall waren chinesische Internetaktien riskant genug.

Dieser Abverkauf ist natürlich auch eine Chance. Einigen der Aktien liegen Geschäfte zugrunde, die mit oder ohne Handelskrieg vom Fleck kommen. Werfen wir doch mal einen genaueren Blick auf Momo (WKN:A12E40), iQiyi (WKN:A2JGN8) und 51job (WKN:A0DJ5H), drei Aktien, die in den letzten Monaten wohl zu Unrecht Opfer der Korrektur wurden.

Momo: Rückgang um 43 % seit den Höchstständen im Juni

Vergleicht man mal die Wachstumsrate mit dem Ertrag, ist Momo eine der günstigsten Aktien Chinas. Das Unternehme hinter der Social-Video-Plattform wird nur für das 12-fache der diesjährigen Gewinnprognose und für weniger als das 10-fache der erwarteten Gewinne für das nächste Jahr gehandelt.

Bei diesen Zahlen erwartet man langsames Wachstum, aber nicht bei Momo. Der Umsatz stieg im letzten Quartal um 58 %, das bereinigte Ergebnis hat sich nahezu verdoppelt. Die Wall Street sollte hier weniger kritisch sein. Momo hat die Gewinnprognosen der Analysten sechs aufeinanderfolgende Quartale lang mit Leichtigkeit übertroffen.

Natürlich ist Social Media ein Trend, und Momo setzt vor allem auf Live-Videoübertragungen und Online-Dating. Da das Unternehmen fast ausschließlich auf den chinesischen Heimatmarkt setzt, dürfte es doch gut vor dem Handelskrieg mit den USA geschützt sein.

iQiyi: Rückgang um 52 % seit Juni

Erst einer der heißesten Börsengänge des Jahres, dann ist der Wert seit dem Höchststand Mitte Juni um mehr als die Hälfte geschmolzen. Chinas führender Video-Streaming-Dienst ging im März mit 18 USD an die Börse, und bloß drei Monate später hatte sich der Wert mehr als verdreifacht – dann ging es bergab.

Die Beliebtheit des Anbieters boomt. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal – dem ersten vollständigen Quartal von iQiyi als Aktiengesellschaft – um 51 %, was auf einen Anstieg der Mitgliederzahlen um 75 % zurückzuführen ist. Mittlerweile gibt es 66,2 Millionen zahlende Mitglieder auf iQiyi. Das Tech-Unternehmen ist im Gegensatz zu den beiden anderen Namen auf dieser Liste nicht profitabel. Wie auch Momo verlässt sich iQiyi jedoch fast ausschließlich auf Chinas junge, aufstrebende und technologisch versierte Mittelschicht.

Die Wall Street hat es begriffen. Die Analystin Karen Chan von Jefferies sprach Anfang des Monats für iQiyi ein „buy“-Rating aus und sagte, dass der jüngste Abrutsch ein guter Zeitpunkt für den Einstieg ist. Sie ist der Meinung, dass Online-Video in China nach wie vor stark wachsen kann, und das sollte in den kommenden Jahren passieren. Ihr Kursziel von 33 USD schien eher pessimistisch zu sein, als die Aktie vor vier Monaten auf dem Höhepunkt stand. Aber es entspricht derzeit fast 50 % des jetzigen Niveaus.

51job: Rückgang um 50 % seit Juni

Man kann nachvollziehen, dass chinesische Produzenten und Online-Marktplätze unter dem zunehmenden Handelskrieg leiden, aber wie erklärt man sich, dass 51job seit Anfang Juni die Hälfte ihres Werts verloren hat? 51job ist eine profitable und stetig wachsende Jobbörse, wo Arbeitgeber und Arbeitnehmer zusammenkommen.

Chinas Wirtschaft mag sich verlangsamen, aber es gibt immer noch viel Fluktuation auf dem Arbeitsmarkt, wo 51job vermitteln kann. Der Umsatz stieg im letzten Quartal um 33 % und damit langsamer als der von Momo und iQiyi, aber das bereinigte Ergebnis stieg in diesem Zeitraum um 72 %. Die Aktie wird zum 21-fachen des diesjährigen Gewinns gehandelt, was vernünftig erscheint. Außerdem zum 17-fachen der Prognosen der Wall Street für das kommende Jahr. Momo wird zwar im Vergleich zu seinen Wachstumsaussichten günstiger gehandelt, aber das Modell von 51job ist stabil und kann schon mehrere Jahre konstantes und profitables Umsatzwachstum vorweisen.

Alle drei Aktien sind günstig. Keines der Unternehmen sollte nur noch etwa halb so wertvoll sein wie noch vor vier Monaten. Sie kommen vielleicht nicht sofort zurück, aber sie sollten doch wieder steigen. Die letzten turbulenten Monate haben nichts mit den wichtigen Kennzahlen der Unternehmen zu tun – nur mit den Aktienkursen.

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