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Pressemeldung: Franklin Templeton: Wie lange kann der globale wirtschaftliche Höhenflug noch anhalten?
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Pressemeldung Franklin Templeton: Wie lange kann der globale wirtschaftliche Höhenflug noch anhalten?

Nachrichtenquelle: Asset Standard
09.11.2018, 11:05  |  625   |   |   

Anlegern bereitet der fortgeschrittene Zustand des Aufschwungs zunehmend Sorgen.

Aktuell befinden wir uns im zehnten Jahr eines globalen Wachstumszyklus. Weshalb so manche Bedenken über den fortgeschrittenen Zustand des Aufschwungs übertrieben sein könnten und in welchen Regionen derzeit Chancen für Anleger bestehen.

Die US-Wirtschaft verbuchte im zweiten Quartal des laufenden Jahres das stärkste Wachstum seit vier Jahren. Zeitgleich erklommen viele US-Indizes neue Höchststände. Doch seit wenigen Wochen belasten eine Reihe von Faktoren wie Handelsspannungen, steigende Zinsen und andere allgemeine Befürchtungen die Märkte. Könnten dies möglicherweise erste Anzeichen für ein Abklingen des weltweiten wirtschaftlichen Aufschwungs sowie für das Ende einer der längsten Haussen in der Geschichte sein?

Fortsetzung des Wirtschaftswachstums in den USA

Die USA befinden sich ganz klar in einer fortgeschrittenen Phase des Konjunkturzyklus. Das BIP-Wachstum in den USA von 4 % ist vermutlich nicht haltbar. Doch selbst wenn es sich in Richtung 2,5 bis 3 % normalisiert, stellt das nach wie vor ein gutes Wachstumstempo dar. Die US-Fundamentaldaten sehen ziemlich stabil aus. Die Sparquote bei Verbrauchern ist gesund und das Verbrauchervertrauen ist fast auf Rekordhöhe. Zudem verfügen die Verbraucher in den USA weiter über solide Finanzen aufgrund der starken Beschäftigungszahlen in den USA. Positiv ist auch die Gewinnentwicklung zahlreicher US-Unternehmen, welche sich weiter auf Erholungskurs befinden. Insgesamt sind deren Gewinne im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 25 % gestiegen und zeigen damit das stärkste Wachstum seit dem Beginn der globalen Finanzkrise.

Die US-Notenbank (Fed) scheint ihren Referenzzinssatz in diesem und im kommenden Jahr voraussichtlich weiter zu erhöhen. Sie hat erklärt, den Zinssatz voraussichtlich bis auf 3 % und möglicherweise darüber hinaus anzuheben, um die Wirtschaft vor einer Überhitzung zu bewahren und eine steigende Inflation zu verhindern. Der Markt geht aktuell von einem leicht geringeren Anstieg bis maximal 2,75 % aus, so dass es in diesem Punkt ein wenig Uneinigkeit gibt. Letztlich wird die Entscheidung der Fed von der Datenlage abhängen. Insgesamt ist es aber ein gutes Zeichen, dass die US-Notenbank ihren Pfad der Straffung weiterverfolgt. Der angestrebte neutrale Zinssatz stellt ein Gleichgewicht zwischen Risikomanagement bei der Inflation und der Vermeidung eines Dämpfers beim Wirtschaftswachstum dar.

Zwar wird die Geldpolitik in den USA straffer, doch alles deutet darauf hin, dass die Fiskalpolitik die Lücke füllen kann. Im Zuge der andauernden „America First“-Kampagne von Donald Trump ist ein weiteres leichtes Ansteigen der Investitionsausgaben zu erwarten. Diese steigenden Ausgaben haben bisher zu einem bescheidenen Produktivitätsanstieg in den USA beigetragen, der jegliche Lohnerhöhungen kompensiert und Margen unterstützt hat.

Wachstum in Europa stagniert

Weniger Wachstumspotenzial zeigt Europa. Hierzulande hat das Wachstum seinen Höchststand inzwischen hinter sich gelassen und verlangsamt sich. Dies bedeutet allerdings keinen Einbruch. Die jüngsten Wirtschaftsfrühindikatoren (z. B. Einkaufsmanagerindizes) weisen darauf hin, dass sich der Konjunkturrückgang in Europa zu beruhigen scheint.

Sorgen bereitet allerdings die politische Entwicklung. Der zunehmende Populismus führt zu einem Nationalismus, dem er sich häufig verpflichtet fühlt, und tendiert zu einer selbstbezogenen Sicht. Der Euroraum funktioniert allerdings nur, wenn sich die Länder integrieren und als eine Gemeinschaft auftreten – aktuell ist leider das Gegenteil zu beobachten. Solange die Wirtschaftsaktivität gut verläuft und es keine wirklich großen Schocks gibt, wird das politische System vermutlich nicht auf die Probe gestellt. Die Frage ist, ob beim nächsten Konjunkturabschwung oder bei einem Schock in Italien oder irgendeinem anders gearteten Schock Europa in derselben Weise als Gemeinschaft zusammenkommen wird wie 2011. Oder werden sich dann manche Länder für das Schließen ihrer Grenzen entscheiden und sich nach innen wenden?

Chancen in den Schwellenländern

Die Bedeutung der Emerging Markets für die Weltwirtschaft nimmt immer mehr zu: 2017 entfielen 59 % des realen weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) gemessen in US-Dollar auf die Schwellenländer; allein China steuerte 27 % bei, während die USA nur 16 % beitrugen.

Wir sind nicht nur Zeugen einer Verschiebung des geographischen Epizentrums des BIP-Wachstums gen Osten, sondern erleben zudem, dass sich selbst innerhalb der Schwellenländer ein Wandel der Wachstumstreiber vollzog. So überholte China vor einigen Jahren die USA und Japan bei der Gesamtsumme aller angemeldeten Patente, was nur einer von vielen Indikatoren dieser aktuellen Verschiebung in Richtung Innovation, Technologie und, allgemeiner gesprochen, „New Economy“ ist. Die vielgerühmte Bevölkerungsentwicklung in den Schwellenländern spielt dabei auch eine Rolle, und zwar sowohl in Bezug auf die Durchdringung des Konsumsektors als auch in puncto „Premiumisierung“ – hier steigt die Nachfrage nicht nur nach Autos, sondern auch nach Luxusmarken.

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